Entscheidung über neue SIM-Karten-Generation verschoben

Berlin. Die SIM-Karten in künftigen Handys sollen noch kleiner werden. Doch Apple und Nokia haben rivalisierende Vorschläge vorgelegt. Die Entscheidung über einen neuen Standard musste wegen des Streits verschoben werden.

Ein Streit von Nokia und Apple blockiert die Suche nach der nächsten Generation von SIM-Karten für Handys. Das zuständige europäische Gremium ETSI verschob am Freitag die Entscheidung über einen Standard für die noch kleinere Nano-SIM einigen. Die nächste Gelegenheit wäre ein Treffen Ende Mai im japanischen Osaka. Allerdings zeichnet sich ein langer Konflikt mit verhärteten Fronten ab.

Nokia drohte, den Vorschlag von Apple zu boykottieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte. Der finnische Weltmarktführer werde seine vielen SIM-Patente in diesem Fall nicht lizenzieren, erklärte Technologiechef Henry Tirri.

Nokia wirft Apple unter anderem vor, die Stimmenzahl bei der ETSI durch die Mitgliedschaft europäischer Tochtergesellschaften künstlich nach oben getrieben zu haben. Außerdem dem sei der Nano-SIM-Vorschlag der Gruppe um Nokia, Motorola und den Blackberry-Anbieter RIM besser für Unternehmen und Verbraucher und entspreche im Gegensatz zu Apples Entwurf den ETSI-Vorgaben. Apple hat laut Medienberichten die Unterstützung der meisten Mobilfunk-Betreiber.

Apple will die Technik der heutigen SIM-Karten weitgehend beibehalten und sie einfach weitgehend von der bislang üblichen Plastik-Umrandung befreien. Das hätte den Vorteil, dass die neuen SIM-Karten mit einem Adapter auch in älteren Handys verwendet werden könnten. Die Nokia-Koalition setzt hingegen auf ein gänzlich anderes System, das nicht mit bisheriger Technologie kompatibel wäre. Laut der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“ sind die Partner aber auch von fremden Patenten abhängig: Das Format ähnele einer MicroSD-Speicherkarte, die ein Konsortium aus SanDisk, Panasonic und Toshiba patentiert habe.

ETSI (European Telecommunications Standards Institute) ist die zuständige europäische Standardisierungsorganisation. Ein Sprecher betonte am Freitag, dass sie grundsätzlich einvernehmliche Entscheidungen ohne Abstimmung bevorzuge. Nur wenn kein Konsens erreicht werden könne, werde abgestimmt - was bei ETSI sehr selten der Fall sei. (dpa)

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