Ärger mit Abo-Fallen: Tipps für Nutzer von Smartphones

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Für jeden die richte Anwendung: Durch Apps wie auf dem iPhone kann man in eine Abofalle tappen.  

München. Allein im vergangenen Jahr haben sich die Bundesbürger 11,8 Millionen Smartphones zugelegt, häufig zum Jahresende. Jetzt, mit den ersten Mobilfunkrechnungen, haben unzählige Nutzer dicke Extra-Kosten am Hals.

Bis zu 60 Euro sollen sie zusätzlich zahlen, oft mehr, als die eigentlichen Handygebühren. Der ganze Ärger kommt durch Abo-Fallen.

Wo lauert die Gefahr für Smartphone-Besitzer?

Wollen sich Smartphone-Nutzer ein App aufs Handy laden, sollten sie höllisch aufpassen. Die meisten der kleinen Zusatzprogramme sind zwar kostenfrei. Doch die Tücke liegt in den Werbebannern, die zur Finanzierung der Gratis-Offerten gern eingeblendet werden. Wer mit dem Finger versehentlich darauf tippt, sitzt bereits fest. Was folgt, ist ein Abonnement für Klingeltöne, Spiele, Musik-Videos oder Ähnliches, häufig für ein oder zwei Jahre, zu Preisen zwischen 3 und etwa 60 Euro pro Monat.

Wie funktionieren diese Abo-Fallen?

Betroffen sind vor allem die Besitzer von iPhones und Android-Geräten, aber auch von anderen Betriebssystemen. Tippen sie die Werbung bloß an, wird ihre Handynummer registriert - und die dubiosen Geschäftemacher stellen dann über den Mobilfunkanbieter eine offizielle Rechnung für den angeblichen Abo-Vertrag. Die ahnungslosen Handy-Nutzer bekommen das erst mit, wenn in der Monatsabrechnung rätselhafte Kosten unter dem Punkt „Dienste Dritter“ oder „Andere Leistungen“ auftauchen.

Ist dieses Vorgehen denn rechtens?

Durch das bloße Antippen eines Werbebanners komme „niemals ein gültiger Vertrag zustande“, sagt Jutta Gurkmann vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Er werde vielmehr dreist untergeschoben. Normalerweise müssen Anbieter über Preise, Inhalt, Laufzeit, Widerrufs- und Kündigungsmöglichkeiten informieren. Passiert das nicht, ist der Vertrag unwirksam.

Was können Geschädigte tun?

Sie müssen sich selbst kümmern. Ist die Summe für das vermeintliche Abo schon abgebucht, sollten sie sie aber auf keinen Fall einfach wieder zurückbuchen lassen. Das kann dazu führen, dass der eigene Mobilfunkanbieter das ganze Smartphone sperrt. Wichtig sei vielmehr, den Vertragsabschluss in einem Brief an den Mobilfunkprovider zu bestreiten. Dabei kann das bereits abgebuchte Geld zurückverlangt werden.

Ein zweiter Brief muss direkt an die Firma geschickt werden, die das Werbebanner geschaltet hat. Die Adresse steht meist auf der Handy-Rechnung. Das Abo muss zuerst bestritten und dann vorsorglich gekündigt werden.

Wie können Smartphone-Nutzer vorbeugen?

Zum Schutz vor Abo-Fallen !kann man jetzt bei den meisten Telefonanbietern eine sogenannte Drittanbieter-Sperre verhängen lassen. Dafür genügt in der Regel ein simpler Anruf bei der Hotline. (dapd)

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