Google greift Facebook an

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Mit Google+ setzt der Internetkonzern Google einen Gegenpol zu dem beliebten Facebook.

Mountain View - Der Suchmaschinen-Riese Google will mit seinem neuen Dienst Google+ ein eigenes Soziales Netzwerk aufbauen. Google+ ist nicht revolutionär neu, sieht aber besser aus und nutzt geschickt einige Schwächen von Facebook.

Es gibt nicht viel, was Eric Schmidt bereuen muss. Zehn Jahre war Schmidt Chef der weltgrößten und extrem erfolgreichen Suchmaschine Google. Und doch übte er Selbstkritik, nachdem er im April in den Verwaltungsrat gewechselt war. Er habe die Gefahr, die vom Sozialen Netzwerk Facebook ausgeht, unterschätzt. „Ich wusste, dass ich etwas tun muss, und ich habe es nicht getan“, sagte Schmidt. Er habe zwar über eine Kooperation mit Facebook verhandelt, die sei aber nicht zustande gekommen.

So funktioniert Google Street View

Google Street View
Bei Google-Maps (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken) den Ort oder die Sehenswürdigkeit eingeben, die Sie anschauen wollen. Beispielsweise den Eiffelturm in Paris: "Tour Eiffel, Paris". Der Standort des Eiffel-Turms wird auf Google-Map angezeigt. Das gelbe Männchen, links oben auf der Zoom-leiste (auf dem Screenshot:rot umrahmt) ist das Steetview-Männchen. Klicken Sie nun mit der linken Maustaste auf das gelbe Street-View-Männchen. Ziehen sie das gelbe Männchen mit der Maustaste auf die Stelle auf der Karte, von der Sie Ihren Street-View-Rundgang starten wollen. © Google
Google Street View
Nun öffnet sich ein neues Fenster (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken)mit der Street-View-Ansicht und einem Foto vom Eiffel-Turm. Rechts unten ist in einer Karte der genaue Standort des gelben Männchen angezeigt, von dem aus diese Fotografie aufgenommen wurde. © Google
Google Street View
Um nun die Perspektive zum Eiffel-Turm zu ändern und andere Fotos zu sehen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist, mit der Maus über das Foto zu fahren. Dabei zeigen sich verschiedene Punkte. Diese sind mit weiteren Fotos vom Eiffel-Turm verlinkt: Dadurch kommt man - je nach geklickten Punkt- näher oder höher an den Eiffelturm. Jeder Punkt steht für eine andere Perspektive. Drückt man die Pfeile unten am Bild kann man sich aus dem Bild heraus- und hineinzoomen. © Google
Google Street View
Der Betrachter rückt näher an den Eiffelturm mit dem Pfeil nach oben (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken), mit dem Pfeil nach unten, rückt der Betrachter in die Ferne © Google
Google Street View
Eine weitere Möglichkeit, um den Eiffel-Turm zu spazieren ist, das gelbe Männchen auf der eingeblendeten Karte rechts unten zu bewegen. Mit einem Klick auf die linke Mausteste, lässt sich das gelbe Männchen auf eine andere Stelle auf der Karte verschieben. Wenn man das gelbe Männchen hin und herschiebt, zeigen sich überall blaue Punkte: Diese zeigen andere Standpunkte mit Ausblick auf den Eiffel-Turm an. © Google
Hat der Betrachter genug vom Eiffel-Turm gesehen, kann er auch eine virtuelle (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken) Fahrt über die Straßen von Paris machen. Beispielsweise durch die berühmte Champs-Elysess. Dazu das gelbe Männchen auf eine Straße ziehen. Dann mit der Maus über das Foto fahren. Dadurch zeigen sich zwei Pfeile. Mit diesen kann man die Straße vor und zurückfahren. Links Oben ist ein weitere Navigationsbutton. Mit diesem kann man das Bild in alle Himmelsrichtungen und sich um seine eigene Achse drehen. © 

Wohl auch deshalb macht Schmidts Nachfolger und Google-Mitgründer Larry Page jetzt Ernst: Mit Google+ startet der Such-Gigant sein eigenes Soziales Netzwerk und greift damit Facebook frontal an. Auch auf Google+ sollen sich künftig Freunde, Bekannte, Nachbarn und Kollegen miteinander vernetzen, Nachrichten austauschen und sich gegenseitig Fotos, Videos und Links empfehlen. Noch befindet sich Google+ in einer Testphase und ist nicht für jeden Internetnutzer zugänglich. Doch das soll sich bald ändern. Das, was Google über seinen neuen Dienst verrät, klingt zwar nicht revolutionär. Doch die Programmierer wollen offenbar ganz gezielt einige Schwachstellen bei Facebook ausnutzen. Auch die Gestaltung der Seite wirkt ansprechender als das sehr einfache Layout des Platzhirschs.

Herzstück von Google+ sind die „Circles“. Sie sollen es einfacher machen, Informationen nur mit einer bestimmten Gruppe der eigenen virtuellen Kontakte zu teilen. Dafür kann man sie in verschiedene Kreise einteilen, zum Beispiel in Freunde, Bekannte, Kollegen und Familie. Das ist bei Facebook über die sogenannte Listen-Funktion zwar auch schon möglich. Allerdings ist die Nutzung kompliziert. Bei Google+ soll das mit nur einem Klick funktionieren.

Gegen wen sich diese Technik richtet, wird bei Google kaum verhehlt. In einem Blogeintrag zur Einführung von Google+ schreibt Technologiechef Vic Gundotra: „Nicht alle Beziehungen sind gleich. Im echten Leben teilen wir manches mit Studienfreunden, anderes mit unseren Eltern und so gut wie nichts mit unserem Chef.“ Das Problem sei, dass die bisherigen Internetdienste einfach jedem den Stempel „Freund“ aufdrückten. Gemeint ist eindeutig Facebook, bei dem jeder Kontakt automatisch zum „Freund“ erklärt wird – ein oft kritisierter Punkt.

Der große Facebook-Knigge

 © 
Der große Facebook Knigge
Der große Facebook-Knigge © Bild: dpa
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Der große Facebook Knigge
Der große Facebook-Knigge © Bild: dpa

Ausstechen will Google Facebook auch in puncto Datenschutz. Schon bevor die meisten Menschen Google+ überhaupt nutzen können, macht Google bereits darauf aufmerksam, wie sich die eigenen Daten schützen lassen. Sogar wie man das eigene Profil wieder löschen und vorher die eigenen Daten herunterladen kann, wird in einem Videoclip demonstriert. Anscheinend setzt Google auf Transparenz in genau dem Bereich, der bei Facebook besonders häufig und heftig kritisiert wird.

Ob Google+ ein Erfolg wird, lässt sich freilich noch nicht sagen. Die bisherigen Versuche von Google, im Bereich der Sozialen Netzwerke Boden zu gewinnen, sind gescheitert. Klar ist aber: Google muss auf Facebook reagieren. In den USA hat Facebook die Suchmaschine bereits als meistbesuchte Webseite abgelöst und Facebook wächst und wächst. Inzwischen sind angeblich schon mehr als 700 Millionen Mitglieder weltweit im Netzwerk registriert. Der Wert von Facebook wird inzwischen auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. Im kommenden Jahr soll das Netzwerk wohl an die Börse gehen. Doch Google beunruhigt nicht die schiere Größe. Aber unlängst haben Facebook und Microsoft eine Kooperation gestartet und arbeiten an einer „Sozialen Suche“. Jetzt geht es für Google ums Kerngeschäft.

Philipp Vetter

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