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Spenden für Nahrungsmittel und Brennholz in Afghanistan

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Von: Monika Wüllner

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Kontakt beim Gemeindefest in Zierenberg: Mitglieder der deutsch-afghanischen Gruppe sammeln Geld zugunsten der hungernden Menschen in Afghanistan. Ali Azimi (Mitte) mit einem Freund bei der Getränkeausgabe in Zierenberg.
Kontakt beim Gemeindefest in Zierenberg: Ali Azimi (Mitte) mit einem Freund bei der Getränkeausgabe in Zierenberg. Schnell kommen sie mit Gemeindefestbesuchern ins Gespräch. © Privat

Die deutsch-afghanische Gruppe der evangelischen Kirche Zierenberg ist eine neue Gruppe, die für Hilfsprojekte in Afghanistan Geld sammelt.

Zierenberg - Afghanistan zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit dem die Taliban im Sommer vor einem Jahr die Macht an sich gerissen und die afghanische Armee zerschlagen haben, herrscht dort Hunger, Unterdrückung und Elend. In Zierenberg wurde von der evangelischen Kirchengemeinde eine deutsch-afghanische Gruppe gegründet. Ziel ist es, für die unter Hunger leidende Bevölkerung in Afghanistan Geld zu sammeln. Initiatorin ist Katja Wiegand, Leiterin des Diakonie-Ausschusses in Zierenberg.

Ihr Kontakt zu dem in Zierenberg wohnenden Afghanen Bijan Ahmadi war ausschlaggebend, er hatte um Unterstützung für die notleidenden Menschen gebeten. Zudem ist Wiegands Glaube die Grundintention für dieses Projekt. Nicht zuletzt kann sie sprachlich helfen. „Die Schicksale der Menschen berühren mich sehr“, sagte Wiegand. Aus erster Quelle weiß sie das auch durch Bijan Ahmadi, der in Afghanistan Medizin studierte, sein Studium abbrechen musste und sich auf die Flucht begab. Gerne würde er sein Studium wieder aufnehmen, doch noch immer fehlt ihm die Anerkennung als Geflüchteter.

Laut UN sind 95 Prozent der Afghanen vom Hunger bedroht. Der letzte Ausweg vieler Menschen ist der Verkauf von Organen. Für 2500 Dollar wird eine Niere an Krankenhäuser im Ausland verkauft. Amnesty International beklagt in seinem aktuellen Bericht über Afghanistan, Mädchenschulen seien geschlossen, Frauen würden aus dem Beruf vertrieben, es gebe mehr Zwangsheiraten. Afghanische Frauen stürben einen „Tod in Zeitlupe“. Es gibt kaum einen Afghanen, der nicht versucht, das Land zu verlassen. Viele gehen, besonders Gebildete wie Ärzte, Anwälte und Ingenieure.

Eine junge Studentin aus Mazar e Sharif schrieb an die Gruppe in Zierenberg: „Die Situation wird hier von Tag zu Tag schlimmer. Jeden Tag verschwinden Mädchen. Ich habe zwei Schwestern. Auch wir mussten eine meiner Schwestern für Brautgeld verkaufen, um die Familie ernähren zu können. Es bricht uns das Herz. Für ein Mädchen erhält man 3000 bis 4000 Afghani (30 bis 40 Euro). Mädchen haben kein Recht mehr auf Bildung. Ich wurde im dritten Jahr meines Literaturstudiums vom Universitätsbesuch ausgeschlossen. Wir leben von Gelegenheitsjobs meines kranken Vaters. Die Taliban regieren das Land, wie sie wollen. Sie fahren durch die Straßen und verbreiten Angst. Es ist ein Segen, dass wir Hilfe von Ihnen bekommen.“

Die Zierenberger Afghanistan-Gruppe ist weiterhin aktiv. „Wir gehen regelmäßig zum Zierenberger und Wolfhager Markt. Die afghanischen Frauen bieten Essen aus der Heimat an und die Zierenberger probieren und spenden“, berichtet Kaja Wiegand. So kamen jetzt 1000 Euro zusammen. Das Geld geht an eine Bäckerei in Kabul sowie eine weitere in Herat. Die Bäcker backen Brot und verteilen es an notleidende Menschen.

Der Kontaktmann der deutsch-afghanischen Gruppe Zierenberg in Herat ist Abdullah. Er besucht die Familien in seinem Stadtviertel und ermittelt, wer besonders bedürftig ist. Er verteilt Briefumschläge mit kleinen Geldsummen, sodass Familien Nahrung und Brennholz kaufen können. Zum Fastenbrechen am Ende des Ramadan stellte Abdullah mithilfe der Spenden kleine Essenspäckchen bereit, die Mehl, Öl, Reis, Tee und Bohnen beinhalteten. Katja Wiegand macht mit ihrer Gruppe weiter. Sie will helfen und hofft, dass viele Menschen sie dabei unterstützen.

Kontakt: Bijan Ahmadi, Telefon: 01573 4554307 und Katja Wiegand, Telefon: 01520 3414479 sowie weitere Informationen auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Zierenberg unter kirche-zierenberg.de (Monika Wüllner)

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