Details vorgestellt

Windpark im Escheberger Wald geplant

Standorte im Gespräch: Im Escheberger Wald und am Hegeholz könnten bald Windräder stehen. Foto:  dpa

Zierenberg. Nahe Escheberg könnten sich bald Windräder drehen. Welche die passenden Anlagen sind, wie viel Strom dort erzeugt werden könnte und wie die Stadt Zierenberg davon profitieren könnte, stellten Dirk Ihmels und Thorsten Walther vom Planungsbüro „innovent" am Montagabend bei der Bürgerversammlung vor.

Am Standort im Escheberger Wald sind gut 69 Hektar als Windvorrangfläche ausgewiesen, am Standort Hegeholz nahe der A44 sind es knapp 20 Hektar. Durch die Höhenlage verspreche man sich gute Rahmenbedingungen, sagte Projektleiter Thorsten Walther vor rund 70 Zuhörern.

Auf der größeren der beiden Flächen könnten sich elf Windräder drehen. Maximal zwei davon könnten von der Kommune oder einer noch zu gründenden Bürgerenergiegenossenschaft betrieben werden. Der Rest wird als Windpark Escheberg laufen.

Die Abstände der Windkraftanlagen zu den umliegenden Orten würden pendeln zwischen 1100 Meter (Escheberg, Oberelsungen), 1600 Meter (Niederelsungen) und 2000 Meter (Breuna). Der Mensch sei bestmöglicht berücksichtigt worden, sagte Walther. Das sei auch bei der Geräuschbelastung so. „Wir liegen deutlich unterhalb der erlaubten Schallwerte.“ Berechnet wurde auch, ob und aus welcher Entfernung die 200 Meter hohen Anlagen zu sehen wären. In einem Radius von zehn Kilometern seien 70 Prozent nicht sichtbar, betonte Thorsten Walther.

Uberblick: Die Windvorrangflächen.

Erschlossen würde das Gebiet von der Kreisstraße 88 aus. Geschotterte Wege seien bereits vorhanden, diese müssten lediglich verbreitert und verstärkt werden. Auch mögliche Beeinträchtigungen für die Tierwelt hat das Planungsbüro untersuchen lassen. Bedenken habe es durch die Obere Naturschutzbehörde aufgrund einer möglichen Schwarzstorch-Population gegeben. Diese seien nun ausgeräumt. Das Flugverhalten sei beobachtet worden, dadurch sei klar, dass die Tiere „deutlich außerhalb“ des Windvorranggebiets leben.

Eine Windkraftanlage diesen Typs, sagte Dirk Ihmels, Geschäftsführer von „innovent“, erzeuge rund 6,3 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr, wenn sie unter Volllast läuft. Rein rechnerisch könne man damit 1400 Haushalte versorgen.

Mit welchen Einnahmen die Stadt Zierenberg rechnen könnte, berichtete Ihmels ebenfalls. Neben Pachteinnahmen würde auch Gewerbesteuer in die Stadtkasse fließen. Konkrete Zahlen wollte Ihmels zunächst nicht nennen. Auf mehrfache Nachfrage aus dem Publikum sagte er dann, dass eine Anlage etwa einen Umsatz von rund 500.000 Euro pro Jahr erwirtschafte.

Weitere Anlagen könnten in diesem Bereich nicht entstehen, unter anderem, weil sich in der Nähe eine militärische Nachtflugstrecke und ein Bauschutzbereich des Flughafens Calden befinden, außerdem Mobilfunk-Trassen.

Der langwierigste Teil der Planungen sei abgeschlossen. Bereits 2016 könnte mit dem Bau begonnen werden. Zunächst ist der Windpark noch Thema in der Stadtverordnetensitzung am 13. Juli.

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