Nach schweren Unfällen 

Zierenberger Stadtverordnete fordern 70er-Zone bei Oelshausen

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Die Einfahrt zum Oelshäuser Gewerbegebiet ist aus Sicht der Zierenberger Stadtverordneten eine Gefahrenzone. Sie fordern Tempo 70. 

In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in Zierenberg gab es nun einen neuen Antrag, der jetzt auch von der vierten Fraktion im Stadtparlament, der SPD, mitgetragen wurde. Die Stadtverordneten forderten weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen entlang der Bundesstraße 251. 

Die kürzlich in der sogenannten Todeskurve installierten Bischofsmützen und aufgebrachten Schraffierungen seien nicht ausreichend. Auf der gesamten Strecke soll nach dem Willen der Stadtverordneten Tempo 70 gelten. Außerdem wollen die Antragsteller ein Überholverbot im einspurigen Bereich erreichen.

Hintergrund seien immer wieder schwere Unfälle mit Todesfolge und Beinaheunfälle. Es wäre zum Beispiel sehr riskant, wenn Lkw vom Gewerbegebiet Oelshausen auf die Bundesstraße 251 abbiegen würden, da dort Tempo 100 ohne Überholverbot gelte.

Die Zierenberger Stadtverordneten wollen in dieser Angelegenheit nicht locker lassen: Schon einmal hatten drei Fraktionen in einem Antrag den Kreis Kassel aufgefordert, den Verkehrsbereich vom Oelshäuser Gewerbegebiet bis zur Autobahnauffahrt der 44 zu entschärfen und Tempo 70 auszuweisen. Dies hatte der Landkreis abgelehnt.

Kreis sieht keinen Anlass

Für eine Temporeduzierung müsse eine nachweisliche Notwendigkeit vorliegen, begründet Landkreis-Pressesprecher Harald Kühlborn die Ablehnung von weiteren verkehrsberuhigenden Maßnahmen.

Ein Tempolimit mache ja nur Sinn, wenn Unfälle tatsächlich auch durch Raserei verursacht worden seien. Dies sei jedoch nicht der Fall, eine Häufung gebe es in diesem Bereich nicht. Außerdem seien die Auf- und Abfahrten am Gewerbegebiet gut einsehbar. Das seien die Erkenntnisse einer Verkehrsschau, so Kühlborn. Eine krasse Fehlentscheidung des Landkreises, meinen die Fraktionen. Da die Aufsichtsbehörde weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen ablehne, soll sich nun ein Mitglied des Ortsbeirates an den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags wenden.

„Wir sind nicht still und warten ab, dass weitere Menschen sterben oder verletzt werden. Es muss jetzt gehandelt werden“, erklärte UFW-Vorsitzende Bärbel Mlasowsky in der Sitzung am Montag, nachdem der Antrag einstimmig abgesegnet wurde.

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