Leckerbissen für wenig Geld

Zierenberger Hessenpraline setzt sich bei „Too good to go“ - App gegen Lebensmittelverschwendung ein

Christopher Bayer, Konditormeister der „Hessenpraline“, ist bei „Too good to go“ angemeldet und verkauft seine Pralinen und Eis zu einem günstigeren Preis.
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Christopher Bayer, Konditormeister der „Hessenpraline“, ist bei „Too good to go“ angemeldet und verkauft seine Pralinen und Eis zu einem günstigeren Preis.

Jede Sekunde verschwenden wir weltweit rund 51 Tonnen Lebensmitteln. Die Zierenberger Hessenpraline ist bei der App „Too good to go“ aktiv, um dem entgegenzuwirken. Die Handhabung der App ist einfach.

Zierenberg - In Deutschland landen pro Kopf jährlich ungefähr 137 Kilo und damit auch 235 Euro im Müll.

Muss so eine enorme Verschwendung unserer, teilweise knappen, Ressourcen sein? Christopher Bayer, Konditormeister der „Hessenpraline“ in Zierenberg, sagt „Nein!“.

Bayer und sein Team setzen sich mithilfe der App „Too good to go“ aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. Mit der App, die man sich kostenlos im App Store oder bei Google Play herunterladen kann, ist es möglich, überproduzierte Lebensmittel und Speisen von Restaurants, Bäckereien, Supermärkten und Cafés zu einem reduzierten Preis kaufen.

Die Handhabung ist kinderleicht: In der App schaut man, welche Betriebe in der Nähe mitmachen. Anschließend sucht man sich einen der Betriebe aus.

Überraschungsboxen gibt es schon für 2 bis 4 Euro

Für ungefähr zwei bis vier Euro kann man sich eine Überraschungsbox reservieren, in der man je nach Unternehmen fertige Gerichte, Gemüse und Obst oder Kuchen findet.

Man bezahlt dann ganz einfach per Kreditkarte, PayPal, Google- und Apple Pay oder Sofortüberweisung. Bar- oder Kartenzahlung im Geschäft selbst ist aus Sicherheitsgründen allerdings nicht möglich. Anschließend holt man sich seine reservierte Portion im jeweiligen Betrieb ab.

Damit hat man nicht nur eine günstige Mahlzeit bekommen, sondern rettet Lebensmittel, die sonst aufgrund des abgelaufenen Mindesthaltbarkeitsdatums im Müll gelandet wären. Die 2016 gegründete dänische App hat mittlerweile schon 4,3 Millionen Nutzer, über 5000 Betriebe, die mitmachen und damit schon 5,6 Millionen Portionen vor dem Abfall gerettet.

Christopher Bayer ist seit über einem Jahr dabei. Für vier Euro bekommt man montags bis freitags Reste von Pralinen und hausgemachtem Eis im Wert von 12 Euro.

Hessenpraline ist einziger angemeldeter Betrieb im Wolfhager Land

„Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, schmeckt die Schokolade noch drei Monate einwandfrei.“, erklärt der Konditormeister.

Vor zwei Jahren hat er erstmals von „Too good to go“ erfahren. „Meine Schwester hat mich auf die Idee gebracht mich anzumelden.“ Bis allerdings die erste Bestellung über die App kam, dauerte es lange.

„Heute läuft es gut. Im Schnitt retten wir eine Portion pro Tag“, erzählt Bayer. Sein Wunsch ist es, dass mehr Betriebe in der Region mitmachen.

Im Moment ist die „Hessenpraline“ der einzige Betrieb im Wolfhager Land, der bei „Too good to go“ angemeldet ist. „Man tut etwas für die Umwelt und bekommt sogar noch ein bisschen Geld dafür.“, wirbt Christopher Bayer.

Nutzer wünschen sich mehr Anbieter in der Region

Louisa Kanwischer aus Ehlen nutzt die App gerne. „Die Idee ist toll. Schade ist allerdings, dass es im Wolfhager Land so wenig Angebote gibt.“, bedauert sie. Auch Emily Scheutzel aus Kaufungen ist froh, die App entdeckt zu haben. Als Nutzerin spart sie zum einen viel Geld und minimiert zum anderen ihren ökologischen Fußabdruck.

Ein großer Vorteil für sie sei es, dass man bequem von überall bezahlen kann. Außerdem entdecke man so neue Läden oder Restaurants, die man ohne „Too good to go“ nicht besucht hätte.

„Es ist eine Win-win-Situation für Unternehmen, Konsumenten und die Umwelt.“, freut sich die 20-Jährige. Denn wie die meisten nicht wissen: Nicht nur, dass durch Lebensmittelverschwendung Müll entsteht – Wälder werden für den Sojaanbau abgeholzt, Dünger und Pestizide auf den Feldern schädigen den Boden, und die Wasserreserven unserer Erde werden immer knapper.

Außerdem wird Energie vergeudet. Wer etwas gegen die Lebensmittelverschwendung und für unsere Umwelt tun möchte, kann also jetzt mit nur einer App damit beginnen. (Clara Pinto)

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