1. Startseite
  2. Netzwelt

Marc Zuckerberg droht Europa: Facebook und Instagram vor dem Aus?

Erstellt:

Von: Tanja Koch

Kommentare

Meta droht damit, dass Facebook und Instagram in Deutschland und Europa abgeschaltet werden könnten. Die Politik zeigt sich unbeeindruckt.

Update von Dienstag, 08.02.2022, 12.30 Uhr: Gibt es in Deutschland und Europa bald weder Facebook noch Instagram? Wie aus einem Jahresbericht des Mutterkonzerns Meta hervorgeht, wird eine Abschaltung zumindest in Erwägung gezogen. Dahinter steckt ein Streit um die Nutzung von Daten, die der Konzern von seinen Userinnen und Usern erhebt (siehe Erstmeldung).

Die Politik zeigt sich angesichts der Drohungen von Mark Zuckerberg allerdings wenig beeindruckt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zwischen Deutschland und Frankreich erklärte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire: „Ich denke, diese großen digitalen Konzerne sind es nicht gewohnt, dass man sich ihnen widersetzt“. Und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck fügte hinzu, dass man sich von derartigen Aussagen nicht beeinflussen lasse. Nachdem sein Konto einmal gehackt worden sei, lebe er ohne Facebook und das sei fantastisch, erklärte Habeck laut dem Nachrichtenportal Bloomberg.

Meta-CEO Mark Zuckerberg zieht eine Abschaltung von Facebook und Instagram in Europa in Erwägung. (Archiv)
Meta-CEO Mark Zuckerberg zieht eine Abschaltung von Facebook und Instagram in Europa in Erwägung. (Archiv) © Italy Photo Press/Imago

Facebook und Instagram in Deutschland vor dem Aus? Streit um Datenschutz

Erstmeldung von Montag, 07.02.2022: Menlo Park – Marc Zuckerberg erwägt, Facebook und Instagram in Deutschland abzuschalten. Das erklärte der Meta-Konzern in seinem Jahresbericht an die US-Börsenaufsichtsbehörde, wie diverse Medien, etwa City A.M, iTWire und der Guardian berichten. Die beiden Portale könnten in Europa vor dem Aus stehen, wenn Meta die Daten der europäischen Nutzer:innen nicht auf US-Server übertragen, speichern und verarbeiten kann.

Hintergrund ist die Prüfung der transatlantischen Datentransfers nach dem sogenannten „Privacy Shield“. Sollte dieses ersatzlos wegfallen, könne der ehemalige Facebook-Konzern, der sich kürzlich zu „Meta“ umbenannt hatte, viele der „wichtigsten Produkte und Dienste“ „wahrscheinlich“ nicht mehr anbieten. Das Abkommen und andere Mustervereinbarungen, die Meta als primäre Rechtsgrundlage nutzt, wurde vom Europäischen Gerichtshof für nichtig erklärt – aufgrund von Verstößen gegen den Datenschutz. Derzeit wird das Abkommen von der EU und den USA überarbeitet.

Facebook und Instagram: Meta warnt vor Mangel an sicheren Datentransfers

„Die Unternehmen brauchen klare, globale Regeln, die durch eine starke Rechtsstaatlichkeit untermauert werden, um die transatlantischen Datenströme langfristig zu schützen“, warnt Nick Clegg, Metas Vizepräsident für globale Angelegenheiten und Kommunikation, in einem Statement, das dem Portal City A.M. vorliegt. Ein „Mangel an sicheren und legalen internationalen Datentransfers“ würden „der Wirtschaft schaden und das Wachstum datengesteuerter Unternehmen in der EU behindern“. Gerade im Anschluss an die Corona-Pandemie. 

Die Auswirkungen seien für große und kleine Unternehmen in verschiedenen Sektoren spürbar. „Im schlimmsten Fall könnte dies bedeuten, dass ein kleines Technologie-Start-up in Deutschland nicht mehr in der Lage wäre, einen in den USA ansässigen Cloud-Anbieter zu nutzen. Ein spanisches Produktentwicklungsunternehmen könnte nicht mehr in der Lage sein, einen Betrieb über mehrere Zeitzonen hinweg zu führen.“

Ein Facebook-Sprecher ergänzte gegenüber City A.M., der Konzern Meta, zu dem auch WhatsApp gehört, habe „absolut keinen Wunsch und keine Pläne, uns aus Europa zurückzuziehen, aber die schlichte Realität ist, dass Meta und viele andere Unternehmen, Organisationen und Dienste auf den Datentransfer zwischen der EU und den USA angewiesen sind, um globale Dienste anbieten zu können.“ (tk)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion