Giftige Koran-CDs im Briefkasten: Falschmeldung kursiert bei Whatsapp

Seit Tagen kursiert ein Gerücht via Whatsapp: CDs mit Liedern und Texten aus dem Koran werden in Briefkästen geworfen. Und es steckt noch mehr hinter der Falschmeldung.

Die CDs sollen mit einer Chemikalie behandelt worden sein. Diese Substanz ist angeblich schädlich für die Atemwege. Ein weißes Pulver wird - wie in den Nachrichten bei Whatsapp behauptet wird - mit den CDs und kleinen Zetteln, die Koran-Botschaften enthalten, in Plastiktütchen gepackt. Innerhalb des Messenger-Dienstes kursieren momentan Texte wie dieser:

"Achtung: Es werden Umschläge in Briefkästen verteilt. Der Inhalt ist eine CD mit Liedern und Aussagen aus dem Koran. Die CD ist mit chemischer Substanz bearbeitet, die die Atemwege lähmen. Bitte nicht öffnen und sofort die Polizei informieren. In Weinheim sind betroffene schon im Krankenhaus. Bitte weitersagen."

Bisher gibt es allerdings keinerlei Hinweise, dass es tatsächlich solche Zwischenfälle gab. Es handelt sich offensichtlich um eine Falschmeldung. Auch gibt es laut Polizei keine Fälle von Betroffenen, die im Rhein-Neckar-Kreis wegen einer solchen Attacke in einer Klinik behandelt werden mussten.

Die Nachrichten rund um die giftigen Koran-CDs verbreiten sich aktuell rasend schnell. Auch unsere Zeitung, die einen eigenen Whatsapp-Dienst anbietet, wurde bereits von Nutzern mit dieser Nachricht konfrontiert. "Dem Polizeipräsidium sind definitiv keine Fälle in Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis bekannt", berichten die Weinheimer Nachrichten. Auch die Polizeidienststellen in Nordhessen und Südniedersachsen haben bisher keinerlei Fälle dieser Art über Pressemitteilungen veröffentlicht.

Auch die Polizei in Sachsen versucht indes, Panik zu verhindern und gibt Entwarnung über ihre Facebook-Seite.

Die Polizei bittet ausdrücklich um Folgendes: Wer eine solche Whatsapp-Nachricht bekommt, sollte sie unter keinen Umständen weiterleiten - auch wenn man sie von einem guten Freund oder Familienmitglied bekommen hat. Es handelt sich um einen sogenannten Fake. Wer sich trotzdem unsicher ist, kann selbstverständlich zu einer Polizeidienststelle in seiner Nähe Kontakt aufnehmen.

HINTERGRUND: IMMER WIEDER KETTENBRIEFE

Es passiert fast täglich, dass neue Kettenbriefe via Whatsapp in Umlauf kommen. Mal geht es darum, dass der Dienst kostenpflichtig werden soll, mal darum, dass Kinder und Jugendliche von einem blutigen Fluch heimgesucht werden, wenn sie den Kettenbrief nicht sofort an 20 Freunde weiterschicken. Auch kursierten schon häufig Nachrichten, in denen ein bestimmter Name nicht in die Kontaktliste des Handys gespeichert werden durfte. Angeblich werde so ein Virus verbreitet.

Rubriklistenbild: © dpa

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