Tablet-Killer in spe?

Das bringen Foldables

Das Royole Flexpai hat den Bogen raus. Foto: Andrea Warnecke
1 von 9
Das Royole Flexpai hat den Bogen raus. Foto: Andrea Warnecke
Huawei-Chef Richard Yu präsentierte das Mate X auf dem MWC in Barcelona. Foto: Andrea Warnecke
2 von 9
Huawei-Chef Richard Yu präsentierte das Mate X auf dem MWC in Barcelona. Foto: Andrea Warnecke
Huawei-Chef Richard Yu zeigt die Rückseite des Mate X. Das Display liegt komplett auf der Innenseite und ist so im zusammengefalteten Zustand geschützt. Foto: Andrea Warnecke
3 von 9
Huawei-Chef Richard Yu zeigt die Rückseite des Mate X. Das Display liegt komplett auf der Innenseite und ist so im zusammengefalteten Zustand geschützt. Foto: Andrea Warnecke
Das kleine Außendisplay des Samsung Galaxy Fold wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Foto: Till Simon Nagel
4 von 9
Das kleine Außendisplay des Samsung Galaxy Fold wirkt etwas aus der Zeit gefallen. Foto: Till Simon Nagel
Sucherbild der Superlative: Foldables wie das Samsung Galaxys Fold bieten zahllose Möglichkeiten. Foto: Till Simon Nagel
5 von 9
Sucherbild der Superlative: Foldables wie das Samsung Galaxys Fold bieten zahllose Möglichkeiten. Foto: Till Simon Nagel
Beim zusammengeklappten Royole Flexpai bleibt ein sichtbarer Spalt. Foto: Andrea Warnecke
6 von 9
Beim zusammengeklappten Royole Flexpai bleibt ein sichtbarer Spalt. Foto: Andrea Warnecke
Aus Smartphone- mach Tabletformat: Das Flexpai-Foldable von Royole. Foto: Andrea Warnecke
7 von 9
Aus Smartphone- mach Tabletformat: Das Flexpai-Foldable von Royole. Foto: Andrea Warnecke
Objekt der Begierde: das Huawei Mate X auf- und zusammengeklappt. Foto: Andrea Warnecke
8 von 9
Objekt der Begierde: das Huawei Mate X auf- und zusammengeklappt. Foto: Andrea Warnecke
Das aufgeklappte Samsung Galaxy Fold bietet viel Fläche - etwa für eine übersichtliche Darstellung von Karten. Foto: Till Simon Nagel
9 von 9
Das aufgeklappte Samsung Galaxy Fold bietet viel Fläche - etwa für eine übersichtliche Darstellung von Karten. Foto: Till Simon Nagel

Faltbare Bildschirme sollen die Smartphone-Welt aufmischen: Für manche Anwendungen ist ein großes Display perfekt, und in der Tasche bleibt das Telefon angenehm klein. Anfang 2019 wurden die ersten Seriengeräte vorgestellt, doch es ist ein Start mit Hindernissen.

Berlin (dpa/tmn) – Faltbare Smartphones sind die Mobilfunk-Innovation des Jahres schlechthin. Möglich machen solche Geräte flexible Bildschirme, die aufgeklappt wie Tablets aussehen, aber zusammengeklappt kleiner sind als die heute üblichen Displays.

Huawei Mate X und Samsung Galaxy Fold sollen die Erstlinge der neuen Foldable-Ära bei den Marktführern heißen - und teils mehr als 2000 Euro kosten. Der Hersteller Royole hatte zwar schon deutlich früher ein faltbares Smartphone auf den Markt gebracht, das hatte entlang der Faltkante aber noch einen recht großen Buckel. Doch können es die Branchengrößen besser, und was bringen Foldables?

Trotz jahrelanger Entwicklungsarbeit gestaltet sich der Schritt von Prototypen zur Serienproduktion offenbar schwierig: Samsung wollte sein Fold zunächst bereits im April 2019 auf den Markt bringen, verschob den Marktstart aber, nachdem es bei Testern zu Displayschäden rund um das Scharnier für den Klappmechanismus gekommen war. Und auch Huawei blies den ursprünglich avisierten Starttermin Juli 2019 ab.

Nach innen oder nach außen klappen

Die Konzepte der Hersteller unterscheiden sich deutlich: Beim Samsung Fold klappt der große Bildschirm (7,3 Zoll) nach innen, und es besitzt ein weiteres Display an der Außenseite. Nachteil: Zwischen den zusammengeklappten Hälften bleibt ein Spalt. Das Huawei Mate X klappt dagegen nach außen. Daran ist wiederum nachteilig, dass der komplette Bildschirm ungeschützt außen liegt.

Christian Just von der "Computerbild" bringt die Schwachstellen der Foldables auf den Punkt: "Die Hersteller müssen die Scharniere und die empfindliche Folie über dem OLED-Display widerstandsfähig machen gegen Dreck und Fremdkörper. Sonst ist der Frust schnell groß."

Aber auch abseits der Hardware sind die Herausforderungen groß. "Die Software muss perfekt auf beide Zustände, aufgeklappt und geschlossen, ausgerichtet werden", sagt Just. Da sei Luft nach oben. Immerhin soll die im Herbst kommende Android-Version 10 eine native Unterstützung für Foldables mitbringen - etwa den nahtlosen Übergang einer Anwendung von einem kleinen auf ein großes Display (Screen Continuity). Beispiel: Auf dem kleinen Außendisplay läuft ein Video im Vollbild. Wird das Foldable nun aufgeklappt, läuft die Wiedergabe direkt auf dem größeren Display weiter - in der richtigen Auflösung.

Nahtlos und widerstandsfähig soll es sein

William Tian, Deutschland-Chef der Consumer-Sparte von Huawei, schildert die Hürden bei der Entwicklung: "Die größte Herausforderung bestand darin, eine Lösung zu finden, mit der sich das Gerät nahtlos aus dem geklappten Zustand zu einer perfekten glatten Oberfläche entfalten lässt – und dies dauerhaft und ohne Beschädigung." Auch die Oberfläche des Android-Betriebssystems habe für die wechselnden Größen angepasst werden müssen, erklärt Tian. Für ihn liege die Marktlücke für Foldables in der Verbindung aus dünnem Smartphone für unterwegs und Tablet-PC für produktive Tätigkeiten und Unterhaltung.

Trotz aller Startschwierigkeiten sieht Just gute Chancen für Foldables: "Vieles beginnt ja auf dem Smartphone, aber der Bildschirm ist dann zu klein, um Dokumente genau zu lesen, Fotos oder Landkarten intensiv zu betrachten oder auch Internetvideos länger zu schauen".

Die ersten verfügbaren Geräte am Markt seien natürlich noch viel zu teuer, doch die nächsten drei Jahre würden zeigen, wie sich das Konzept bewährt und wie Foldabels im täglichen Betrieb nach tausenden Klappvorgängen aussähen, so Just. In jedem Fall seien die faltbaren Smartphones eine Innovation, auf die die Branche Jahre gewartet hatte: "Immer wieder wurden flexible Displays angekündigt, aber jetzt endlich sind Hard- und Software so weit, das umzusetzen."

Nischenprodukt oder Trend?

Neben Samsung, Huawei und Royole arbeiten viele weitere Hersteller wie Lenovo, Oppo oder Xiaomi an faltbaren Geräten. Marktforschern zufolge dürften sie in den nächsten fünf Jahren noch ein Nischenprodukt bleiben. Die Analysten von Gartner etwa sagen für 2023 gerade mal 30 Millionen verkaufte Foldables weltweit voraus – was wenig im Vergleich zu erwarteten Verkäufen von rund zwei Milliarden Smartphones wäre.

Christian Just glaubt, dass die Foldables ihren Weg machen werden: "Als Erstes ist man beeindruckt, wenn sich der Bildschirm nur durch Aufklappen gefühlt fast verdoppelt. Die Chancen der Technik sind enorm, aber die Preise müssen sinken, und es braucht gute Ideen." Den Kauf der ersten verfügbaren Geräte könne er noch nicht empfehlen, da die Kombination aus klassischem Smartphone und Tablet günstiger sei. Wenn sich das ändere, dürften Tablets aber überflüssig werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Fotostrecken des Ressorts

Vom Triple-A-Titel bis zur Indie-Perle: Das sind die Spiele des Jahres 2019
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, da lohnt sich ein Blick auf das Spielejahr 2019 – und dies bot für Fans aller Genres …
Vom Triple-A-Titel bis zur Indie-Perle: Das sind die Spiele des Jahres 2019

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.