Besser als Klicks: 10.000 Flies sind die Charts für Facebook und Co.

Internet-Hitparade: Die News-Charts 10 000 Flies zeigen, welche Artikel am meisten in sozialen Netzwerken weiterempfohlen und kommentiert wurden – hier die Top Drei aus dem Januar.  Screenshot: nh

Die Meinungslawine begann vorigen Dienstag. Da veröffentlichte das Online-Magazin „The European“ einen Text von Birgit Kelle zur Sexismus-Debatte.

Die Journalistin schrieb, dass die Diskussion „uns vielleicht erspart geblieben wäre, wenn an diesem ominösen Abend an der Bar nicht Rainer Brüderle, sondern George Clooney gestanden hätte, um seine Tanzkarte an Frau Himmelreich weiterzureichen“.

Jens Schröder

Es ging darum, ob nicht nur alte Männer wie der FDP-Politiker sich falsch verhalten, sondern auch junge Frauen wie die „Stern“-Journalistin. Kelles Thesen wurden sogleich heftig diskutiert. Laut Jens Schröder ist der Artikel mit der Überschrift „Dann mach doch die Bluse zu!“ der meistbeachtete Internet-Text zur Sexismus-Debatte. Mit der Agentur active value hat der Düsseldorfer Blogger die Seite 10.000 Flies ins Leben gerufen. Die Social-Media-News-Charts zeigen, welche Beiträge nicht nur geklickt, sondern auch gelesen werden.

Dazu wertet eine Software aus, welche Seiten bei Facebook, Twitter und Google+ am häufigsten geteilt werden. Bis Sonntag hatte Kelles Text 104.000 Likes, Shares und Kommentare. „Ein unfassbarer Wert“, findet Schröder. 2012 schafften nur zwei deutschsprachige Texte so viele Flies, wie die Macher die neue Währung nennen.

Mit dem Aggregator will Schröder zeigen, auf „welchem Beitrag die meisten Fliegen landen“. Anders als bei Klickzahlen soll 10.000 Flies ein Gradmesser für Qualität sein. Geklickt wird oft auch Müll. Damit ein User einen Artikel weiterempfiehlt, muss er darin „eine gewisse Qualität oder einen hohen Nachrichtenwert erkennen“, glaubt Schröder, der unter Popkulturjunkie.de bloggt und schon die deutschen Blogcharts ermittelte.

250.000 deutschsprachige Beiträge aus 4000 Quellen wertet das Angebot pro Monat aus - darunter auch Seiten von Parteien und Fußballvereinen. Anders als ähnliche Angebote wie Rivva soll 10.000 Flies ein Archiv sein. Man kann sich die Listen nach Zeiträumen anzeigen lassen. 10.000 ist eine Schallmauer. Im Schnitt erreichen im Monat nicht mehr als zehn Beiträge diesen Wert. „Wer das geschafft hat“, heißt es, „hat es mit seinem Artikel geschafft bei Facebook. Twitter & Co.“ Insofern hat Birgit Kelle Web-Geschichte geschrieben. www.10000flies.de

Der Artikel von Birgit Kelle in "The European gibt es hier.

Von Matthias Lohr

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