Flipboard-Konkurrent

Facebook plant eigene digitale Zeitung

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Das Logo des sozialen Netzwerks Facebook.

München - Das soziale Netzwerk Facebook plant offenbar, eine Nachrichten-App herauszubringen, die zum Konkurrenten der digitalen Zeitung Flipboard werden soll.

Dies berichtet das renommierte amerikanische Technikblog "Recode" . Das Projekt soll den Namen "Paper" tragen und könnte den gegenwärtigen Newsfeed bei Facebook ersetzen - also das System, das alle abonnierten Seiten und Postings von Freunden anzeigt ("Neuigkeiten"). Dieser Nachrichtenaggregator könnte zum ernsthaften Konkurrenten für den als digitale Zeitung angelegten Aggregator Flipboard werden, der auf vielen Smartphones und Tablets installiert ist.

Flipboard punktet bekanntlich mit seiner Aufmachung als digitales Printprodukt. Nutzer können unter anderem RSS- und Social-Feeds von bevorzugten Seiten abonnieren und in ein optisch aufgewertetes Dashboard laden. Die Inhalte kann man nach Themen sortieren. Wie bei einer echten Zeitung bietet Flipboard Ressorts wie Politik, Sport, Technik oder Lifestyle. So kann man Inhalte von Zeitungen, Magazinen und Posts zusammen mit seinen Abonnements bei Facebook oder Twitter lesen.

Facebooks Aufstieg vom Studentenwohnheim zum Milliarden-Konzern

In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Milliarden-Unternehmen geschafft und wird als baldiger Börsenstar gehandelt. Die Meilensteine auf diesem Weg: © dpa
Februar 2004: Mark Zuckerberg und seine Mitgründer starten Facebook in ihrem Studentenwohnheim an der Elite-Uni Harvard. Es ist eine Art digitales Jahrgangs-Buch für Studenten. Zuckerbergs Kommilitonen Tyler und Cameron Winklevoss klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. © dapd
März 2004: Der Dienst wird von Harvard auf die Universitäten Stanford, Columbia und Yale ausgeweitet. © dpa
September 2004: Das spätere Grundelement von Facebook - die Pinnwand - kommt dazu. © 
Dezember 2004: Facebook hat rund eine Million Nutzer. © dpa
Mai 2005: Der Investor Accel Partners steckt 12,7 Millionen Dollar in die Firma. Facebook wird dabei mit 100 Millionen Dollar bewertet. © dapd
Dezember 2005: Facebook hat mehr als 5,5 Millionen Nutzer. © dpa
September 2006: Nach dem Fokus auf Unis und Schulen öffnet Facebook die Türen für alle. © dpa
Oktober 2007: Facebook hat mehr als 50 Millionen Nutzer. Microsoft zahlt 240 Millionen Dollar für einen Anteil von 1,6 Prozent - die Bewertung erreicht damit 15 Milliarden Dollar. © dpa
November 2007: Facebook sorgt für einen Aufschrei bei den Nutzern mit dem Dienst “Beacon“, der Einkäufe automatisch den Freunden anzeigt. Facebook Ads bringen mit einem Selbstbedienungssystem Werbung ins Netzwerk. © dpa
Februar 2008: Facebook einigt sich mit den Winklevoss-Zwillingen auf einen Vergleich, der inzwischen mehr als 100 Millionen Dollar wert ist. Sie wollen später erfolglos mehr. © apd
März 2008: Die deutsche Facebook-Version startet. © dpa
August 2008: Facebook hat 100 Millionen Nutzer. © dpa
Februar 2009: Facebook führt den “Gefällt mir“-Button ein. Inzwischen gibt es jeden Tag 2,7 Milliarden “Likes“ und Kommentare. © dapd
Mai 2009: Der russische Investor DST steckt 200 Millionen Dollar in Facebook - bei einer Firmenbewertung von 10 Milliarden Dollar. © dpa
Juli 2010: Facebook hat mehr als 500 Millionen Nutzer. © dpa
Januar 2011: Goldman Sachs und DST bekommen für 500 Millionen Dollar ein Prozent an Facebook. © dpa
September 2011: Der schleswig-holsteinische Datenschützer Thilo Weichert will den “Gefällt-mir“-Button und Fanseiten von Unternehmen stoppen - trifft jedoch auf wenig Resonanz. © dpa
Dezember 2011: Facebook hat 845 Millionen Nutzer aktive Nutzer. Das Unternehmen verdiente 2011 eine Milliarde Dollar bei 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. Als neue Art der Darstellung von Nutzerprofilen wird die Chronik (oder Timeline) eingeführt. © dapd
Februar 2012: Facebook beantragt einen 5 Milliarden Dollar schweren Börsengang. Bewertung und angestrebter Aktienpreis sind noch offen. © 

Laut "Recode" ist "Paper" schon lange in der Entwicklung und gehört zu den Projekten, deren Fertigstellung lange angezweifelt wurde. Noch im Januar soll der Reader herausgebracht werden.

Derzeit sei noch unklar ob "Paper" nur als App erscheint oder zusätzlich eine neue Funktion in der Webversion von Facebook wird. Vor allem das Design soll sich vom derzeitigen Facebook-Newsfeed erfreulich abheben. Laut der anonymen Quelle des Blogs ist die Optik des Dienstes "papierähnlich" und aussehen wie eine gedruckte Zeitung.

Auch nach dem Erscheinen des neuen Facebook-Newsfeeds sollen die Nutzer weiterhin auf gewohnte Weise die Posts ihrer Freunde sowie Nachrichten und Werbung verfolgen können.

fro

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