Thilo Weichert warnt auch vor neuer Suchfunktion

Datenschützer: "Hände weg von Facebook"

Berlin. Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, hat die neue Suchfunktion des sozialen Netzwerks Facebook massiv kritisiert.

"Ich finde das überhaupt nicht toll", sagte er der dpa am Mittwoch. Die erweiterte Suche führe dazu, "dass völlig unkalkulierbar auf einmal Daten ausgewertet werden". Die überarbeitete Suchfunktion, die Facebook am Dienstag vorgestellt hatte, ermöglicht Anfragen wie "Fotos meiner Freunde vor 1999" oder "Restaurants, die meinen Freunden gefallen", so sie diese Informationen mit Facebook geteilt haben.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte während der Produktankündigung mehrfach bentont, dass bei der Suche die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre berücksichtig würden. Nutzer bekämen nur die Ergebnisse angezeigt, die sie auch so innerhalb ihres Netzwerkes aufstöbern könnten. Fremde könnten keine Inhalte sehen, die man nur mit seinen Freunden geteilt habe.

Diese Zusage reicht Weichert jedoch nicht: "Die Suchfunktion, die wir vom Internet kennen, wird jetzt in den Freundeskreis hineingezogen, mit der Folge, dass hochsensible Informationen auch Dritten zur Kenntnis gelangen", sagte der Facebook-Kritiker. Informationen, die möglicherweise nur für bestimmte Freunde gedacht waren, würden im Nachhinein auffindbar. "Hier wird definitiv ein weiterer Eingriff ins Datenschutzrecht vorgenommen, der meines Erachtens nicht akzeptabel ist", sagte Weichert.

Die Funktion ist zunächst nur für einige Facebook-Mitglieder in den USA freigeschaltet. Wann sie in Deutschland verfügbar sein könnte, ist unklar. Weichert rät dennoch zur Vorsicht: "Ich kann eigentlich nur den Ratschlag geben: Hände weg von Facebook." (dpa)

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