Datenhungrig

Apple nimmt Sicherheits-App von Facebook aus dem Store

+
Onavo Protect ist eine Sicherheitsapp von Facebook. Als sogenannte VPN-App stellt sie eine sicherere Online-Verbindung her. Foto: Dominic Lipinski

Eine Sicherheitsapp von Facebook ist jetzt nicht mehr im App Store von Apple erhältlich, weil sie Daten zur Nutzung anderer Anwendungen erhebt.

Cupertino (dpa) - Facebooks Sicherheitsapp Onavo Protect, die nebenbei Informationen über die Nutzung anderer Anwendungen sammelte, ist aus Apples App Store für iPhone und iPad geflogen. Dem "Wall Street Journal" zufolge zog Facebook die Anwendung auf Druck von Apple zurück.

Der iPhone-Konzern schreibt vor, dass App-Entwickler keine Informationen über die Nutzung anderer Anwendungen auf den Geräten sammeln und erhobene Daten nur für den Funktionszweck der App verwendet werden.

Onavo ist eine sogenannte VPN-App, die eine sicherere Online-Verbindung herstellt. Das Online-Netzwerk erklärte, die Daten über die Nutzung anderer Apps würden nicht für die Entwicklung von Facebook-Produkten verwendet. Aber man bekomme damit einen Eindruck davon, welche Apps insgesamt populär seien und wie die Leute sie nutzten.

Apple verwies in einer Stellungnahme auf die neuen Regeln für Entwickler: "Mit der letzten Aktualisierung unserer Richtlinien haben wir ausdrücklich klargestellt, dass Apps keine Informationen zu Analyse- oder Werbezwecken darüber sammeln dürfen, welche anderen Apps auf dem Gerät eines Nutzers installiert sind und dass sie deutlich machen müssen, welche Nutzerdaten gesammelt und wie diese verwendet werden."

Auf Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android solle Onavo weiterhin verfügbar bleiben, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Facebook hatte die israelische Entwicklerfirma hinter Onavo bereits 2013 gekauft und die App unter anderem zur Konkurrenz-Beobachtung eingesetzt.

Apple und Facebook waren im Nachgang des Datenskandals im Cambridge Analytica in den vergangenen Monaten bereits mehrfach aneinandergeraten. Der iPhone-Konzern erschwert Facebook künftig das Datensammeln über die "Like"- und "Teilen"-Buttons im Webbrowser Safari. Firmenchef Tim Cook kritisierte auch generell den Datenhunger von Facebook - während Apple nicht auf das Ausschlachten von Nutzerdaten angewiesen sei. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bezeichnete die Äußerungen als "extrem aalglatt".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.