Hersteller bietet Hilfe an

Angriff auf Fritzbox: Hacker kapern erneut Geräte für teure Ferngespräche

Berlin. Betrüger haben es offenbar erneut auf die Fritzbox abgesehen. Der Router und die Telefonzentrale wurde laut dem Berliner Herstellers AVM wurde erneut von Hackern angegriffen. Sie suchen offenbar nach Geräten mit einer Sicherheitslücke, die eigentlich seit Februar 2014 gar nicht mehr existieren dürfte.

Betroffen sind Fritzboxen mit Telefonfunktion und aktiviertem Fernzugriff, bei denen ein Sicherheitsupdate vom Februar dieses Jahres noch nicht installiert wurde. Wird die Fritzbox für Voice-over-IP- (VoIP) und Festnetz-Telefonie genutzt und ist für den Fernzugriff freigeschaltet, könnten im Ausnahmefall Telefonbetrüger die Boxen manipulieren und durch Anrufe bei teuren Sonderrufnummern im Ausland hohe Kosten verursachen.

Hintergrund:
So schließen Sie
die Sicherheitslücke

Der Hersteller AVM hat auf seiner Internetseite eine Anleitung zum Schutz vor den Hackerangriffen veröffentlicht. Mit diesem Sicherheitsupdate schützt man sein Geräte so vor allen bekannten Angriffsmustern der Hacker. Die Softwareaktualisierung lässt sich über die Benutzeroberfläche des Routers durchführen – besondere technische Kenntnisse sind nicht erforderlich. (mhs)

AVM empfiehlt Fritzbox-Nutzern dringend, ihre Geräte zu überprüfen, und die Software auf den neuesten Stand zu bringen. Zur Sicherheit kann auch der Fernzugriff deaktiviert werden. Dann seien jedoch Dienste wie MyFritz oder FritzNAS sowie die Benutzeroberfläche des Routers für den Nutzer von unterwegs nicht mehr erreichbar. Für die Nutzung daheim ergeben sich dem Hersteller zufolge aber keine Einschränkungen.

Bereits Anfang des Jahres hatten Hacker gezielt die Geräte privater Nutzer gekapert, um damit über Nacht für mehrere tausend Euro Ferngespräche nach Kuba, Sierra Leone oder Afghanistan zu führen. Möglich machte das ein Fehler im Betriebssystem, der Fremden den vollen Zugriff auf die Geräte erlaubte, sofern an diesen die Fernzugriffsfunktion aktiviert war. Die Betrüger nutzten die Lücke, um sich einen virtuellen Telefonapparat auf dem Gerät einzurichten. Hunderte Nutzer waren betroffen.

Wenige Tage, nachdem die Lücke bekannt geworden war, hatte der Hersteller ein Update für die Fritzbox bereitgestellt. Kunden hatten die Möglichkeit, über die Internetseite von AVM die Sicherheitslücke ihres Gerätes zu schließen. Eine Untersuchung des Internet-Portals Heise.de hatte im April 2014 gezeigt, dass bei etwa 34 Prozent der Geräte, die bei privaten Nutzern stehen, noch kein Sicherheitsupdate vorgenommen worden war. Diese Geräte bieten jetzt abermals ein Ziel für die Betrüger im Netz. (dpa/mhs)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa-tmn

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