Zahlreiche Programme betroffen

Hacker schleusen Schadsoftware in Apples App Store

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Apple-CEO Tim Cook bei der Vorstellung des neuen Betriebssystems IOS 8 im Sommer 2014.

München - Die Nutzer eines iPhones können sich eigentlich auf die Sicherheit der Apps aus dem offiziellen App Store verlassen. Doch nun wurde in China der erste Angriff mit manipulierten Apps bekannt.

Der App-Store des US-Unternehmens Apple ist erstmals Opfer eins größeren Hacker-Angriffs geworden. Apple bestätigte den Vorfall, nachdem Cybersicherheitsfirmen Schadsoftware in etlichen Apps gefunden hatten. Die Angreifer hätten demnach schädliche Software in hunderte Apple-Apps eingebracht, die dann von den Nutzern dann beim Download auf ihre Smartphones und Tablets installiert wird.

Auslöser des Problems sei gewesen, das einige App-Entwickler eine präparierte Version der Apple-Software Xcode zum Schreiben ihrer Anwendungen genutzt hätten, erklärte die IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks, die den Angriff mit aufgedeckt hatte. Nach ihren Erkenntnissen konnten die damit erstellten Apps unter anderem Passwörter abgreifen.

Palo Alto Networks meldete inzwischen, dass die Schadsoftware zwar die Funktionalität der betroffenen Apps einschränke, ein Datendiebstahl aber bislang wohl nicht vorläge.

Insgesamt seien wohl 40 Anwendungen betroffen, darunter auch die Messaging-App WeChat und die Taxi-App Didi Kuaidi. Apple habe die Anwendungen inzwischen aus dem App Store entfernt, sagte eine Firmensprecherin unter anderem dem Technologie-Blog „Recode“ in der Nacht zum Montag. WeChat mit über 500 Millionen Nutzern erklärte inzwischen, dass die neue Version der App wieder sicher sei.

Unklar bleibt, wie die Apps die Kontrollen von Apple passieren konnten. Es ist der erste bekanntgewordene erfolgreiche Angriff auf den App Store. Der Konzern lässt Anwendungen auf seine Geräte grundsätzlich nur aus dem hauseigenen App Store laden. Dank der Kontrollen sollen die Nutzer, die im Apple-System bleiben, sich auf die Sicherheit der Apps verlassen können. Bisher schien das System gut funktioniert zu haben: Schadsoftware war nur für von Nutzern „geknackte“ iPhones bekanntgeworden, die auch Anwendungen aus anderen Quellen laden können. Apple nutzte die Sicherheit auch als Argument im Wettbewerb mit dem meistgenutzten Smartphone-System Android.

fw/dpa

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