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Zierenberger Feuerwehren und Rettungsdienst arbeiten bei Übung zusammen

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Von: Sascha Hoffmann

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Besondere Herausforderung: Weil das Treppenhaus nicht passierbar war, mussten die Einsatzkräfte den kompletten Einsatz über das Baugerüst abwickeln.
Besondere Herausforderung: Weil das Treppenhaus nicht passierbar war, mussten die Einsatzkräfte den kompletten Einsatz über das Baugerüst abwickeln. © Sascha Hoffmann

Abläufe sollen für den Ernstfall gefestigt sein.

Zierenberg – Als am Mittwochabend um kurz nach 18 Uhr die Sirenen durch Zierenberg schallen, ist die Aufregung groß. Es dauert nicht lange, bis mehrere Feuerwehr- und Rettungswagen in Richtung Damvillers Straße rasen, eine echte Herausforderung, so ist die Ehlenerstraße wegen einer Endlosbaustelle noch immer nicht befahrbar. Zahlreiche Schaulustige haben sich mittlerweile rund um den Einsatzbereich an einem der beiden Mehrfamilienhaus-Neubauten eingefunden. Die anfängliche Aufregung weicht schnell der Erleichterung: Beim augenscheinlichen Großeinsatz handelt es sich um eine von langer Hand geplante, auch für die Einsatzkräfte geheim gehaltene Übung.

„Die angenommene Lage ist, dass es während Bauarbeiten zu einem Unfall gekommen ist, bei dem drei Bauarbeiter verletzt wurden“, sagt Wehrführer Fabian Baumann, der gemeinsam mit Erstem Stadtrat Heinz Behr und den Stadtbrandinspektoren die Leitung der Übung übernommen und sie auch inhaltlich ausgearbeitet hat. „Wir gehen davon aus, dass einer der Verletzten gestürzt ist und eine Metallstange im Bauchbereich stecken hat, dass sich ein weiterer mit einer Säge verletzt hat und der Dritte unter einer Palette eingeklemmt ist“, erklärt Baumann, der noch eine weitere Herausforderung ins Schreckensszenario eingebaut hat: „Durch den Unfall ist die Statik des Gebäudes betroffen und das Treppenhaus nicht begehbar.“

Eine knifflige, aber nicht unmögliche Aufgabe für die Zierenberger Blauröcke, die sich nach einer Sondierung der Lage ihren Herausforderungen stellen: Zugang zum Gebäude schaffen, Anheben der Palette, Entfernung der Metallstange, Rettung der Verunglückten mittels Leiter aus dem Gebäude und, ganz wichtig, sichern des Gebäudes gegen einen möglichen Einsturz, während sich Sanitäter des DRK Zierenberg um die medizinische Versorgung kümmern und dabei von Feuerwehrsanitätern unterstützt werden.

Dass auch zwei Übungsbeobachter der benachbarten Feuerwehr aus Calden mit dabei sind, hat laut Baumann einen besonderen Grund: „Wir holen gerne externe Fachkräfte dazu, weil die nochmal einen ganz anderen Blick haben und wir so eine mögliche Betriebsblindheit vermeiden können.“ Wichtig seien derartige Übungen, um Abläufe zu festigen, Nachbesserungsbedarf zu erkennen und die Zusammenarbeit zu trainieren, zum einen zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst, zum anderen zwischen den einzelnen Stadtteilfeuerwehren.

Bei der Übung am Mittwochabend funktioniert all das ausgesprochen gut, sodass nicht nur die rund 70 beteiligten Einsatzkräfte beruhigt sein können, sondern auch Wehrführer Fabian Baumann und die zahlreichen Schaulustigen rund um den Neubau in der Damvillers Straße. (Sascha Hoffmann)

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