Außerordentliche Maßnahmen wegen Wikileaks

Fort Meade - Um den Schaden der Veröffentlichung diplomatischer Depeschen durch die Enthüllungsplattform Wikileaks abzuwenden, hat das US-Außenministerium außerordentliche Maßnahmen ergriffen.

Eine Arbeitsgruppe habe 2010 vor der Veröffentlichung der Dokumente drei Wochen lang rund um die Uhr daran gearbeitet, sagte Rena Bitter, Leiterin des Einsatzzentrums im Außenministerium, bei einer Anhörung am Donnerstag. Eine weitere Gruppe befasste sich demnach mit der Identifizierung von möglicherweise durch die Publikationen gefährdeten Menschen.

Was ist Wikileaks? Sieben Fakten zum Projekt

Gegründet wurde Wikileaks im Jahr 2006 nach eigenen Angaben von chinesischen Dissidenten, Journalisten, Mathematikern sowie Technikern von Start-up-Unternehmen aus den USA, Taiwan, Europa, Australien und Südafrika. © dpa
Wikileaks steht nicht in Verbindung mit dem Internetlexikon Wikipedia, benutzt aber das gleiche Programm, das die Bearbeitung durch beliebige Nutzer ermöglicht. Der englische Begriff “leak“ bedeutet “Leck, undichte Stelle“. Die Dokumente werden vor der Veröffentlichung von Mitarbeitern gesichtet und überprüft. © dpa
Wikileaks finanziert sich durch Spenden, der Finanzbedarf lag 2010 bei 600.000 Dollar jährlich. Im Dezember 2010 verhängten Kreditkartenfirmen wie Visa, MasterCard und Western Union eine Blockade gegen Wikileaks. © dpa
Mehr als eine Million Dokumente hat Wikileaks veröffentlicht, seit es Anfang 2007 im Internet startete. © dpa
Offizieller Sitz war zunächst Schweden, später wechselte Wikileaks auf Server in Frankreich und auf etliche Spiegelserver. Als treibende Kraft hinter Wikileaks gilt der Australier Julian Assange. Sein Sprecher Daniel Domscheit-Berg zog sich wegen interner Differenzen aus dem Projekt zurück. © dpa
Im vergangenen Jahr arbeiten fünf Vollzeitmitarbeiter sowie 1000 weitere, teils sporadische Mitarbeiter für das Projekt. © dpa
Rund 100 juristische Verfahren wurden bereits gegen Wikileaks angestrengt, die sämtlich von dem Projekt gewonnen wurden. © dpa

Vor einem US-Militärgericht in Fort Meade im US-Staat Maryland läuft derzeit eine Anhörung des mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning. Der Prozess ist vorläufig für den 21. September bis 12. Oktober angesetzt.

dapd

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