Facebook-Nutzer wollen sich ihre Freunde selbst aussuchen

Mehr Freunde auf Facebook: Das steckt hinter dem nervigen Kettenbrief

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Daumen runter: Viele Facebook-Nutzer sind unzufrieden mit den Nachrichten, die sie im größten sozialen Netzwerk der Welt angezeigt bekommen.

Viele Facebook-Bekannte teilen gerade einen Kettenbrief, um auf Facebook mehr Nachrichten von Freunden zu sehen. Kann man den Algorithmus damit wirklich überlisten?

Was hat es mit dem Post auf sich, den immer mehr Facebook-Freunde teilen?

Er verspricht einem, mehr interessante Nachrichten von seinen Facebook-Freunden zu bekommen. Angeblich muss man dafür nur mal eben etwas wie "Hallo" in die Kommentare schreiben. Schon seit einiger Zeit macht der Aufruf die Runde im sozialen Netzwerk. Nun wird der digitale Kettenbrief von immer mehr Nutzern geteilt.

Sie beschweren sich, dass Facebook seit der Einführung eines neuen Algorithmus im Newsfeed nur noch Beiträge von "denselben etwa 25 Leuten" anzeige. Dies könne geändert werden, wenn man einen kurzen Kommentar oder einen Aufkleber poste. "Ansonsten" so die Warnung, "wählt Facebook aus, wen es mir zeigen soll. Aber ich brauche kein Facebook, um meine Freunde auszuwählen." Außerdem solle man den Text kopieren und selbst veröffentlichen.

Das machen viele mit den einleitenden Worten: "Auch ich schließe mich nun an und ändere diesen Facebook-Algorithmus". Doch wenn das so einfach wäre.

Was sagt Facebook dazu?

Bereits im Februar hat die "Washington Post" den Konzern zu dem Kettenbrief befragt, der in den USA und anderen englischsprachigen Ländern bereits länger kursiert. Ein Facebook-Sprecher versicherte, der Inhalt sei nicht wahr: "Wir ordnen den Newsfeed danach an, wie relevant die Nachrichten für den Nutzer sind. Und obwohl wir einige Änderungen vorgenommen haben, die die Zahl der sichtbaren Posts von Freunden erhöhen können, ist der Newsfeed nicht auf 25 Nutzer begrenzt."

Tatsächlich hatte Facebook seinen Algorithmus Anfang des Jahres geändert, um den Nutzern mehr Nachrichten von Freunden und weniger von Unternehmen und Medien auszuspielen. Seitdem sollen vor allem solche Posts häufiger ausgespielt werden, die emotional sind, also zum Beispiel häufiger kommentiert werden. Wie das genau funktioniert, weiß jedoch niemand. Der Algorithmus ist ein streng gehütetes Geheimnis. Coca-Cola verrät ja auch nicht, wie genau seine braune Brause zusammengesetzt ist.

Der Inhalt des Videos stammt nicht von hna.de, sondern von der Pro Sieben und der Plattform Glomex.  

Kann der Kettenbrief schaden?

Nein, er ist offensichtlich ein Hoax und lediglich Zeitverschwendung. Viele Nutzer schreiben tatsächlich "Hallo" in die Kommentarspalten oder posten darunter lustige Gifs. Ändern wird das nichts im Newsfeed - oder vielleicht doch? Da der neue Algorithmus Beiträge mit vielen Kommentaren bevorzugt, könnte es sein, dass man demnächst mehr Inhalte von den Leuten angezeigt bekommt, die den Kettenbrief gepostet haben.

Was kann ich tun, damit ich nicht immer nur News von denselben Freunden bekomme?

Unabhängig von der Frage, ob der Kettenbrief etwas nutzt oder nicht: Er sensibilisiert für ein Thema, das alle Nutzer betrifft. Viele denken, dass das, was Facebook einem anzeigt, der ganze Fluss an Nachrichten sei. Dabei war der Newsfeed schon immer nur eine Auswahl aus dem großen Strom an Belanglosem und Wichtigem. Wer aber im Browser auf die drei Punkte neben "Newsfeed" klickt und dann "Neueste Meldungen" auswählt, bekommt nicht mehr nur die "Top-Meldungen" angezeigt. Zudem kann man unter „Newsfeed-Einstellungen“ die "Inhalte priorisieren, die als Erstes angezeigt werden sollen". Dort kann man Freunde favorisieren, von denen man öfter etwas Neues sehen will. Die Dummschwätzer und Selbstdarsteller wählt man nicht aus.

Facebook-Profis stellen ihre Freunde zudem in Listen zusammen: hier etwa die Kollegen und dort die Verwandten. Besonders nutzerfreundlich sieht das alles indes nicht aus. Vielleicht gibt es schon bald Kettenbriefe, die mit den Worten beginnen: "Liebe Facebook-Freunde, auch ich schließe mich nun an und beende meine Facebook-Mitgliedschaft."

Hier erklären wir, wie man sein Facebook-Konto löschen kann.

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