Brief an den Internet-Erfinder Tim Berners-Lee

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Tim Berners-Lee

Vor 25 Jahren schaltete der Physiker Tim Berners-Lee die erste Internetseite im World Wide Web frei. Jens Nähler schreibt einen Brief an den Internet-Erfinder.

Lieber Tim Berners-Lee, 

Sie gelten als Vater des Internets. Mit Ihrer Hypertext-Idee, die zu dem führte, was heutzutage aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist, wollten Sie nur den Austausch von Informationen vereinfachen. Bestimmt ahnten Sie nicht, was sich daraus entwickeln würde.

Das World Wide Web, das WWW, ist längst den Kinderschuhen entwachsen. Aus den drei Ws wurde Web 2.0 mit Wissens-Wikis und sozialen Netzwerken wie Facebook, die eine digitale Zweitwelt erschaffen. Das mobile Internet verändert das Surfverhalten und heute ist sogar vom Internet der Dinge die Rede, in dem nicht mehr nur Menschen aktive Teilnehmer sind, sondern eben auch „intelligente“ Gegenstände, die uns bei unseren Tätigkeiten unmerklich unterstützen sollen.

Manche glauben, Sie haben ein Monster geschaffen. Für mich ist Ihre Erfindung ein Geschenk. Das zerbrechlich ist und sorgfältig behütet werden muss: vor der Kontrolle datenhungriger Unternehmen und diktatorischer Regierungen. Vor Monopolen, vor Spionage jeglicher Art. Spätestens Edward Snowden hat aufgezeigt, dass das Web schon längst nicht mehr der offene, grenzenlose Raum ist, den Sie sich gewünscht haben.

Vor allem aber ist das Internet leider noch immer ein Geschenk, das nicht jedem gegeben ist: Während ich fast von Beginn an dabei war, haben heute, 25 Jahre später, noch immer Milliarden Menschen keinen Zugriff darauf. Dabei ist gerade für diese Menschen Ihre großartige Idee hinter dem Internet überlebenswichtig und aktueller denn je: Der einfache Austausch von Information und Wissen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Jens Nähler

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