IFA beginnt: Sprungbrett für neue Tablet-PCs

Im Interesse der IFA-Besucher dürfte der neue Samsung Galaxy Tab-Computer stehen: Der Galaxy Tab 10.1 misst 246 mal 170 Millimeter. Im Bild ist noch der Vorgänger zu sehen. Foto: dpa

Die iPad-Herausforderer haben es nicht leicht. Gerade haben sie ihre mobilen Flachcomputer auf den Markt gebracht, da eilt ihnen Apple mit dem iPad 2 schon wieder davon. Nun soll die IFA in Berlin demonstrieren, dass es Alternativen gibt.

Immerhin haben Tablet-Computer mit dem Google-Betriebssystem Android dem Marktführer Apple in einem Jahr einen Marktanteil von 20 Prozent abgenommen, wie eine Erhebung des Marktforschers ABIresearch ergab. Allerdings sei es keinem einzelnen Hersteller gelungen, zum Herausforderer für das iPad aufzusteigen - seit dem Start wurde es über 29 Millionen Mal verkauft. „Keiner kann sich aus der Meute abheben, um Apple ernsthaft zu bedrohen“, erklärte ABIresearch-Experte Jeff Orr. Die Neuigkeiten unter dem Berliner Funkturm:

Samsung: Der Konzern machte zuletzt Schlagzeilen, weil Apple mit einer einstweiligen Verfügung den Vertrieb des Tablet-Computers Galaxy Tab 10.1 in Deutschland gestoppt hat. Apple wirft Samsung vor, mit dem im August eingeführten Galaxy Tab 10.1 sein iPad zu kopieren und Schutzrechte zu verletzen. Dabei geht es um Geschmacksmuster, also Design und Gestaltung des Tablet-Computers - und nicht zuletzt um Millimeter (mm): Das iPad 2 misst 241 mal 186 mm, beim Galaxy Tab 10.1 sind es 246 mal 170 Millimeter.

Motorola & Galaxy: Zusammen mit dem Motorola Xoom hat das Galaxy Tab noch eine vergleichsweise gute Resonanz unter den iPad-Herausforderern gefunden. Die erste Version wurde auf der IFA 2010 vorgestellt - dieses Gerät unterschied sich mit seiner Bildschirmgröße von sieben Zoll deutlich von dem größeren iPad (9,7 Zoll). Das Xoom von Motorola nutzt Android.

Der 10,1 Zoll große Bildschirm zeigt Fotos an, die mit der integrierten Fünf-Megapixel-Kamera aufgenommen werden. Das Galaxy Tab 10.1 bietet eine Auflösung von 3,2 Megapixel, bei dem im März eingeführten iPad2 sind es 0,7 Megapixel. Zwar spielt das Fotografieren eine weit geringere Rolle als beim Smartphone - die Tablet-Kamera ist nützlich für Videokonferenzen oder Aufnahmen von Dokumenten.

Sony: Das japanische Unternehmen zeigt seine ersten Tablet-Computer, die kurz vor der Verkaufseinführung stehen: Eines der beiden Android-Modelle hat einen 9,4 Zoll großen Bildschirm und ist vor allem für das Lesen von Internet-Inhalten und digitalen Büchern gedacht. Das kleinere Gerät bietet aufgeklappt zwei Bildschirme von je 5,5 Zoll - und es bietet sich auch als Plattform für die mobile Kommunikation und Spiele an. Die Namen der Geräte sollen auf der IFA vorgestellt werden.

HTC: Ob HTC einen Nachfolger für seinen Tablet-Computer Flyer vorstellen wird, ist nicht bekannt. Der taiwanesische Hersteller nannte noch keine Details. Im Gespräch ist ein 10-Zoll-Tablet.

Hewlett-Packard: Erst im Juli ist das TouchPad des PC-Marktführers Hewlett-Packard gestartet - und schon wieder eingestampft. Das Gerät mit dem Betriebssystem webOS hat die Verkaufserwartungen nicht erfüllt. Das lag auch an der überschaubaren Zahl von Anwendungen für webOS.

Dass die Nachfrage nach Tablet-PCs auch eine Sache des Preises ist, zeigte die Reaktion auf den Schlussverkauf: Für 100 statt 479 Euro war das Gerät schnell ausverkauft. (dpa)

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