Macher entschuldigen sich

Voller Zugriff aufs Konto: Daten-Fiasko bei "Pokémon Go"

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Wer "Pokémon Go" auf sein Smartphone lädt, gibt die Grund-Informationen seines Google-Profils preis.

San Francisco - Kalte Dusche mitten im Monster-Hype um "Pokémon Go": Ein IT-Experte hat mit einer Warnung vor dem Datenhunger des Handy-Spiels für Aufsehen gesorgt. 

Millionen Menschen sind im Pokémon-Fieber. Die Spiele-App "Pokémon Go" knackt derzeit alle Download-Rekorde. Wer in der realen Welt virtuelle Monster jagen will, meldet sich mit dem Google-Login oder dem "Pokémon Trainer Club" an. Jetzt warnte Adam Reeve in vor den Folgen.

Die Erlaubnis zum "vollen Zugang" öffne einer App im Prinzip den Zugang zum gesamten Google-Profil, schrieb der  IT-Experte in einem Blogeintrag. Viele Nutzer haben bei dem Internet-Konzern E-Mails, Kontakte, Kalender sowie zum Teil auch Ortsinformationen gespeichert. Typischerweise haben nur Googles hauseigene Apps einen so breiten Zugang, um Dienste miteinander zu verzahnen. Niantic ist eine frühere Google-Tochter. 

Doch die Entwickler gaben kurz darauf Entwarnung: Die App greife nicht auf den gesamten Inhalt des Google-Profils zu. ""Pokémon Go" ruft nur die Grund-Informationen zum Profil ab (konkret den Benutzernamen und die E-Mail-Adresse), und keine anderen Informationen aus dem Google-Konto werden oder wurden genutzt oder gesammelt", erklärte die Entwicklerfirma Niantic Labs. Google habe das bestätigt.

Zugleich räumte Niantic ein, dass die "Pokémon"-App tatsächlich im Hintergrund den "vollen Zugang" zu Google-Profilen angefragt habe. Das sei durch einen Fehler passiert. Google reduziere die Zugriffsmöglichkeiten für das Spiel von seiner Seite aus.

"Pokémon Go" war übers Wochenende in den USA zum Hit geworden. In der App werden die populären "Pokémon"-Figuren auf dem Smartphone-Bildschirm in reale Umgebungen eingeblendet. Man kann sie suchen und sammeln.

Das Spiel ist bisher offiziell nur in den USA sowie Australien und Neuseeland verfügbar. Nintendos Pokémon Company und Niantic mussten wegen des Ansturms von Spielern die internationale Markteinführung bremsen. In den nächsten Tagen solle das Spiel aber auch nach Europa kommen, berichtete das "Wall Street Journal".

In den vergangenen Tagen sorgte das Spiel auch durch wilde Geschichten für Aufsehen. So hatte eine Frau bei der Suche nach einem der kleinen virtuellen Monster eine sehr echte Leiche in einem Fluss gefunden. Zudem hatten Kriminelle "Pokémon Go"-Spieler an entlegene Stellen gelockt, um sie dort auszurauben. 

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dpa

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