Ansturm auf Kita-Plätze

Wolfhager Land: Kommunen planen Neubau von Kitas

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Der neue Zierenberger Kindergarten soll am Erlenweg entstehen. Dafür wurden im Haushalt 1,3 Millionen Euro eingestellt. Die Stadt hofft auf eine Förderung in Höhe von 800 000 Euro. 

Die Altkreiskommunen werden überrollt von Anfragen für Kindergartenplätze, vorhandene Kitas platzen aus allen Nähten. Das stellt finanziell schwache Kommunen vor große Herausforderungen.

Zuzüge von jungen Familien, zunehmende Anfragen für Kleinkinder, steigende Geburtenzahlen und mehr Flüchtlingskinder werfen frühere Bedarfsplanungen über den Haufen. In der Sitzung der Zierenberger Stadtverordneten am Montag wurde der Bau eines neuen Kindergartens beschlossen. Kurz vorher hatten sich bereits die Naumburger zu diesem Schritt durchgerungen. Während Zierenberg mit dem Erlenweg eine Lösung gefunden hat, ist in Naumburg der Standort noch offen. Beide Kommunen stehen unter Zeitdruck, da Förderprogramme auslaufen. 

Wolfhagen hat nach Auskunft von Hauptamtsleiter Kai Liebig bereits im vergangenen Jahr drei neue Gruppen in vorhandenen Einrichtung eröffnet. „Aber wir sind schon wieder am Limit“, so Liebig. Deshalb sucht die Stadt derzeit nach weiteren Optionen in der Wolfhager Kernstadt. In Dörnberg sollen zusätzliche Räumlichkeiten für drei Gruppenräume in Modulbauweise geschaffen werden. Dies soll auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Nähe der vorhandenen Kita geschehen. In Ehlen ist die Erweiterung der Kindertagesstätte geplant. 

In Bad Emstal fehlen zum Sommer rund 40 Kindergartenplätze. Die Gemeinde steht mit der Vitos in Verhandlungen, um in Merxhausen die ehemaligen Räume der Ergo-Therapie umnutzen zu können. Lediglich in Breuna kann der Bedarf gedeckt werden. Das sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann. Etwas Luft verschaffe sich die Gemeinde auch dadurch, dass die Hortkinder künftig nicht mehr im Kindergarten, sondern in der Schule betreut werden sollen. „Damit haben wir mehr freie Plätze im Kindergarten“, so Henkelmann.

Weg frei für neue KitaZu Beginn der Zierenberger Stadtverordnetensitzung, bei der es um den Neubau der Kita ging, wurde den Parlamentariern das Problem mangelnder Kindergartenplätze von einigen Eltern aus Burghasungen deutlich vor Augen geführt. Die hatten Unterschriften gesammelt, weil sie nicht damit einverstanden sind, dass ihre Kinder mangels Plätzen in Burghasungen nun in den Kindergarten nach Oberelsungen gehen müssen. Zierenbergs Bürgermeister Stefan Denn erklärte, dass man das Problem erkannt habe und bereits mit dem Jugendamt wegen einer baulichen Erweiterung im Gespräch sei.

Einstimmig sprachen sich die Parlamentarier für den Neubau eines viergruppigen Kindergartens in der Kernstadt aus. Dieser soll auf einem städtischen Grundstück am Erlenweg entstehen. Zusätzlich soll es für eine weitere Gruppe das Angebot eines Waldkindergartens geben. Eine Arbeitsgruppe Neubau Kita mit Mitgliedern von Magistrat, Parlament, Elternbeirat und Kindergärtnerinnen soll jetzt die Planungsarbeit aufnehmen.

Die UFW stimmte zwar letztlich dem Neubau zu, hatte sich aber zuvor für eine dreigruppige Lösung ausgesprochen. UFW-Vorsitzende Bärbel Mlasowsky erklärte, das dies ausreiche und man auch die Unterhaltskosten berücksichtigen müsse. SPD und CDU konnten die Einwände der UFW nicht teilen. Der UFW-Antrag, die Kita zudem eingeschossig zu bauen, wurde abgelehnt. Angenommen wurde dagegen der Antrag, den Kindergarten in Fertigbauweise zu errichten und ein SPD-Antrag, der forderte, sicherzustellen, dass in der neuen Einrichtung auch Platz für Kinder aus Zierenberg ist, die bisher in Calden betreut werden müssen. Außerdem soll der Magistrat checken, ob es sinnvoller ist, einen Generalunternehmer zu beauftragen oder die einzelnen Gewerke auszuschreiben.

Rechtsanspruch der Eltern

Seit 1996 haben Eltern für ihre Kinder ab dem dritten Lebensjahr Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. 2013 wurde diese Grenze herabgesetzt. Damit haben Kleinkinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres Anspruch auf einen Kita-Platz beziehungsweise auf die Betreuung durch eine Tagesmutter. Stellt die Kommune nach Antragsstellung durch die Eltern keinen Platz zur Verfügung und der betreuende Elternteil hat deswegen einen Verdienstausfall, entsteht mitunter Anspruch auf Schadensersatz.

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