Fake-Rezensionen

Amazon geht gegen gekaufte Produktbewertungen vor

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Laut Gerichtsbeschluss kann Amazon verlangen, dass Drittanbieter auf amazon.de gekaufte Bewertungen kennzeichnen müssen. Foto: Holger Hollemann

Um an weitere Produktinformationen zu gelangen, studieren viele Online-Kunden die Bewertungen anderer Käufer. Doch diese können durchaus gekauft sein. Amazon will nun gegen den Schwindel vorgehen.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Internetplattform Amazon will bezahlte Kundenrezensionen bei seinen Produkten unterbinden. Eine Zweigniederlassung von Amazon EU hat dafür jetzt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) einen Teilerfolg erzielt.

Dem Gerichtsbeschluss zufolge kann Amazon verlangen, dass Drittanbieter auf amazon.de gekaufte Bewertungen kennzeichnen müssen, wenn die Tester dafür Geld oder Produkte erhalten haben. Das Urteil (Az.: 6 W 9/19), über das das OLG informiert, ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Antragsgegner in dem Verfahren war ein Unternehmen, das Fremdanbietern auf amazon.de Kundenrezensionen gegen Geld anbietet. Das Unternehmen vermittelt dafür Tester, die bei Amazon Bewertungen anfertigen und die Produkte dann im Anschluss gegen Zahlung eines kleinen Eigenanteils behalten dürfen.

Das Landgericht Frankfurt hatte einen vorherigen Antrag von Amazon auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zunächst zurückgewiesen. Die Beschwerde dagegen landete dann vor dem OLG - und hatte dort "überwiegend Erfolg", wie Gerichtssprecherin Gundula Fehns-Böer erklärte. Das OLG verbot dem Portal, ""gekaufte" Kundenrezensionen zu veröffentlichen, ohne gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass diese Rezensionen entgeltlich beauftragt wurden". Das Vorgehen der Firma sei unlauter, da der kommerzielle Zweck der Rezensionen für den Durchschnittsverbraucher nicht erkennbar sei.

OLG-Mitteilung

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