Google Street View: Dieser Kamera entgeht nichts

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Mit so einem Auto fährt Google für seinen Landkartendienst Streetview durch die Straßen. Die Kamera fotografiert dabei teilweise kuriose Szenen.

Berlin - Er wollte sich von Google nicht beim Garteln fotografieren lassen - deshalb griff ein Rentner zur Spitzhacke. Kein Wunder: Den Streetview-Kameras entgeht nichts - wie diese Bilder zeigen. 

Der Landkartendienst Streetview ist seit Monaten heftig in der Diskussion: Datenschützer laufen gegen den Internet-Giganten Google sturm, der mit Kamera-Autos durch die Städte dieser Welt fährt und so jedes Haus, jedes Auto und jeden Menschen fotografiert, der sich zu diesem Zeitpunkt dort aufhält.

Das wollte sich ein 70-Jähriger in Oberösterreich, der gerade in seinem Garten arbeitete, nicht gefallen lassen: Er nahm seine Spitzhacke zur Hand und ging auf das Auto mit dem Kamera-Aufbau auf dem Dach zu.

Google Street View: Kurioses aus Deutschland und aller Welt

Der nackte Mann im Kofferraum machte bundesweit Schlagzeilen: Google hatte zunächst nur den Hund gepixelt © 
Auferstanden aus Ruinen: Das Stadtarchiv in Köln nahm im März 2009 ein unrühmliches Ende, als es nach Tunnelbohrungen einstürzte. Auf den Street-View-Bildern steht das Gebäude allerdings noch. Googles Kamerawagen ware bereits seit August 2008 unterwegs. Daher stammen einige der Aufnahmen aus früheren - und in diesem Fall besseren - Zeiten. © Google Street View
Notalgie in Stuttgart: Beim virtuellen Spaziergang durch die baden- württembergische Landeshauptstadt kommt vor allem bei Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 Nostalgie hoch: Der unter heftigen Protesten im August und September abgerissene Nordflügel des denkmalgeschützter Bahnhofs ist noch in Gänze zu bewundern - ohne Bauzaun und Bagger. Das umstrittene Bahnprojekt sieht vor, den Bahnhof für mindestens 4,1 Milliarden Euro in eine unterirdische Durchgangsstation umzubauen und an die Schnellbahntrasse nach Ulm anzuschließen. Vom Bauwerk aus den 20er Jahren soll nur noch das Kerngebäude bestehen bleiben. © Google Street View
Kuriose "Prostituierten-Sammlung": Der Internetdienst 'Doxy Spotting' hat es sich zum Ziel gesetzt, Prostituierte aus aller Welt aus Google Street View zu sammeln. Auch aus Deutschland sind die ersten mit dabei. Unter diesem Foto hier steht "Prostituierte mit großen T*tten" © Google Street View
Die erste Prostituierte aus München, die bei dem Dienst verzeichnet ist - sie wartet an der Freisinger Landstraße auf Kunden © Google Street View
Zwei leichte Damen in Berlin - ebenfalls bei "Doxy Spotting" verzeichnet © Google Street View
Eine Prostituierte auf dem Weg zur Arbeit? - ebenfalls bei "Doxy Spotting" verzeichnet © Google Street View
Rotlichtviertel als Hotspot: Auch auf der Brühler Landstraße in Köln tummeln sich die leichten Damen - und auch jede Menge Voyeure via Google Street View © Google Street View
Probleme mit Plakaten: Die Gesichter von Passanten will Google automatisch verpixeln. Zwischen einem leibhaftigen Mensch und dem Abbild auf einem Plakat kann der Filter aber offenbar nur schwer unterscheiden. Deswegen ist der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Carstensen auf seinem Wahlkampf-Mobil gesichtslos. Am Dortmunder Westfalenstadion lächeln einige der BVB-Fußballer unverpixelt vom Plakat, andere haben einen verschwommen Flecken statt eines Kopfes. Bei Tieren ist Google großzügiger: Hunde werden nicht gepixelt. © Google Street View
Graues aus dem Rotlichtviertel: Frauen und Jugendliche dürfen die berüchtigte Herbertstraße in Hamburgs Rotlichtviertel St. Pauli nicht betreten, auch das Street-View-Auto musste vor dem Zaun halt machen. Wer einen Blick darüber werfen will, kann sich mit Bildern aus Googles Fotodienst Panoramio behelfen, die im Street-View-Modus oben links eingeblendet werden - viel zu sehen ist allerdings nicht. Überhaupt scheinen sich die Bewohner des Rotlichtviertels besonders um ihre Privatsphäre zu sorgen: Zahlreiche Häuser sind grau verpixelt. © Google Street View
Freud und Leid bei Google: Dass Google-Mitarbeiter vor der Deutschland-Zentrale im Hamburg winkend am Straßenrand stehen, ist keine Überraschung. In München ist das Büro des Internet-Riesen allerdings verpixelt. Ein anderer Mieter habe das beantragt, bedauert Google-Sprecher Stefan Keuchel via Twitter. Dessen Sorge nehme man natürlich ernst. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Spaß oder eine ernsthafte Schlägerei? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Die Polizei in England auf Streife. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Sitzt alles am rechten Fleck? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Klares Zeichen: Dieser Passant ist kein Google-Fan. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Hier wurde wohl ein Paar getraut. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Sonnenbad am Campingplatz. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Diesen Parkplatz bewacht ein Dino. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Zweisamkeit - aber nicht ungestört. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Dieses Auto ist auf der Strecke geblieben. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Kurz vor dem Google-Auto war wohl hier die Feuerwehr im Einsatz. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Auch diese zwei Frauen werden von der Kamera entdeckt. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Wer hat hier seinen Zigaretten-Stummel auf die Straße geworfen? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Ein Auto im Straßengraben. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Vorsicht: Schwertransporter. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Erleichterung in letzter Sekunde. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Falsch abgebogen? Das Google-Auto mitten in einer Militär-Übung. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
So geheim ist der "Secret  Nuclear Bunker" (Geheimer Nuklear-Bunker) nicht. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Eine Möwe auf Kollisionskurs. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Sind das Wayne und Garth aus dem Kino-Film "Waynes World"? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Gewagte Aussichten. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Diese Herren zeigen, wo ihnen Google Streetview vorbei gehen kann. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Auch Superheld brauchen einen Mittagsschlaf. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Eine Junggesellenabschiedsparty in England. Der Bräutigam (ganz recht) wird sich über das Beweisfoto freuen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Hier war das Google-Auto offenbar zu schnell unterwegs. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Hat dieser Mann seinen Gürtel vergessen? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Ein schmutziger Job - aber einer muss ihn machen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Schildkröte im Anmarsch. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Wenig Platz für einen leidenschaftlichen Sammler. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Und auch dieser Vorgarten quillt über. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Plastik-Storch vermiest die Aussicht. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Schlechte Sicht für den Fahrer. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Im Kreisverkehr nicht die Orientierung verlieren. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
In Norwegen protestieren die Menschen auch mal mit Harpunen gegen Streetview. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Vom richtigen Weg abgekommen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Betrunkene Hexe? © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Dieser Mann braucht einen Abschleppwagen. © Google Street View
Google Street View: So kurios ist die Welt
Dieser Hausbesitzer wollten den Beton-Giganten nicht weichen. © Google Street View

"Ich glaub', der Bub hat sich a bissl g'schreckt, weil i die Hacke in der Hand gehabt hab", erklärt der 70-Jährige aus Steyregg gegenüber dem Onlineportal krone.at. Denn der Student, der den Wagen im Auftrag von Google lenkte, fühlte sich bedroht und rief die Polizei.

Der Rentner versicherte laut krone.at, er wollte dem Mann nichts antun. Er habe sich aber eben nicht beim Garteln fotografieren oder filmen lassen wollen.

Und er hatte noch einen weiteren Grund: "Die Einbrecher sehen doch im Internet meine neuen Garagen und das Auto", sagte er zu krone.at.

In Deutschland wird dieser Google-Dienst noch nicht angeboten. Aber die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit 2008. In anderen Ländern wie England oder Norwegen kann man sich bereits durch die Google-Straßen navigieren. Und es zeigt sich: Den Kameras von Streetview entgeht nichts. So gibt es mittlerweile einige Internetportale, auf denen kuriose und außergewöhnliche Bilder von Google Streetview gezeigt werden. Einige davon können Sie in unserer Bilderstrecke sehen.

Das können Verbraucher gegen Streetview unternehmen

Verbraucher können nach ihrer Auffassung bedenkliche Aufnahmen melden, die Google in seiner StreetView-Funktion veröffentlicht. Wer sich durch die Fotos in seiner Privatsphäre verletzt sieht, sollte bei Google Widerspruch einlegen, empfiehlt das Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) in Berlin. Das Ministerium stellt auf seiner Website dafür außerdem ein Musterschreiben zur Verfügung.

Google selbst bietet auf seiner Website ebenfalls eine Möglichkeit, bestimmte Bilder zu melden. Wer zum Beispiel nicht möchte, dass eine Außenaufnahme seines Hauses im Internet zu sehen ist, kann dies mit einem von Google bereitgestellten Online-Formular kundtun. Google prüft nach eigenen Angaben jeden Fall so schnell wie möglich. Gesichter zufällig fotografierter Personen und Kfz-Kennzeichen werden grundsätzlich unkenntlich gemacht. Dies geschieht dem Suchmaschinenbetreiber zufolge mit Hilfe einer Software.

Das von manchen Datenschützern und Verbrauchern kritisch beäugte StreetView ist Bestandteil des Online-Karten-Dienstes Google Maps. Es bietet dem Anwender als Orientierungshilfe Fotoansichten von Straßen und Gebäuden. Es handelt sich jedoch nicht um Live-Aufnahmen: Zwischen den Aufnahmen und der Veröffentlichung können Monate vergehen. Wer dafür sorgen will, dass bestimmte Fotos gar nicht erst online gestellt werden, sollte laut dem Ministerium einer Veröffentlichung vorsorglich widersprechen.

len/dpa

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