BlackBerry: Mit neuem Betriebssystem aus der Krise

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Das neue Blackberry Modell deutet an, wohin die Zukunft führt: Mit Touchscreen und neuem Betriebssystem will das Unternehmen die Konkurrenz einholen.

Die Hersteller des BlackBerrys spüren den Konkurrenzdruck auf dem Markt der Smartphones: Die Umsätze gehen zurück. Jetzt setzt das Unternehmen auf ein neues Betriebssystem und innovatives Design, um sich an die Spitze der Handyanbieter zurückzukämpfen.

Einstiger Marktführer

Das Unternehmen Research in Motion, kurz RIM, war mit seinen BlackBerry-Telefonen lange Zeit ein übermächtiger Vertreter im Smartphone-Markt. Der Durchbruch gelang dem kanadischen Unternehmen durch Push-Mail-Dienste. Diese ermöglichen, dass E-Mails in Echtzeit auf das Handy geschoben und automatisch mit anderen Accounts zum Beispiel auf dem Desktop-Computer synchronisiert werden. Das System gilt als besonders sicher gegen Hacker-Attacken von außen und ist deshalb vor allem bei Firmenkunden und Behörden beliebt.

Raus aus der Krise

Durch Apples I-Phone und andere Smartphones mit dem Android-Betriebssystem von Google gerät das kanadische Unternehmen zunehmend unter Druck. RIM musste 2011 in einem boomenden Markt erstmals einen Verkaufsrückgang hinnehmen. Im Oktober brach zum denkbar ungünstigsten Zeitraum auch noch das System zusammen und sorgte für den bisherigen Tiefpunkt der Firmengeschichte.

Tagelang standen diverse BlackBerry-Services nicht zur Verfügung. Viele Nutzer konnten weder E-Mails empfangen noch senden, der Kurznachrichtendienst Blackberry Messenger war gestört und das Internet so langsam, das man es nicht nutzen konnte.

Die Ursachen sind inzwischen bekannt, die Probleme behoben und die Gemüter der betroffenen Nutzer weitestgehend beruhigt. Jetzt will RIM seine Marktführer-Position zurückerobern und setzt auf ein neues Betriebssystem.

Neues Betriebssystem BBX

Die neue Software-Plattform mit dem Namen BBX soll die Vorzüge der BlackBerrys-Plattform mit der bereits auf dem Playbook-Tablet laufenden QNX-Software vereinen. QNX ist ein technologisch ausgereiftes Echtzeitbetriebssystem, das sich über viele Jahre erfolgreich bewährt hat und nun auch den Blackberry revolutionieren soll.

Der Aufbau unterscheidet sich grundlegend von anderen Desktop-Plattformen wie Windows oder Linux. QNX legt den Fokus nicht auf einen möglichst hohen Datendurchsatz, sondern setzt auf Sicherheit. Es ist so stabil, dass es sogar für die Steuerung von Geldautomaten eingesetzt wird, bei der sich ein Rechner keinen einzigen Absturz erlauben darf. Ein Programm kann nur in einem eigenen Speicherbereich auf Daten zugreifen, andere Anwendungen sind streng abgeschottet.

QNX bietet nicht nur höchste Sicherheit, sondern erfüllt gleichermaßen die Anforderungen moderner Comsumer-Geräte wie eine schnelle Bedienung, Mobilität und Multimedia-Fähigkeit. Das neue Betriebssystem sorgt für eine verbesserte Grafik und legt das Augenmerk nicht mehr nur auf Business-Anwendungen, sondern auch auf Spiele.

Apps

Um die BlackBerry-Smartphones für Kunden noch attraktiver zu machen, möchte das Unternehmen mithilfe des neuen Betriebssystems auch Android-Apps auf den Handys lauffähig machen. Im Vergleich zum iPhone oder den Android-Handys gibt es bisher für BlackBerrys relativ wenige dieser Mini-Programme. Die BlackBerry App World bietet nur knapp 50.000 Apps, während Apples App Store mit etwa einer halben Million Anwendungen und der Android Market mit 250.000 Apps aufwarten können. Eine Integration von bestehenden Android-Apps könnte den Hersteller schnell nach oben katapultieren.

High-End mit innovativem Design

Lange hat der Konzern darauf vertraut, dass Geschäftsleute lange Mails auf einer computerähnlichen Tastatur schreiben wollen. Jetzt hat sich RIM von dem einstigen Markenzeichen, der Volltastatur, gelöst und mit dem neuem BlackBerry Curve 9380 das erste Modell auf den Markt gebracht, das ausschließlich auf einen Touchscreen setzt.

Wie der Blog The Verge berichtet, soll auch das erste Smartphone mit dem neuen mobilen Betriebssystem BBX ein Touchscreen-Handy mit futuristischem Design sein. Das Gerät soll unter dem Codenamen "London" entwickelt werden.

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