Passend zum Keltenfest

Die Kelten am Dörnberg: Neue Broschüre über historische Forschung erschienen

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Auf der Spur der Kelten: Klaus Fröhlich (links) und Dr. Udo Schlitzberger haben alle Erkenntnisse, die es über die Besiedlung des Hohen Dörnbergs (Hintergrund) während der Eisenzeit gibt, in einem Heft zusammengefasst. 

Passend zum Keltenfest am zweiten Augustwochenende auf dem Dörnberg ist jetzt ein Heft erschienen, in dem sämtliche Erkenntnisse über keltisches Leben auf dem Dörnberg zusammengefasst sind.

Die Autoren, Dr. Udo Schlitzberger, Fürstenwald, und Klaus Fröhlich, Dörnberg, dokumentieren in der 60-seitigen Broschüre den aktuellen Forschungsstand und die Historie der Bemühungen, dem fast 600 Meter hohen Berg die Geheimnisse seiner Vergangenheit zu entlocken.

Sie erinnern dabei an den Kasseler Lehrer Rudolf Haarberg, der das Gelände um den Hohen Dörnberg und die Immelburg aufmerksam studierte, Wälle beschrieb und bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts Thesen über eine vorgeschichtliche Besiedlung während der Eisenzeit formulierte. Die Autoren machen mithilfe zahlreicher Fotos und Grafiken auf die mit bloßem Auge sichtbaren Spuren der Vergangenheit aufmerksam, zählen besondere Funde auf und gehen dabei auch auf die jüngsten archäologischen Untersuchungen der Universität Mainz und Dr. Patrick Mertl vor zehn Jahren ein.

Im Jahr 2009 hatte die Denkmalbehörde erstmals Grabungen auf dem Dörnberg genehmigt. Auf einer 16 Quadratmeter großen Fläche hatten Mertl und sein Team nur wenige Zentimeter unter der Grasnarbe 2200 Keramikscherben gefunden. Diese stammen aus der Jungsteinzeit (Michelsberger Kultur 4500 - 3500 v. Chr.) und aus der Eisenzeit (Hallstattzeit 600 - 400 v. Chr.) und lagern inzwischen im Landesmuseum in Kassel.

In ihrer Schrift mit dem Titel „Auf den Spuren der Kelten – Der Dörnberg, Macht- und Kultzentrum in der Keltenzeit“ stellen Fröhlich und Schlitzberger auch Auszüge aus Mertls Magisterarbeit vor, die die Autoren Anfang des Jahres erstmals in den Händen hielten. Ein darin spannender Aspekt: Offenbar waren bereits im Jahr 1934 Durchbrüche im Plateauwall auf dem Dörnberg vorgenommen worden, bei denen Scherben entdeckt worden waren. So war bei den Erdarbeiten damals eine „Mauerkonstruktionen ohne Mörtel“ zum Vorschein gekommen. 

Fünf Jahre später wurde der Wall an einer weiteren Stelle geöffnet, diesmal durch die Segelflieger. „Dieser Durchbruch und die Betonpfeiler für die Startanlage der Segelflieger ist heute noch sichtbar“, sagt Schlitzberger. Er und Klaus Fröhlich wollen sich nun dafür einsetzen, dass diese in einem Wald gelegene Anlage den Status eines Technikdenkmals erhält.

Neben dem Wunsch, die vorhandenen Kenntnisse über die Kelten am Dörnberg allgemein verständlich zusammenzufassen, gab es für Fröhlich und Schlitzberger noch einen weiteren Grund, sich mit der Thematik zu befassen. Seit fünf Jahren bieten sie an der Volkshochschule Region Kassel Kurse an, in den sie tief in die Vergangenheit Nordhessens eintauchen. 

Dabei nehmen sie mit einer größeren Gruppe Geschichtsinteressierter auch die Keltenzeit unter die Lupe. Inzwischen haben sie 21 befestigte Höhensiedlungen zwischen Dörnberg, Christenberg (Marburg), Dünsberg (Gießen) und Milseburg (Rhön) aufgelistet. Hinzu kommen Siedlungen und Gräberfelder. Vor diesem Hintergrund, dass nämlich in den Kursen umfangreiches archäologisches Wissen zusammengetragen wird, wollten sie speziell eine Übersicht für ihren Hausberg, den Hohen Dörnberg, erstellen.

Die Broschüre wird beim Keltenfest am 10./11. August für neun Euro angeboten. Darüber hinaus kann sie im Naturparkzentrum am Dörnberg erworben werden.

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