Google startet Testprogramm für "Chrome OS"

Google verschiebt Markteinführung von Chrome OS.

Mountain View - Mit dem ersten eigenen Betriebssystem “Chrome OS“ will Google die Arbeit am Rechner neu erfinden und Microsoft vom Thron stoßen. Nach monatelangem Warten geht das Projekt nun in die heiße Testphase.

Die erste Ankündigung vor eineinhalb Jahren hatte für Aufregung und viele Ohs und Ahs gesorgt. Doch dann wurde es lange still um Googles ambitionierte Projekt. Nun nehmen die Pläne, mit Chrome OS ein erstes eigenes Betriebssystem zu entwickeln, Gestalt an. Die ersten Geräte sollen bis Sommer 2011 auf den Markt kommen, kündigte der Internet-Konzern in seinem Firmenblog an.

Große Pläne hegt der Suchmaschinenspezialist viele. Mit Chrome OS will Google nun den Computer gleich neu erfinden. Chrome OS biete neben Microsofts Windows, Apples Mac OS und Linux künftig eine weitere Alternative für die Wahl eines Betriebssystems, sagte Google- Chef Eric Schmidt bei der Präsentation. Im kommenden Sommer könnten bereits Millionen von Personal Computern mit der neuen Software laufen.

Das Projekt ist vor allem ein Frontalangriff auf Microsoft, dessen Betriebssystem Windows auf weit mehr als 90 Prozent aller Computer weltweit läuft und als eine der wichtigsten “cash cows“ des Softwarekonzerns gilt. Anders als ein herkömmliches Betriebssystem hat Google sein Chrome OS auf dem Internet aufgebaut und für die Netznutzung optimiert.

So funktioniert Google Street View

Google Street View
Bei Google-Maps (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken) den Ort oder die Sehenswürdigkeit eingeben, die Sie anschauen wollen. Beispielsweise den Eiffelturm in Paris: "Tour Eiffel, Paris". Der Standort des Eiffel-Turms wird auf Google-Map angezeigt. Das gelbe Männchen, links oben auf der Zoom-leiste (auf dem Screenshot:rot umrahmt) ist das Steetview-Männchen. Klicken Sie nun mit der linken Maustaste auf das gelbe Street-View-Männchen. Ziehen sie das gelbe Männchen mit der Maustaste auf die Stelle auf der Karte, von der Sie Ihren Street-View-Rundgang starten wollen. © Google
Google Street View
Nun öffnet sich ein neues Fenster (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken)mit der Street-View-Ansicht und einem Foto vom Eiffel-Turm. Rechts unten ist in einer Karte der genaue Standort des gelben Männchen angezeigt, von dem aus diese Fotografie aufgenommen wurde. © Google
Google Street View
Um nun die Perspektive zum Eiffel-Turm zu ändern und andere Fotos zu sehen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist, mit der Maus über das Foto zu fahren. Dabei zeigen sich verschiedene Punkte. Diese sind mit weiteren Fotos vom Eiffel-Turm verlinkt: Dadurch kommt man - je nach geklickten Punkt- näher oder höher an den Eiffelturm. Jeder Punkt steht für eine andere Perspektive. Drückt man die Pfeile unten am Bild kann man sich aus dem Bild heraus- und hineinzoomen. © Google
Google Street View
Der Betrachter rückt näher an den Eiffelturm mit dem Pfeil nach oben (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken), mit dem Pfeil nach unten, rückt der Betrachter in die Ferne © Google
Google Street View
Eine weitere Möglichkeit, um den Eiffel-Turm zu spazieren ist, das gelbe Männchen auf der eingeblendeten Karte rechts unten zu bewegen. Mit einem Klick auf die linke Mausteste, lässt sich das gelbe Männchen auf eine andere Stelle auf der Karte verschieben. Wenn man das gelbe Männchen hin und herschiebt, zeigen sich überall blaue Punkte: Diese zeigen andere Standpunkte mit Ausblick auf den Eiffel-Turm an. © Google
Hat der Betrachter genug vom Eiffel-Turm gesehen, kann er auch eine virtuelle (Bitte den gefetteten Link in einem neuem Fenster öffnen: markieren, rechte Maustaste klicken, "Link in neuem Fenster öffnen" anklicken) Fahrt über die Straßen von Paris machen. Beispielsweise durch die berühmte Champs-Elysess. Dazu das gelbe Männchen auf eine Straße ziehen. Dann mit der Maus über das Foto fahren. Dadurch zeigen sich zwei Pfeile. Mit diesen kann man die Straße vor und zurückfahren. Links Oben ist ein weitere Navigationsbutton. Mit diesem kann man das Bild in alle Himmelsrichtungen und sich um seine eigene Achse drehen. © 

Während Microsoft erst sehr spät begann, mit seiner Software auf das Internet und das sogenannte Cloud Computing zu setzen, will Google seine angestammte Netz-Affinität ausspielen. Viele Leute verbrächten bereits all ihre Zeit im Internet über den Web-Browser. “Und ein Betriebssystem zu bauen, das eigentlich ein Browser ist, ermöglicht es uns, Computer schneller, viel einfacher und grundsätzlich sicherer zu machen“, erläutern Googles Chef-Techniker Linus Upson und Sundar Pichai.

Die auch heute noch üblichen langen Wartezeiten beim Hochfahren des Computers sollen unter Chrome OS endgültig der Vergangenheit angehören. Das Betriebssystem soll in sieben Sekunden startbereit sein, in drei Sekunden sei der Nutzer angemeldet. Einzelne Programme oder Anwendungen werden nur noch in Ausnahmefällen auf dem Rechner installiert, ansonsten steht alles im Web zur Verfügung. Zentrales Element dafür wird der Chrome Web Store sein, über den bereits heute rund 500 meist kostenlose Anwendungen bereitstehen. Und ein spezielles Hardware-Modul soll den Rechner bereits beim Starten gegen Angriffe schützen.

Die “Revolution des Computers“ benötigt allerdings auch neue Geräte. Auf einem herkömmlichen PC läuft Chrome OS nicht. Für die ausgiebige Testphase gibt Google seinen freiwilligen Testern - Entwickler sowie Nutzer aus Schule und Beruf - spezielle Hardware an die Hand: Die schwarzen No-Name-Geräte besitzen einen 12,1-Zoll- Bildschirm, eine Tastatur und ein Touch-Pad sowie ein 3G-Modem des US-Providers Verizon für den Internetzugang. Wer sich am Testprogramm beteiligen will, kann sich unter http://www.google.com/chromeos/ bewerben.

Google: Die zehn meistgesuchten Produkte

Platz 10: xbox 360 © 
Platz 9: Playstation 3 © ap
Platz 8: Ipod © dpa
Platz 7: TomTom © 
Platz 6: Garmin © ap
Platz 5: Wii © 
Platz 4: Acer © ap
Platz 3: HTC © 
Platz 2: iPhone © dpa
Platz 1: ipod Touch © 

Erste marktreife Geräte mit Chrome OS zunächst von Samsung und Acer soll es bis Sommer 2011 geben. Weitere Hersteller sollen folgen. Ob die Geräte in ihrer Ausstattung dann eher einem Netbook oder einem ausgewachsenen Notebook gleichen, bleibt abzuwarten. Auch in welcher Preiskategorie sich die Geräte bewegen werden, ist noch nicht bekannt.

Hauptrivale Microsoft schweigt bislang zu dem Wirbel um das neue Betriebssystem und dürfte sich mit seiner jahrzehntelangen Expertise zunächst gut gerüstet sehen. Nach dem Debakel um das ungeliebte Vista fährt der Marktführer mit dem neuen Windows 7 zudem wieder auf der Erfolgsspur. Auch sein Office-Paket hat der Softwarekonzern inzwischen fit fürs Internet-Zeitalter gemacht und bietet einzelne Funktionen teils kostenlos über das Web an.

Dass Google den Markt mit seiner neuen Entwicklung schon bald erschüttern wird, glaubt Coline Gillis, Analyst bei BGC Partners in New York, nicht. “Auch wenn es aufregend ist, heißt es nicht, dass der PC schon morgen der Vergangenheit angehört“, sagte Gillis der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Einen überhaupt merkbaren Einfluss erwarte er nicht vor dem Jahr 2013.

dpa

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