Abo-Fallen im Internet: Ignorieren bringt nichts

München - Fiese Vertragsfallen lauern auf eigentlich harmlosen Internetseiten. Wer unwissentlich in ein solches Abo tappt, sollte sich unbedingt wehren, statt Mahnschreiben zu ignorieren.

Internet-Nutzern, die in einer versteckten Abo-Falle gelandet sind, droht zu allem Überfluss zusätzlicher Ärger: Neben dreisten Abkassier-Briefen dubioser Firmen kann jetzt auch ein negativer Eintrag bei Auskunfteien wie der Schufa dazukommen. Und zwar dann, wenn Angeschriebene nicht reagieren, wie Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen sagt. Die Juristin rät daher eindringlich: Wer unberechtigte Zahlungsaufforderungen von Firmen wie der Mainzer Antassia GmbH oder der Frankfurter Premium Content GmbH am Hals hat, sollte sich schriftlich dagegen wehren – und zwar nachweislich. Gleiches gelte für Post von Inkassobüros sowie Anwälten.

Grund für die Umstände sei die im April beschlossene Novelle zum Bundesdatenschutzgesetz, erklärt Dittrich. Demnach können Firmen säumige Zahler dann an Auskunfteien melden, wenn nach einer zweimaligen Zahlungsaufforderung keine Zahlung einging. Im Folgenden Tipps, wie Abkassier-Versuche ins Leere geleitet werden können.

Die Tricks der Daten-Hacker

Die Tricks der Daten-Hacker
Die Tricks, mit den sich Computerhacker Zugriff auf persönliche Daten verschaffen, werden immer vielfältiger. Waren es früher vor allem Viren und Trojaner, sind es mittlerweile Phishing-Methoden und Exploit-Attacken. Erfahren Sie hier die wichtigsten Tricks der Daten-Hacker und wie Sie sich dagegen schützen können: © mol
Die Tricks der Daten-Hacker
VIREN: Die überwiegende Anzahl der Viren gelangt als Anhang in E-Mails auf den PC. Auch eine Infektion über CD-ROM, USB-Stick oder Datei-Download aus dem Internet ist möglich. Viren können die Funktionsweise von Programmen beeinflussen, seltsame Texte ausgeben oder auch die Festplattte löschen. Viren sind aber auch in der Lage, vertrauliche Daten wie Bankverbindung oder Passwörter an ihre Programmierer weiter zu leiten. © dpa
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WÜRMER: Würmer sind zwar auch Viren, Würmer verbreiten sich aber über Computernetzwerke selbstständig weiter (Viren müssen durch einen Anwender mit den infizierten Dateien kopiert werden). Durch ihre schnelle Verbreitung benötigen Würmer enorme Netzwerk- und Rechenressourcen, wodurch es zum Ausfall von Servern kommen kann. Dies wiederum kann bei Firmen enormen wirtschaftlichen Schaden verursachen. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
TROJANER: Die Bezeichnung bezieht sich auf das Trojanische Pferd. Trojaner funktionieren auf die gleiche Weise: Ein scheinbar nützliches Programm versteckt im Inneren ein schädliches Programm. Dieses späht dann Passwörter und andere vertrauliche Daten aus. Trojaner verstecken sich zum Beispiel in Freeware- oder Shareware-Programmen, die im Internet zum Download angeboten werden. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
BROWSER-ENTFÜHRUNG: Hacker können auch Ihren Browser entführen. Darunter versteht man die Umleitung von Browser-Anfragen auf fremde Internetseiten - statt auf Ihrer Startseite landen Sie zum Beispiel auf einer Werbeseite. Auch Ihre Lesezeichen oder Favoriten können durch die kleinen Schadprogramme geändert oder ergänzt werden. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
PHISHING: Beim „Passwort-Fischen“ versenden Internet-Betrüger E-Mails, die vorgeben, beispielsweise von Banken zu sein. Die Mails fordern den Empfänger auf, die Kundendaten zu aktualisieren. Über einen Link in der E-Mail gelangt man dann auf gefälschte Internet-Seiten der Betrüger. So „fischen“ die Betrüger dann Bankverbindungen und andere Nutzerdaten ab.  © dpa
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PHARMING: Diese Betrugsmethode ist eine Weiterentwicklung des Phishing: Durch Trojaner oder Viren wird der PC so manipuliert, dass der Browser auf manipulierte Seiten umgeleitet wird, obwohl die richtige Internet-Adresse eingegeben wurde. Der Begriff „Pharming“ beruht darauf, dass die Betrüger große Server-Farmen unterhalten, auf denen die gefälschten Webseiten abgelegt sind. © dpa
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EXPLOITS: Mit so genannten Exploits testen Hacker Computersysteme auf Schwachstellen. Häufig sind Angriffe aus dem Internet mittels manipulierter Datenpakete oder spezieller Datenströme auf Schwachstellen in Netzwerksoftware. Diese Lücken nutzen die Hacker aus, um den Computer dann zu manipulieren. © dpa
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SQL-INJECTION: Eine spezielle Art der Exploits sind SQL-Injections. Hacker versuchen dabei, sich über SQL-Statements (die „Sprache“ mit der Datenbanken kommunizieren) über das Login-Feld Zugang zu den Datenbanken zu verschaffen. Mit den gewonnnen Informationen könnnen Hacker dann beispielsweise den Seiteninhalt von fremden Internetseiten ändern und so Viren und Trojaner einschleusen. Aber auch Nutzerdaten gelangen so in die Hände der Hacker. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
DRIVE-BY-DOWNLOAD: Hacker hinterlegen unsichtbaren Schadcode auf einer (eigentlich seriösen) Internetseite. Wird die Seite aufgerufen, wird der Schadcode auf den Rechner geladen - wie der Name beschreibt, quasi im vorrübergehen. Die Hacker nutzen dabei Sicherheitslücken im Browser aus. Das Schadprogramm lädt dann meistens weitere Software nach, die dann persönliche Daten ausspioniert. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
HOAX: Diese Falschmeldungen (engl. Hoax) werden in der Regel in E-Mails verschickt. Ein vermeintlich sachlicher Text soll den Leser dazu ermutigen, auf einen Link in der E-Mail zu klicken. Dann landet der Nutzer beispielsweise auf infizierten Internetseiten. Eine Liste mit aktuellen Hoaxes gibt es bei der TU Berlin. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
WÖRTERBUCH-ATTACKEN: Um sich Zugang zu Sozialen Netzwerken oder anderen Mitglieder-Bereichen zu verschaffen, nutzen Hacker beispielsweise Wörterbuch-Attacken. Dabei werden Seiten mit unzähligen Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern “bombadiert“. Die Passwörter zieht der Hacker dabei aus so genannten Wörterbüchern: Textdateien mit zahllosen Begriffen. © dpa
Die Tricks der Daten-Hacker
So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
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So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
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Die Tricks der Daten-Hacker
So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
Die Tricks der Daten-Hacker
So können Sie sich gegen die Daten-Hacker schützen. © mol
Hier geht‘s zur Fotostrecke: So machen Sie Ihr Passwort sicher © dpa

Auf jeden Fall wehren:

Wer nichts bestellt hat, muss auch nicht zahlen, versichert Tatjana Halm von der bayrischen Verbraucherzentrale. Die meisten Betroffenen werden mit 96 Euro, manchmal auch mit über 160 Euro zur Kasse gebeten. Sie wollten vermeintlich kostenfreie Leistungen im Internet abrufen wie etwa das Open-Office-Programm, Routen-Planer oder Google Earth, landeten aber in einer versteckten Abo-Falle. Auch wenn sich die Angeschriebenen hundertprozentig sicher seien, dass sie niemandem Geld schulden, sollten sie aktiv widersprechen, sagt Dittrich. Und auf keinen Fall zahlen.

Musterbriefe nutzen:

Auch wenn es Mühe macht und Porto anfällt, wichtig ist, dass Betroffene ein Einschreiben schicken und darin ausdrücklich der Zahlungspflicht sowie dem angeblichen Vertragsschluss widersprechen. Musterbriefe gibt es bei allen Verbraucherzentralen oder online unter www.vzhh.de. Wer schreibt, dass er nicht zahlen wird, habe in der Regel nichts zu befürchten, sagt Halm.

So ist die Rechtslage:

Nur wenn sich zwei Parteien einig sind über Preis und Inhalt einer Leistung, kann ein Vertrag zustande kommen. Das ist bei den versteckten Kostenfallen im Internet aber nicht der Fall. Der Preis wird dort nicht klar angezeigt. Unterschieben geht nicht. Das bestätigten bereits mehrere Gerichte, unter anderem das Amtsgericht München (Az.: 161 C 23695/06). Wer Geld will, muss zudem erst einmal beweisen können, dass ein wirksamer Vertrag zustande kam. „Und das kann die Gegenseite in der Regel nicht“, erläutert Halm.

Wenn die Mahnungen nicht enden:

Wurde mindestens einmal nachweislich widersprochen, können neue Ankündigungen von Mahnverfahren, Zwangsvollstreckung, Bankkonten-, Lohn- und Rentenpfändung oder Schufa-Einträgen in der Regel beiseite gelegt werden, erklärt Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Auch dann, wenn darauf in dicken Lettern gleich „Gerichtliches Mahnverfahren“ oder „Gericht und Pfändung stehen bevor“ prangt, wie seit neustem üblich. Unseriöse Firmen geben nach einer Weile auf, weil sie für den nächsten Schritt – den gerichtlichen Mahnbescheid – finanziell in Vorleistung gehen müssten. Wer will, könne aber damit drohen, die Geldforderung juristisch prüfen zu lassen. Die Anwaltskosten dafür müsste die Gegenseite übernehmen. „Das wirkt oft Wunder“, sagt Castello.

Vorsicht, Ratenzahlung:

Wer Vorschläge zum „Abstottern“ der Rechnung bekommt, sollte auf keinen Fall unterschreiben. Ratenvereinbarungen werden häufig frech mit den Mahnschreiben verschickt, um den angeblichen Schuldnern die Zahlung „leichter“ zu machen. Mit einer Unterschrift wird die Forderung anerkannt. Auch unbegründete Rechnungen müssen dann bezahlt werden.

Tipp für Minderjährige:

Sind Kinder oder Teenager in eine Abo-Falle getappt, etwa über www.my-downloads.de, sollten Eltern ebenfalls zurückschreiben und die Zahlung verweigern, obwohl die angeblichen Verträge doppelt unwirksam sind. Minderjährige dürfen Abonnements nur mit Zustimmung der Eltern abschließen. Diese müssen also nicht für ihren Nachwuchs haften. Sie sollten sich auch nicht ins Bockshorn jagen lassen, wenn mit Strafanzeige gedroht wird, weil die Kleinen vielleicht beim Alter geschummelt haben. Das ist nicht verboten. Das Risiko falscher Angaben trägt der Anbieter.

Von Berrit Gräber

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