Alle spielen, einige zahlen: So funktioniert „Free to play"

Erst bezahlen, dann spielen - dieses Modell bekommt in der Computerspielebranche immer größere Konkurrenz. „Free to play“ heißt die Zauberformel, mit der Onlinespiele-Anbieter wie Bigpoint oder Gameforge Millionenumsätze machen.

Die Spiele sind ohne Download oder Installation über den Browser spielbar und zunächst kostenlos. Die Unternehmen verdienen an Premium-Mitgliedschaften oder virtuellen Gütern wie Waffen und Booten. Das Kalkül der Onlinespiele-Macher: Wenn die Nutzer Spaß haben, gönnen sie sich hin und wieder virtuelle Extras. Wie lukrativ das „Free to play“-Geschäftsmodell ist, zeigt die jüngste Übernahme von Bigpoint durch zwei US-Finanzinvestoren. TA Associates und Summit Partners bewerten das Unternehmen dabei mit 600 Millionen Dollar. Im Vergleich zu Branchenriesen wie Electronic Arts oder Ubisoft ist das zwar noch nicht so viel, doch der Trend zeigt nach oben.

Bigpoint bietet nach eigenen Angaben 65 Online-Spiele an, die es mittlerweile in 30 Sprachen gibt. Nutzer können die virtuellen Güter weltweit mit lokalen und damit vertrauten Bezahlmethoden erwerben. „Wer kein Geld ausgeben will, muss es nicht“, erklärt der Leiter der Finanzabteilung bei Bigpoint, Linus Menden. „Wer aber schneller vorankommen will, wer sich virtuelle Währung oder bestimmte Gegenstände nicht mühevoll erspielen möchte, kann jederzeit kleine oder größere Summen investieren.“ Von den rund 190 Millionen bei Bigpoint registrierten Nutzern wollen das immerhin zehn Prozent, wie Pressesprecherin Janine Griffel sagt. Anstatt sich zum Beispiel in dem Piratenspiel „Seafight“ ein neues Segel zu erspielen, können es Zahlungswillige kaufen - und damit Zeit sparen. Die Zahl der Fans wächst stetig, Bigpoint verzeichnet nach eigenen Angaben täglich mehr als 250 000 Neuanmeldungen. 2010 eröffnete Bigpoint seine US-Niederlassung in San Francisco. (dpa)

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