Bahntunnel in Zierenberg

Alter Zierenberger Tunnel wird zur Heimat von Fledermäusen 

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Projekt abgeschlossen: Der alte Zierenberger Tunnel ist verschlossen. Auch die Wirtschaftswege, die für den Bau des neuen Tunnels genutzt wurden, sind wieder instandgesetzt worden oder wurden zurückgebaut. Der Einsatz von Projektleiter Stephan Nink in Zierenberg endet damit.

Der Bau des neuen Zierenberger Tunnels hielt die Region fast fünf Jahre in Atem. Jetzt sind die Aufräumarbeiten fast abgeschlossen. Projektleiter Stephan Nink zieht Bilanz. 

Bald soll nichts mehr an den aufwendigen Bau das Zierenberger Tunnels erinnern, der von 2013 bis Oktober 2018 stattfand. Schwere Maschinen fraßen sich durchs Gestein, Sprengungen pulverisierten die Felsen, und Bauschutt türmte sich auf Flächen um die Baustelle herum auf.

Um das Baugerät und die Baumaterialien an die Baustelle zu bekommen, musste die Deutsche Bahn (DB) zahlreiche Baustellenwege anlegen. Einige dieser Baustraßen werden als Rettungswege erhalten bleiben, erklärt Projektleiter Stephan Nink von der DB. So zum Beispiel der Weg, der an der Dörnbergstraße am Ortsausgang von Zierenberg zwischen den Hausnummern 46 und 48 abzweigt. Dieser führt direkt zum Rettungsplatz am Portal des neuen Tunnels.

Verschüttungsarbeiten: Der alte Tunnel wurde Schicht für Schicht mit Gestein gefüllt. 

Andere Behelfswege wurden rekultiviert. Dafür wurde der Schotter abgetragen, der Boden wieder gelockert und neu bepflanzt.

Wiederum andere Wirtschaftswege wurden instandgesetzt. Über diese führte eine Logistikstrecke, die Dörnberg und Zierenberg vom Lkw-Verkehr entlastete. „Der Schwerlastverkehr hat diese Wege beschädigt“, erklärt Nink. Die Schuttablageplätze um die Baustelle herum wurden freigeräumt und auch wieder renaturiert.

30.000 Tonnen Gestein und Schutt

Ein weiteres abgeschlossenes Projekt ist die sogenannte Verfüllung des alten, 816 Meter langen Zierenberger Tunnels. Dazu wurden etwa 30.000 Tonnen Gestein und Schutt in den Tunneln gefüllt. Das geschah Schicht für Schicht. Die einzelnen Lagen wurden verdichtet. „Umso mehr der Tunnel gefüllt wurde, desto kleinere Maschinen wurden notwendig.“ Einige Stellen des alten Tunnels wurden mit Beton ausgegossen, da über sie die Straße verläuft. Die denkmalgeschützen Portale wurden verschlossen. „Am Ostportal wurden Eingänge für Fledermäuse geschaffen“, erzählt Nink. Diese können im freien, oberen Teil des Tunnels, der sogenannten Kalotte, nisten. Diese Arbeiten dauerten von Dezember bis März.

Projektleiter Stephan Nink zeigt sich mit dem Ablauf der Arbeiten sehr zufrieden. Jetzt müsse nur noch der Baucontainer abgebaut werden, dann sei das Projekt endgültig abgeschlossen.

Der neue Tunnel (links) und der alte Tunnel (rechts).

Manfred Zenker, Bauamtsleiter der Gemeinde Habichtswald, gibt zu, dass im Vorfeld der Arbeiten in der Gemeinde große Bedenken herrschten. Es habe kaum Beschwerden wegen des zusätzlichen Lastverkehrs oder des Baumlärms gegeben. Alles sei „sehr gut organisiert gewesen“. Auch Christian Fischer vom Bauamt der Stadt Zierenberg lobt die Zusammenarbeit mit der DB.

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