Apple als Kunstobjekt - erste i-Ausstellung

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Eine Frau betrachtet in der Ausstellung "Der i-Kosmos. Macht, Mythos und Magie einer Marke" verschiedene Tablet-PCs.

Frankfurt/Main - Apple ist Kult - aber auch Kunst? Mit dem Mythos der Apfel-Elektronik befasst sich in Frankfurt jetzt zum ersten Mal eine Designausstellung: "Der i-Kosmos":

Exponate im Internet zu ersteigern ist für die Kuratoren im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt nicht die Regel. Aber was sollten sie machen? Die weltweit erste Designausstellung zu den Produkten des amerikanischen Elektronikherstellers Apple muss ohne Unterstützung des kalifornischen Konzerns auskommen. Dennoch gelang dem Design-Kurator Professor Volker Fischer eine umfangreiche und ungewöhnliche designhistorische Ausstellung mit dem Titel “Der i-Kosmos. Macht, Mythos und Magie einer Marke“.

Fischer sieht in der Abwehrhaltung von Apple einen “unterentwickelten Sensus für die eigene Geschichte“. Tatsächlich hat Apple-Chef Steve Jobs nach seiner Rückkehr im Jahr 1997 eine Ausstellung auf dem Apple-Campus in Cupertino als Sparmaßnahme schließen lassen. Das kleine Apple-Museum wurde auch nicht wieder eröffnet, als es dem Konzern finanziell wieder besser ging.

Apple-Faszination "iPad"

Apple will mit einem neuartigen Tablet- Computer an den Erfolg des iPhone und der zahlreichen Anwendungen für das Apple-Handy anknüpfen. © AP
“Wir nennen es iPad“, sagte Konzernchef Steve Jobs am Mittwoch bei der Vorstellung des mit Spannung erwarteten Geräts in San Francisco. © AP
Das iPad wird in den USA ab 499 Dollar angeboten. Die teuerste Variante mit UMTS-Modem und 64 Gigabyte Hauptspeicher soll 829 Dollar kosten. © AP
 Die ersten Geräte mit drahtlosem Internet (WiFi) sollen in zwei Monaten verfügbar sein, die UMTS-Variante soll in 90 Tagen auf den Markt kommen. © AP
Für das iPad erweitert Apple seinen Onlineladen iTunes um eine Buchabteilung “iBooks“, in der Titel der Großverlage Penguin, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan sowie Hachette angeboten werden. Apple tritt damit gegen E-Book-Anbieter wie Amazon (“Kindle“) oder Sony an. © AP
Wie das iPhone kann das iPad aus dem iTunes Store von Apple außerdem mit Videos, Musik und kleinen Programmen (“Apps“) bestückt werden. © AP
Für das iPhone sind nach den Worten von Jobs inzwischen über 140 000 Anwendungen verfügbar. Die iPhone-Apps sollen alle auch auf dem iPad laufen. © AP
Das iPad wird wie das iPhone mit Fingergesten auf einem berührungssensitiven Bildschirm gesteuert. Im Gegensatz zu ultraleichten Laptops verfügt der Tafel-Computer nicht über eine Hardware-Tastatur. © AP
Texte werden wie beim Apple-Handy iPhone über virtuelle Tasten auf dem Display eingegeben. © AP
Passend zum iPad wird Apple eine Variante des Office-Pakets “iWork“ auf den Markt bringen, das aus einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie einem Präsentationsprogramm besteht. © AP
Die drei iWorks-Anwendungen werden für jeweils zehn Dollar im iTunes-Store verkauft. Alle iPad-Modelle werden mit einer drahtlosen Internet-Verbindung (WiFi) angeboten, einige Modelle auch mit einem Mobilfunkmodem (UMTS). © AP
Wie beim iPhone werden die UMTS-Modelle des iPad zusammen mit dem Provider AT&T vertrieben. © dpa
Im Gegensatz zum iPhone sperren Apple und AT&T aber andere Provider nicht aus, sondern bieten das Gerät ohne “Netlock“ an. © dpa
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
Ipad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
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Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap

Das Museum für Angewandte Kunst Frankfurt zeigt nun bis zum 8. Mai i-Geräte und vergleichbare Produkte anderer Hersteller. Die rund 300 Exponate reichen vom kuriosen Spartenprodukt bis zur genialen Alltags-Elektronik: Der populäre Tablet-PC iPad ist genauso dabei wie ein waschbares iPod-T-Shirt mit textiler Bedienfläche. Apple sei es gelungen, dass nicht mehr der Nutzen, sondern die Begehrlichkeit die Kaufentscheidung beeinflusse, sagte Fischer. Das Design von iPod, iPhone, iPad und Co sieht er in der Tradition des Bauhausstils.

Neben ihrer Ästhetik ist für Fischer auch die innovative Technologie der Apple-Geräte ein Grund für die ungewöhnliche, markenbezogene Ausstellung: “Andere Hersteller sind gezwungen, sich an diesen Produkten zu orientieren. Der Grad der Neuerung ist so groß.“ Deshalb war es ihm wichtig, auch gerade die Nachahmer-Stücke anderer Firmen zu zeigen, “die aber alle ästhetisch den Apple-Produkten nicht das Wasser reichen können“.

Auch die Konkurrenz-Firmen waren oft nicht bereit, Exponate zur Verfügung zu stellen - offizielle Begründung: Sie benötigen jedes Gerät für den Verkauf. Tatsächlich, vermutet Fischer, scheuten sie aber nur den direkten Vergleich zum hübscheren Original in der Vitrine nebenan. “

Applemania“ nennt Fischer den ungewöhnlichen Hype um die Apfel-Marke. Deshalb hängen auch im Entree des Apple-Ausstellungsbereichs zwei großformatige Fotos: Das rechte zeigt hysterische Beatles-Fans, die 1965 eine Kette mit Polizisten durchbrechen - Beatlemania. Das linke zeigt eine ähnlich hysterische Szene, die allerdings auf das Konto von Apple geht. Zu sehen sind Käufer des neuen iPads, die jubelnd ein Frankfurter Elektronikgeschäft verlassen - den brandneuen Tablet-PC fest im Griff - Applemania.

dpa

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