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Facebook, Instagram und Whatsapp: Abhängigkeit schafft zu viel Macht

Smartphone mit Apps von Facebook, Instagram und Twitter
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Am Montag waren Facebook und Instagram lange nicht erreichbar.

Knapp sieben Stunden waren mit Facebook, Instagram und Whatsapp drei der meistbenutzten sozialen Netzwerke der Welt am Montag nicht erreichbar. Ein Kommentar.  

Stundenlang ging für Millionen Facebook-, Instagram- und Whatsapp-Nutzer am Montagabend weltweit nichts mehr. Netzwerkprobleme sorgten dafür, dass die Dienste nicht erreichbar waren. Auf einmal wurden also wieder SMS verschickt. Andere kramten - halb im Spaß - vergessene Logins von ICQ und SchülerVZ hervor. Der große Gewinner des Abends aber war Twitter, wo sich so viele Nutzer tummelten wie lange nicht mehr. So viele sogar, dass es auch dort schließlich zu einigen Ausfällen kam.

Nun könnte man sagen: Ein paar Stunden ohne Facebook & Co. sind kein Beinbruch. Die Störung zeigt allerdings eines: Wie abhängig viele mittlerweile von sozialen Netzwerken und Messengern sind. Kontakt zu Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern pflegen sie ausschließlich dort. Facebook mit seinen Töchtern wird so unersetzlich – und gleichzeitig immer mächtiger.

Dabei sind die Dienste längst nicht mehr nur Netzwerke zur Kontaktpflege und zum Zeitvertreib. Viele verdienen dort ihr Geld. Fallen Facebook oder Instagram aus, fallen Einnahmen weg – bei Influencern genauso wie bei kleinen Unternehmen. Die Abhängigkeit von einem Großkonzern wird so zum Problem für viele.

Nicht nur deswegen zeigt solch ein Ausfall wie am Montag, dass jeder einzelne darüber nachdenken sollte, wie abhängig er sich macht – oder schon ist. Und wie mächtig er Facebook damit macht. Gerade auch vor dem Hintergrund der von Whistleblowerin Frances Haugen erhobenen Vorwürfe. Sie sagt, Facebook stelle Profite über die Bekämpfung von Hassrede und Fehlinformationen, schade so nachweislich seinen Nutzern in der realen Welt. Am Dienstag steht Haugen deswegen dem Senat Rede und Antwort. Doch im US-Kongress blockieren Demokraten und Republikaner immer wieder gegenseitig Gesetzentwürfe, die Facebook, das derzeit schaltet und waltet wie es will, reglementieren könnten.

Umso wichtiger ist, dass die EU ihr geplantes Regelwerk (den Digital Services Act) vorantreibt. Dessen Ziel ist unter anderem, Facebook zu einer strengeren Moderation und mehr Transparenz zu verpflichten. Ein vor dem Hintergrund der stetig wachsenden, oft zugekauften und schon jetzt unangefochtenen Marktmacht Facebooks überfälliger Schritt. (Marie Klement)

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