Apple macht es spannend bis zum Schluss: Rätsel um neues iPhone - Heute Enthüllung

New York/Berlin. Apple stellt am Dienstagabend sein neues iPhone vor - doch diesmal geht es nicht nur um ein neues Smartphone. Mit dem Online-Dienst iCloud will Apple den Umgang mit Daten massiv erleichtern. Zudem ist die Rede von einem hochintelligenten „persönlichen Assistenten“.

Das lange Warten für Apple-Fans ist vorbei: Am Dienstag wird ein neues iPhone vorgestellt. Die Erwartungen sind groß. Rund 15 Monate - länger als sonst - hat der US-Konzern diesmal gebraucht, um sein nächstes Handy-Modell und das neue Betriebssystem iOS5 fertigzustellen. Apple-Chef Tim Cook wird die Neuheiten auf dem Apple-Campus in Cupertino (19 Uhr MESZ) verkünden.

Vor allem bei der Software wird es spannend: Der Online-Speicherdienst iCloud soll das lästige Synchronisieren von Daten vereinfachen. Macht man zum Beispiel ein Foto mit einem iPhone, kann es damit direkt auch auf dem Computer des Nutzers und dem iPad auftauchen. Spekuliert wird auch über einen „persönlichen Assistenten“ im Handy. Für den neuen Apple-Chef Tim Cook ist es die erste Feuerprobe, seit er die Zügel vom erkrankten Gründer Steve Jobs übernommen hat.

Über das neue iPhone selbst weiß man bisher nicht viel. Nach vielen Medienberichten ist relativ unstrittig, dass es etwas dünner wird, eine verbesserte Kamera bekommt und einen schnelleren Chip. Obwohl in diesem Sommer schon wieder ein Apple-Mitarbeiter einen geheimen iPhone-Prototypen in einer Bar verloren haben soll, gelang es dem Konzern diesmal, Kunden und Medien bis zum Schluss rätseln zu lassen.

Die Gerüchteküche läuft unterdessen heiß. So war in den vergangenen Monaten zu lesen von einem brandneuen Design mit größerem Bildschirm und einer neuen Gehäuse-Form. In anderen Berichten hieß es hingegen, das Aussehen bleibe weitgehend gleich. Möglicherweise wird es erstmals auch zwei Telefone geben, ein hochgerüstetes iPhone 5 und ein einfacheres iPhone 4S.

Apple hatte sich bisher strikt geweigert, mit einem „Billig-iPhone“ um Marktanteile zu kämpfen. Mit dieser Einstellung wurde Apple bei Smartphones nicht nur zum größten Hersteller, sondern auch zum profitabelsten: Nach Berechnungen einiger Experten landet mehr als die Hälfte der Branchengewinne bei dem iPhone-Konzern. Und ein Analyst schätzte vor kurzem, dass Apple im kommenden Jahr mehr als 100 Millionen iPhones verkaufen könnte.

Der Text auf der Apple-Einladung „Let''s talk iPhone“ - „lasst uns über das iPhone reden“ - fachte zudem Spekulationen an, Apple könnte eine verbesserte Spracherkennung starten. Dass der Online-Kurznachrichtendienst Twitter tief in das neue Betriebssystem iOS5 eingebunden wird, ist bereits bekannt. Hartnäckig halten sich aber auch Gerüchte, Apple und Facebook hätten ihre Differenzen beigelegt und das weltgrößte Online-Netzwerk könnte seine iPad-App starten und in iOS5 einen Direktzugang bekommen.

Apple ist mit seinem Online-Shop iTunes Store auch der weltgrößte Musikverkäufer, bekommt inzwischen aber immer mehr Konkurrenz durch neue Online-Dienste, die Songs ohne herunterladen direkt aus dem Netz abspielen. Apple startet jetzt den Musikdienst iTunes Match, mit dem man seine Songs auch online abrufen kann.

Im Gegensatz zu Konkurrenzangeboten etwa von Google und Amazon wird man die Musik bei iTunes Match nicht erst stunden- oder tagelang hochladen müssen. Stattdessen erkennt die Software, ob es die Songs auch im iTunes-Angebot gibt und greift einfach auf die Apple-Kopien zurück. Allerdings brauchte Apple dafür neue Lizenzen von der Musikindustrie. Für die USA sind sie bereits in trockenen Tüchern, nach Informationen des Onlinedienstes „CNET“ verhandelt Apple unter Hochdruck auch für Europa und könnte das Angebot vielleicht schon am Dienstag für Deutschland ankündigen. Der Wechsel in die Cloud-Ära könnte laut einigen Berichten am Dienstag auch das Ende des seit zehn Jahren weitgehend unverändert angebotenen Original-iPods bringen.

In den USA setzt der drittgrößte Mobilfunk-Betreiber Sprint nach Informationen des „Wall Street Journal“ sogar alles auf die iPhone-Karte. Sprint habe sich verpflichtet, Apple in den kommenden vier Jahren mindestens 30,5 Millionen iPhones abzukaufen, berichtete die Zeitung am Dienstagabend. Das macht zu heutigen Preisen eine heftige Rechnung von 20 Milliarden Dollar. Sprint gehe allein schon deshalb davon aus, mit dem Deal bis 2014 kein Geld zu verdienen. Aber Sprint war demnach zu vielem bereit, um das Apple-Telefon zu bekommen: „Das Fehlen des iPhone ist der wichtigste Grund, warum Kunden uns verlassen“, hatte Konzernchef Dan Hesse jüngst gesagt. Das Blog „Boy Genius Report“ preschte sogar mit dem Gerücht vor, Sprint werde das neue iPhone zunächst exklusiv in den USA anbieten dürfen. (dpa)

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