Bei Facebook

Sexau-Profile gelöscht? ARD fällt auf April-Scherz rein

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Auslöser der ARD-Panne: Ein Screenshot des Witz-Artikels der Badischen Zeitung über die Löschpraktiken von Facebook. 

Mainz - Facebook löscht alle Profile aus dem badischen Ort Sexau? Auf diesen offensichtlichen April-Scherz ist die ARD hereingefallen. 

Ein ganze Ortschaft, plötzlich nicht mehr im Social Web vertreten, ohne eigenes Zutun abgeschottet von seiner virtuellen Umwelt, Opfer der Willkür eines global operierenden Konzerns - und seines eigenen Namens. So in etwa las sich die Nachricht der Badischen Zeitung, die berichtete, dass über Nacht die Facebook-Profile aller Bewohner aus dem beschaulichen Örtchen Sexau (Landkreis Emmendingen) gelöscht worden seien - und zwar von Facebook selbst. Was sich für viele im ersten Moment nach einem absoluten Worst-Case-Szenario angehört habe dürfte, war in Wirklichkeit nur ein ironisch gemeinter Beitrag, den das Regionalblatt  passenderweise am 1. Ap ril veröffentlichte. Womit die Redakteure der Lokalzeitung wohl nicht gerechnet haben: Ihr Aprilscherz-Text sollte noch ein peinliches Nachspiel haben. 

ARD greift Witz-Artikel auf - ohne die Ironie zu verstehen

Ganze fünf Tage nach der ursprünglichen Veröffentlichung sorgte der Artikel nämlich wieder für Schlagzeilen - und das ausgerechnet durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. In einem auf tageschau.de publizierten Audio-Kommentar zum Thema „Umgang mit Hasskommentaren auf Facebook“ griff eine Korrespondentin der ARD das Thema wieder auf, um auf die teils wirren Löschpraktiken des Unternehmens aufmerksam zu machen. Ihre Argumentation: Richter sollten über das Löschen von Inhalten entscheiden und eben nicht Facebook, das je nach Laune sogar in der Lage ist, ganze Landstriche von der Social-Media-Welt abzuschneiden. Die teilweise vor Ironie nur so strotzenden Zeilen („Sexau wird erst der Anfang sein. Andere Gemeinden wie Titisee, Blasiwald und vor allem Aftersteg sollten sich schon mal warm anziehen.“) fielen der Korrespondentin hingegen nicht auf.

Eine Reaktion folgte prompt. Auf Twitter machte ein Social-Media-Redakteur der Badischen Zeitung auf die Panne aufmerksam und fragte süffisant: „Wozu eine Anti-Fake-News-Einheit?“

Hintergrund hierfür ist das von der ARD gestartete Anti-Fake-News-Portal namens „Faktenfinder“, das helfen soll, „Fake News“ zu identifizieren. Unter anderem wird dort gezeigt, wie man Falschmeldungen schnell erkennt und gegen gezielte Desinformation vorgeht. Im Maßnahmen-Paket miteingeschlossen: Absender und URL kontrollieren, den Inhalt genau lesen, Fotos und Videos überprüfen und das Impressum ansehen. Wie es scheint, hat man sich im Fall „Sexau“ nicht an die eigenen Regeln gehalten. 

lpr

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