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„Ratchet & Clank: Rift Apart“ im Test: Der erste echte Grund, eine PS5 zu kaufen

Ratchet&Clank: Rift Apart
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Zuckersüß, aber kein reiner Kinderkram: Wer ein Herz hat und gern spielt, wird das neue Ratchet & Clank lieben.

So toll die neue Playstation 5 auch ist – sonderlich viele Spiele, die die neue Hardware ausreizen und exklusiv für Sonys neue Konsole erscheinen, gab es bislang nicht. Kann der brandneue Exklusivtitel „Ratchet & Clank: Rift Apart“ das ändern?

Zu Beginn ein Geständnis: Ich konnte mit der „Ratchet & Clank“-Serie nie sonderlich viel anfangen. Zu bunt, zu kindgerecht – war einfach nie so ganz mein Schalter. Und so hielt sich meine Begeisterung auch in sehr überschaubaren Grenzen, als der neue Ableger „Rift Apart“ erstmals gezeigt wurde. Klar, das sah schon ziemlich schick aus. Aber auch wieder bunt und kindgerecht.

Aber „in der Not frisst der Teufel fliegen“, sagte ich mir und bestellte es dennoch. Die „Not“, das ist der wirklich nach wie vor auffällige Mangel an PS5-exklusiven Titeln. Es gibt, wenn ich richtig gezählt habe, über ein halbes Jahr nach Erscheinen der nach wie vor hervorragenden Konsole (hier finden Sie den Test*), gerade einmal drei Stück: Das sehr gute Remake von „Demon‘s Souls“, das von der Kritik hochgelobte „Returnal“, das ich aufgrund seines Rogue-Lite-Ansatzes schlichtweg furchtbar und frustrierend fand, und jetzt „Rift Apart“.

„Ratchet & Clank: Rift Apart“: Technische Kabinettstückchen im Sekundentakt

Gottseidank habe ich „Rift Apart“ eine Chance gegeben. Denn es ist nicht mehr und nicht weniger als das mit Abstand beste Spiel, das bislang exklusiv für die PS5 erschienen ist. Sicher, es ist bunt. Und sicher haben auch Kinder ihren Spaß mit dem Titel. Aber auch als Erwachsener sitzt man begeistert vor dem Bildschirm. Das liegt, natürlich, daran, dass die neue Konsole hier technisch richtig die Muskeln spielen lässt. „Rift Apart“ sieht einfach umwerfend gut aus. Die einzelnen Welten, die man während seiner Jagd nach dem „Dimensionator“ durchreist, sind alle vollkommen unterschiedlich, und mit unfassbarer Liebe bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Überall schwirrt, summt, glitzert es auf dem Bildschirm - ein Augenschmaus. Die Charakterdetails sind umwerfend, man möchte die ganze Zeit Ratchet oder seinem weiblichen Gegenstück Rivet durchs Fell strubbeln, so kuschelig sieht das aus. Das ganze auf Wunsch knackscharf in 4K und HDR und mit eindrucksvollen Raytracing-Effekten – selten war es so wichtig, die Konsole auch an einem guten Fernseher oder 4K-Monitor zu betreiben. Ladezeiten gibt es de facto keine mehr, alles geht dank der superschnellen PS5-SSD nahtlos ineinander über. Auch der Sound gibt sich keinerlei Blöße.

Man kann also „Rift Apart“ als Technik-Demo verstehen und als solche auch wirklich genießen. Aber, und das wird schnell klar, es ist auch ein richtig gutes Spiel. Mit einer kindgerechten Story, die aber so durchgeknallt, witzig, liebevoll und anrührend erzählt wird, dass man auch als Erwachsener mitfiebert und einen Heidenspaß hat. Oberfiesling Dr. Nefarious stiehlt den Dimensionator, den Clank gebaut hat, damit sein Freund Ratchet zu seinem Volk in einer benachbarten Dimension zurückkehren kann. Und prompt ist das gesamte Multiversum bedroht. Was folgt, ist eine herrliche Schnitzeljagd quer durchs Universum. Immer wieder trifft man dabei auf die unterschiedlichsten und skurrilsten Charaktere, immer wieder gibt es dabei neue Dinge zu bestaunen. Ich habe gefühlt Minuten neben dem schlechtgelaunten Schaf an einer Bar gesessen und mich allein über den Umstand kaputt gelacht, dass da ein miesepetriges Schaf an einer Bar sitzt.

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„Ratchet & Clank: Rift Apart“: Gegner kloppen mit Formschnitt-Sprinkler und „Mr. Partypilz“

Auch spielerisch hat „Rift Apart“ mehr zu bieten, als man zu Beginn annimmt. Es ist ein waschechter Shooter, der sich wahnsinnig gut spielt. Nur, dass hier – und das ist wohltuend – ausnahmsweise mal nicht das Blut spritzt, sondern stattdessen die Entwickler wirklich ihrem kreativen Wahnsinn freien Lauf lassen. Immer wieder können wir neue Waffen erwerben, die in unglaublich witzigen Werbevideos präsentiert werden. Und die immer durchgeknallter werden. Noch dazu lassen sich die Waffen gut miteinander kombinieren: Ich habe es geliebt, die Gegnerwelle mit dem „Formschnitt-Sprinkler“ in bewegungslose Hecken zu verwandeln, bevor sie „Mr. Partypilz“ mit Geschossen eindeckte, während die kleinen Minion-Roboter, die ich aus meinem „Todeshandschuh“ verschossen habe, dem Boss den Hintern versohlten. Spätestens dann entwickelt sich ein Feuerwerk auf dem Bildschirm, das mit der vorhergehenden Konsolengeneration nicht möglich gewesen wäre. Garniert wird das Ganze mit kniffligen Rätselpassagen, bei denen man Clank oder seine kleine und absolut zauberhafte Roboterfreundin steuert.

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Fazit zu „Ratchet & Clank: Rift Apart“: Ein echter Hit!

Ja, die neuen Exklusivspiele für die PS5 kosten mittlerweile 80 Euro. Das ist wirklich eine Menge Geld. Aber wenn man dafür „Ratchet & Clank: Rift Apart“ erwirbt, dann hat man es gut angelegt. Ein Technik-Feuerwerk, bei dem einem der Mund vor lauter Staunen offen stehen bleibt, lustig und anrührend, spielerisch nahezu perfekt und ein weiterer Beweis dafür, wie fantastisch der neue PS5-Controller eingesetzt werden kann, wenn die Entwickler sich die Arbeit machen. Ein echter Hit, nicht nur für Kinder! (st) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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