Tipps zum Vertragswechsel

So finden Sie den passenden Handytarif

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Ein Kunde hält im Apple Store in San Francisco ein iPhone 5 in der Hand.

Berlin - Smartphones sind sexy, Handytarife ein notwendiges Übel. Doch ohne Tarife nützt das teuerste Telefon nichts. Und wer Vergleich und Wechsel scheut, wirft leicht Geld zum Fenster hinaus.

Kaum ist der Vertrag gekündigt, klingelt das Handy: Der alte Anbieter rechnet ein neues Angebot vor, mit Smartphone und günstiger als der bisherige Tarif. Der Kunde ist beeindruckt - zu Unrecht. Denn in zwei Jahren hat sich viel getan, und es gibt viel bessere Offerten, sogar ganz ohne Laufzeit. Ab und zu lohnt es sich also, Tarife zu vergleichen.

Das funktioniert am besten, wenn man seine mobile Kommunikation zwischen Wunsch und Wirklichkeit realistisch einordnet. „Man muss sich erst einmal überlegen, was habe ich für ein Telefonierverhalten und was brauche ich wirklich“, erklärt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dazu kann man anhand einiger Handyrechnungen die im monatlichen Durchschnitt vertelefonierten Minuten und verschickten SMS ermitteln. Man kann auch herausfinden, wie sich die Minuten auf Fest- und Mobilnetz verteilen und ob man einige Nummern überdurchschnittlich oft anwählt. Dann kann der Vergleich beginnen, zum Beispiel mit Hilfe eines Tarifportals.

Handy-Tipps für den Urlaub

Handy-Tipps für den Urlaub
Grund zur Freude: Zum 1. Juli sind die Preise für das Telefonieren mit dem Handy zwischen EU-Ländern gesunken. Wer EU-weit “simst“, also Kurznachrichten verschickt, muss pro SMS nur noch maximal 11 Cent zahlen (ohne Mehrwertsteuer). © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Ein Telefonat darf nur noch bis zu 43 Cent pro Minute kosten, eingehende Anrufe höchstens 0,19 Cent. Fürs Surfen, e-mail, Foto oder Film herunterladen werden pro übertragenem Megabyte maximal 1 Euro berechnet. Aber Vorsicht... © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Handy-Telefonate aus Nicht-EU-Ländern können immer noch richtig teuer werden: Ein Anruf aus der Türkei kostet bei den vier großen Mobilfunkanbietern T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus mindestens 1,49 Euro pro Minute. Das teilt die Stiftung Warentest mit. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Auch bei Urlaubs-Telefonaten aus der Schweiz und Kroatien werden bis zu 1,49 Euro fällig. Gespräche aus  Tunesien kosten pro Minute zwischen zwei und drei Euro. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Wenn Sie Ihren Urlaub im Ausland verbringen, dann zahlen Sie für eingehende Anrufe, aber auch für eingehende Bilder-Nachrichten. Pro MMS kann das je nach Größe der Bilder und Anbieter bis zu 4,50 Euro kosten. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Wichtig: Schalten Sie Ihre Mailbox vor dem Auslands-Urlaub ab. Sonst zahlen Sie doppelt für verpasste Anrufe, die bei einem Besetztzeichen oder bei Nichterreichbarkeit auf Ihre deutsche Mailbox weitergeleitet werden. Zuerst für ein eingehendes Gespräch im Ausland und dann noch einmal für die Weiterleitung auf die deutsche Mailbox. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Im Ausland wählen sich Handys automatisch in ein verfügbares Netz ein. Allerdings ist das nicht immer auch das billigste. Deshalb sollte man schon vor dem Urlaub den günstigsten Anbieter im jeweiligen Land heraussuschen. Oft handelt es sich dabei sogar um einen Partner Ihres Mobilfunk-Anbieters. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
In das günstige Auslands-Netz wählt man sich im Urlaubsland von Hand ein. Dafür deaktiviert man im Einstellungsmenü die automatische Netzsuche. So kann man auch erzwingen, dass sich das Handy ins deutsche Netz einwählt, wenn man nahe der Grenze Urlaub macht. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Man sollte sich vor dem Urlaub informieren, ob sich die Form der Steckdosen oder die Netzspannung im Urlaubsland von Deutschland unterscheiden. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Zwar sind die in Deutschland üblichen Steckdosen weltweit verbreitet, doch schon in Großbritannien findet man sie nicht. Wenn nötig sollten Sie also einen Adapter kaufen, damit das Ladegerät Ihres Handys in die landestypische Steckdose passt. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Sonne, Meer und Sand können zur Gefahr für Ihr Handy werden. Die pralle Sonne kann Fehlfunktionen des Displays verursachen. Außerdem kann der Akku bei Hitze schneller leer werden.  © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Wird ein Handy nass, sollte man es auf keinen Fall mit dem Föhn trocknen, da die Hitze die Technik beschädigen kann. Besser: Das Telefon in ein Glas voller Reis legen. Die Körner saugen die Feuchtigkeit auf. Sand in Anschlüssen oder zwischen den Handy-Tasten lassen sich am besten mit einem sehr feinen Pinsel entfernen. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Was tun, wenn das Handy im Urlaub geklaut wird? Zu aller erst sollten Sie schnellstmöglich Ihre Karte sperren lassen. Dazu wählen Sie die Service-Nummer Ihres Mobilfunk-Anbieters. © dpa
Handy-Tipps für den Urlaub
Das sind die Diebstahl-Service-Nummern der gängigen Anbieter: T-Mobile: +49 1803/ 30 22 02, Xtra: +49 1805/ 22 94 94, Vodafone: +49 172/ 12 12, Callya: +49 172/ 2 29 11, E-Plus: +49 177/ 10 00, Free & Easy: +49 177/ 11 50, O2: +49 179/ 5 52 22, Loop: +49 179/ 5 52 82 © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Außerdem sollten Sie den Handy-Klau immer auch der Polizei vor Ort melden. Die Fälle, in denen Bestohlene ihr Handy wieder zurück bekamen sind zwar ziemlich selten. Aber man sollte zur Sicherheit seine IMEI-Nummer kennen, mit der ein gestohlenes Handy eindeutig identifiziert werden kann. Wenn Sie die Kombination *#06# eingeben, zeigt Ihr Handy diese Nummer an. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
Über die Notrufnummer 112 erreichen sie in allen 27 EU-Staaten sowie in Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz sowie auf Island Hilfe. Die Leitstellen alarmieren je nach Notfall Polizei, Feuerwehr oder den Rettungsdienst. Sie sollen Notrufe in verschiedenen Sprachen bearbeiten können. © AP
Handy-Tipps für den Urlaub
In jedem Fall sollte ein Internet-fähiges Handy nicht so eingestellt sein, dass es sich automatisch ins Web einwählt. Das kann im Ausland sehr teure Gebühren nach sich ziehen. © dpa

Mit Prepaid-Angeboten macht man nichts falsch. Sie sind „einfach gestrickt und leicht zu verstehen“, sagt Christian Schlüter von der Stiftung Warentest. Vor allem Wenig-, aber auch Normaltelefonierer fahren gut mit ihnen. Nur wer das Handy äußerst selten nutzt, muss aufpassen. „Einige Anbieter erheben bei Nichtnutzung eine Servicepauschale oder sperren die Karte“, sagt Schlüter. „Man muss immer den Blick ins Kleingedruckte wagen.“

Es gibt schon Prepaid-Tarife für 6 Cent pro Minute. Manchmal ist eine SMS aber teurer als die Gesprächsminute. Ein Megabyte (MB) Daten kostet meist um die 20 Cent. Für 5 bis 10 Euro lässt sich oft eine Internet-Flat dazubuchen. Wer feststellt, dass er überwiegend mit Partner, Kindern oder bestimmten Freunden telefoniert, kann erwägen, gemeinsam zu einem Prepaid-Anbieter mit Community-Tarif zu wechseln. Dann sind die Gespräche untereinander günstiger oder sogar kostenlos.

Vorsicht bei Verträgen ohne Kostenkontrolle

Doch Prepaid ist nicht unbedingt Prepaid. „Mittlerweile gibt es viele Verträge, bei denen die Kostenkontrolle nicht mehr gewährleistet ist“, erklärt Verbraucherschützer Bradler. Ein Beispiel dafür ist die automatische Aufladefunktion. Bei vielen Anbietern gibt es aber einen sogenannten Kostenstopp: Sie berechnen ab einer bestimmten Summe - oft um die 40 Euro - für den Rest des Monats keine weiteren Gespräche mehr.

Weil zum Smartphone Internet gehört, gibt es immer mehr monatlich kündbare Paketangebote mit Telefonieminuten, Kurznachrichten und einer Internetflatrate, die in der Geschwindigkeit gedrosselt wird, wenn das Inklusivvolumen verbraucht ist. Langsam weitersurfen kann man aber trotzdem. „Bei normaler Nutzung empfehlen wir 300 bis 500 MB pro Monat“, sagt Warentester Schlüter.

"Auch eine Allnet-Flatrate deckt nicht alles ab“

50 Minuten, 50 SMS und 200 MB sind ab 5 Euro im Monat zu bekommen, 100 Minuten, 100 SMS und 500 MB ab 10 Euro. Es gibt sogar Mini-Pakete mit 10 Minuten, 10 SMS und 50 MB ab 2 Euro. Minuten und SMS, die bei den Pakettarifen über das Inklusivkontingent hinausgehen, müssen einzeln bezahlt werden - oft mit den auch bei Prepaid-Tarifen verbreiteten 9 Cent, manchmal aber auch mit 19 Cent. Vereinzelt werden Mailbox-Anrufe wieder berechnet - ein eigentlich längst vergessener Tariftrick.

Eine weitere Tarifgattung sind die sogenannten Allnet-Flatrates für alle Gespräche in nationale Netze und meist mit einer Datenflatrate mit 500 MB Highspeed-Inklusivvolumen. „Aber auch eine Allnet-Flatrate deckt nicht alles ab“, warnt Schlüter. In der Regel sind keine SMS eingeschlossen, Telefonate ins Ausland und Anrufe bei Servicenummern sowieso nicht. Eine Allnet-Flat lohnt sich für Vieltelefonierer, die es auf mindestens 120 Gesprächsminuten im Monat bringen, hat das Telekommunikationsportal „Teltarif.de“ berechnet. Die günstigsten Allnet-Flats kosten 20 Euro im Monat bei zweijähriger Laufzeit und 25 Euro mit monatlichem Kündigungsrecht.

Empfehlung: Tarif und Handy getrennt kaufen

Je nach Tarif und Nutzung kann es sich lohnen, Flatrates für Festnetz und Kurznachrichten oder größere Internet-Flats zuzubuchen. Doch nicht immer bieten die als Flatrate angepriesenen Optionen wirklich unbegrenzte Nutzung. Bei einer SMS-Flatrate kann es etwa vorkommen, dass nach 1000 SMS im Monat jede weitere extra berechnet wird. „Meist steht es Hellgrau auf Weiß im Kleingedruckten“, sagt Bradler. Die Verbraucherzentralen mahnen solche Anbieter ab.

Und wie sieht es mit einem Vertrag samt Handy aus? „Wir empfehlen immer, Tarif und Handy getrennt zu kaufen“, rät Warentester Schlüter. Subventionierte Handys gebe es praktisch nicht mehr. „Inzwischen ist das in vielen Fällen eine klassische Finanzierung.“

Was das Mobiltelefon dann unterm Strich kostet, bleibt meist im Dunkeln. „Oft muss man mehr fürs Handy bezahlen, als wenn man es separat gekauft hätte“, sagt Bradler. Wer die beiden Anschaffungen trennt, sei auch bei der Tarifwahl freier.

dpa

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