Facebook: Busen-Bilder verboten, aber kiffen erlaubt

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Kiffen ist erlaubt, Nippelblitzer aber nicht. Das bestimmt der Wertekanon des Social-Media-Riesen Facebook.

München - Das größte Social Network der Welt kontrolliert die Bilder und Kommentare seiner User. Jetzt ist herausgekommen nach welchen Regeln Facebook vorgeht. Diese sind nicht immer nachvollziehbar.

Eine junge Frau hält einen Joint in der Hand, posiert für die Kamera. Zahlreiche solcher Bilder kann man auf Facebook finden. Kein Problem für den Social-Media-Riesen. Doch wäre die junge Dame oben ohne, dann würde die Facebook-Polizei eingreifen. Das Foto würde gelöscht werden.

Facebook hat Regeln dafür, welche Bilder die User zeigen dürfen. Mit unter sind die Bestimmungen aber recht eigenwillig: So dürfen zum Beispiel stillende Mütter nicht gezeigt werden. Doch blanke Brüste sind nicht grundsätzlich tabu: Aktfotos etwa sind, wenn sie nicht zu viel zeigen, kein Problem.

Bislang war zwar klar, dass Facebook bestimmte Richtlinien besitzt. Doch jetzt vertraute ein unzufriedener Mitarbeiter eines externen Social-Media-Dienstleisters dieses geheime Regelwerk einem bekannten US-Blog an.

Der große Facebook-Knigge

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Der große Facebook Knigge
Der große Facebook-Knigge © Bild: dpa
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So regelt das Handbuch unter anderem wann sexueller Aussagen gelöscht werden. So kann man zum Beispiel laut dem Facebook-Regelheft veröffentlichen "Ich will dich f***". Hingegen werden Posts wie "Mädels, ich brauch Sex, bitte schreibt mir, ob jemand Zeit hat." gelöscht. Grund: Das zweite Beispiel fällt unter "sexual solicitation". Das erste ist keine "sexuelle Aktivität" und enthält auch keine Details. So erklärt das zumindest das Facebook-Regelheft. 

Die lustigsten Facebook-Pannen der Welt

 © riva Verlag
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Noch skurriler wird das Regelbuch bei Drogen: Illegale Drogen sind verboten - außer Marihuana. Zumindest das Rauchen des Krauts darf gezeigt werden; alles andere ist verboten. Fotos oder Kommentare über Handel oder Zucht der Droge werden gelöscht.

Der Umgang mit Gewalt offenbart den Wertekodex des Konzerns: Bilder von Tierquälerei löschen die Facebook-Mitarbeiter sofort. Doch erscheinen die selben Fotos im Kontext von "Nahrungsverarbeitung" oder der Jagd, sind sie erlaubt. Selbst zerquetschte Köpfe oder tiefe Fleischwunden werden geduldet, so lange man den Inhalt (also Knochen oder Gehirn) der Körperteile nicht sehen kann.

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg: © dpa
Februar 2004: Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. © dapd
März 2004: Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet. © dpa
September 2004: Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu. © 
Dezember 2004: Facebook hat rund eine Million Nutzer. © dpa
Mai 2005: Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet. © dapd
Dezember 2005: Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer. © dpa
September 2006: Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle. © dpa
Oktober 2007: Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent - die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar. © dpa
November 2007: Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst “Beacon“, der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk. © dpa
Februar 2008: Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr. © apd
März 2008: Die deutsche Facebook-Version startet. © dpa
August 2008: Facebook hat 100 Millionen Nutzer. © dpa
Februar 2009: Facebook führt den “Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden “Likes“ und Kommentare. © dapd
Mai 2009: Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar. © dpa
Juli 2010: Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer. © dpa
Januar 2011: Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook. © dpa
September 2011: Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den “Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz. © dpa
Dezember 2011: Facebook hat 845 Millionen Nutzer aktive Nutzer. Das Unternehmen verdiente 2011 eine Milliarde Dollar bei 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. Als neue Art der Darstellung von Nutzerprofilen wird die Chronik (oder Timeline) eingeführt. © dapd
Februar 2012: Facebook beantragt einen 5 Milliarden Dollar schweren Börsengang. Bewertung und angestrebter Aktienpreis sind noch offen. © 

Auch für einzelne Länder gibt es Sonderregeln. So wird in Deutschland besonders auf die Holocaust-Leugnung geachtet. In der Türkei stehen negative Aussagen über Atatürk oder Sympathiebekundungen mit der kurdischen Terrororganisation PKK unter strenger Beobachtung.

Interessant ist auch, dass die Regularien zwischen reinem Löschen und "Eskalation" unterscheiden. Inhalte, die "eskaliert" werden, müssen an interne Instanzen des Konzerns weitergereicht werden. Das gilt zum Beispiel für Kinderpornografie, Suiziddrohungen oder glaubwürdige Morddrohungen gegen Politiker oder prominente Personen.

ms

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