Google stellt RSS-Reader ein - Alternativen kämpfen um Nutzer

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Schick, übersichtlich und kostenlos: Der RSS-Dienst Feedly sammelt die neuesten Beiträge abonnierter Webseiten in einer Übersicht. Er ist eine gute Alternative zum Google Reader.

Sei es ein neuer Beitrag im Lieblingsblog oder die neueste Nachricht einer bestimmten Internetseite – sofort gab es eine Meldung vom Google-Reader. Millionen Webseiten nutzten den RSS-Dienst, um Neuigkeiten zu verbreiten.

Die treuen Nutzer waren daher umso empörter, als der Suchmaschinenanbieter Google ankündigte, seinen beliebten Reader zum 1. Juli offiziell einzustellen.

Viele User wollten das mit Petitionen verhindern. Doch trotz weit mehr als 100.000 Unterstützern allein auf der Kampagnen-Plattform change.org verbannt Google den Dienst aus dem Sortiment – angeblich weil die Nutzerzahl gesunken sei. Kritiker sehen das anders. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Nutzer mit der Einstellung des Readers zu sozialen Netzwerken wie Google+ ziehen zu wollen.

Doch keine Panik – auch wenn der Google Reader ausstirbt, gibt es einige vielversprechende Alternativen, die per Klick RSS-Feeds abonnierter Webseiten sammeln und eine persönliche Online-Zeitschrift generieren. Wir stellen drei Dienste vor:

• Feedly: Optisch elegant und einfach zu bedienen – genau wie der Google Reader. Man kann sich Feeds im Magazin-Layout mit großen Fotos, ähnlich wie bei Flipboard anzeigen lassen.

Feedly gibt es seit 2008. Die Firma ist in Privatbesitz und gehört unter anderem dem US-Entwickler Edwin Khodabakchian. Der Webdienst ist kostenlos und läuft auf den Servern des Anbieters. Laut der Deutschen Presse-Agentur will Feedly bis zum 1. Juli sicherstellen, dass Nutzer von allen gängigen Plattformen wie Chrome, Firefox, Safari und über Apps für Android und iOS ihre Nachrichtenpakete abonnieren können.

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• Fever: Läuft schnell, stabil, sieht besser aus und bietet mehr Funktionen als der Google Reader. Was besonders oft im Netz geteilt wird, schätzt Fever automatisch hoch ein. US-Entwickler Shaun Inman hat den typischen RSS-Reader alleine programmiert. Fever läuft auf einem eigenen Webserver. Und das auch mobil: Auf Tablets ist der Service bedienerfreundlich. Für Android-Smartphones gibt es die App Meltdown, fürs iPhone die App Sunstroke. Auch die iOS-Anwendung Reeder unterstützt Fever.

Der Fever-Service allerdings kostet: Für etwa 30 Euro kann man den Dienst auf unbestimmte Zeit nutzen.

So funktioniert die Installation

• Newsblur: Funktioniert ähnlich wie der Google Reader. Das Layout wirkt hingegen etwas eingestaubt. Die kostenlosen Apps für iOS und Android sind aber eleganter gestaltet. Nutzer können Feeds und einzelne Artikel oder Videos mit anderen teilen. Der Dienst läuft auf den Servern des Entwicklers Samuel Clay. Und das wegen der hohen Auslastung eher langsam.

Doch das Geschäftsmodell erscheint tragfähig: Wer mehr als 64 Quellen abonnieren möchte, zahlt pro Monat umgerechnet etwa 77 Cent.

Zum Anbieter

Digg Reader: In letzter Sekunde vor dem Ende des Google Readers kommt auch Digg, ursprünglich Anbieter von Social Bookmarks, der sich auf Nachrichten, Videos und Podcasts spezialisiert hat, mit einem eigenen Reader an den Start. Die Nutzung ist kostenlos.

Zum Anbieter | Test

• Für Smartphone- und Tabletnutzer sind auch die kostenlosen Apps Flipboard und Zite interessant. Die beiden Anwendungen stellen nicht nur Feeds zu ausgewählten Themen zusammen. Nutzer können bei Flipboard zusätzlich auch Einträge aus Twitter, Facebook und Google+ integrieren.

Von Nina Skrzyszowski

Hintergrund: Google-Reader wurde 2005 veröffentlicht

Der Google Reader ist ein Webdienst. Er fasst Meldungen gewünschter Online-Medien unter einer Oberfläche zusammen. Erscheinen auf den abonnierten Webseiten neue Artikel, landen diese im Reader.

So entsteht für jeden Nutzer ein personalisiertes Nachrichtenportal. Das Sammeln der Beiträge funktioniert mithilfe des Datenformats RSS – einem offenen Internet-Standard.

Google Reader war der populärste RSS-Dienst. Der Service wurde im Oktober 2005 veröffentlicht und wird zum 1. Juli eingestellt. Der Grund: Angeblich ist die Zahl der Nutzer gesunken. (nsk/dpa)

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