Verbraucherrechte

Anbieterwechsel-Ärger: Bundesnetzagentur kann schlichten

+
"Kein Anschluss unter dieser Nummer": Mehrere tausend Menschen haben sich bis Juli diesen Jahres über ihren Anbieterwechsel beschwert. Foto: Marc Müller/dpa

Telefonleitung tot, Internet weg: Bei einem Wechsel des Anbieters kommt es immer wieder zu Komplikationen. Betroffen ist vor allem der Festnetzanschluss. Betroffene sollten sich an die Bundesnetzagentur wenden.

Bonn (dpa/tmn) - Wer seinen Anbieter wechselt, muss unter Umständen einen Tag ohne Internet und Telefon auskommen. So kulant müssen Verbraucher sein. Doch ihre Geduld wird oft überstrapaziert. In dem Fall sollten sie ihre Rechte kennen.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind rund 11 000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingegangen, weil Kunden beim Anbieterwechsel mehr als einen Tag lang ohne Telefon- oder Internetverbindung blieben. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung. Demnach waren es 2016 insgesamt 19 000 Beschwerden, 2015 sogar 30 000.

Das ist für Verbraucher bei einem Anbieterwechsel wichtig:

- Beim Anbieterwechsel darf die Leitung laut Telekommunikationsgesetz maximal 24 Stunden lang unterbrochen sein.

- Gibt es Probleme beim Wechsel zu einem neuen Telefonanbieter, muss der alte Anbieter bis zur erfolgreichen Umschaltung Kunden weiter versorgen. Darauf weist die Bundesnetzagentur (BNetzA) hin. Für seine Dienste darf er dann aber nur noch die Hälfte der vorherigen regelmäßigen monatlichen Kosten einfordern.

- Kosten beim neuen Anbieter entstehen bis zum erfolgreich abgeschlossenen Wechsel nicht. Kunden müssen Grundgebühren und weitere Optionen erst zahlen, wenn sie vom neuen Anbieter versorgt werden.

- Im Streitfall kann die BNetzA als neutrale Schlichtungsstelle vermitteln. Mögliche Fälle sind neben Problemen beim Anbieterwechsel oder der Rufnummernmitnahme auch strittige Telefon- und Handyabrechnungen, nicht eingehaltene vertraglichen Leistungen oder gesperrte Anschlüsse. Ziel ist es, eine gütliche Einigung ohne Gerichtsverfahren herbeizuführen. Weitere Informationen und ein Beschwerdeformular finden sich auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

Informationen zur Verbraucherschlichtung bei der Bundesnetzagentur

Bundesnetzagentur zu Rechten beim Anbieterwechsel

Beschwerdeformular der Bundesnetzagentur

11 000 Beschwerden nach Anbieterwechsel

Beim Wechsel des Telefonanbieters läuft es weiter oft nicht rund. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind rund 11 000 Beschwerden bei der Bundesnetzagentur eingegangen, weil Kunden beim Anbieterwechsel mehr als einen Tag lang ohne Telefon- oder Internetverbindung blieben. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung. Demnach waren es 2016 insgesamt 19 000 Beschwerden, 2015 sogar 30 000.

Beim Anbieterwechsel darf die Leitung laut Telekommunikationsgesetz maximal 24 Stunden lang unterbrochen sein. Die Bundesnetzagentur habe seit 2014 wegen Verstößen gegen vier große Konzerne Bußgelder über insgesamt rund 300 000 Euro verhängt, sagte Sprecher Michael Reifenberg den Funke-Zeitungen. Die Gründe für die Ausfallzeiten seien einerseits Verzögerungen durch die Unternehmen, es würden aber auch Leitungen falsch verkabelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.