Millionen Kunden-Daten erbeutet

Hacker-Angriff auf Adobe viel größer als vermutet

New York - Schon die erste Nachricht, dass bei Adobe Millionen Datensätze mit verschlüsselten Passwörtern gestohlen wurden, klang bedrohlich. Jetzt ist bekannt, dass es um 38 Millionen Nutzerkonten ging - und es könnten noch viel mehr sein.

Der Hacker-Angriff auf den Software-Anbieter Adobe war drastisch größer als ursprünglich bekannt. Die Angreifer hätten Daten von 38 Millionen Kunden erbeutet, räumte das Unternehmen am späten Dienstag ein. Es gehe dabei um Benutzernamen und verschlüsselte Passwörter. Die Nutzer wurden informiert und die Passwörter zurückgesetzt. Bisher seien keine unberechtigten Zugriffe auf die betroffenen Konten festgestellt worden, hieß es.

Zunächst war von rund 2,9 Millionen betroffenen Kunden die Rede gewesen. Außerdem hatten Unbefugte auf den Software-Code mehrerer Programme zugegriffen. Darunter seien das bekannte PDF-Programm Adobe Acrobat und - wie jetzt bekannt wurde - auch Teile der Bildbearbeitung Photoshop.

Unter den 38 Millionen Datensätzen seien auch nicht mehr genutzte und ungültige Benutzernamen gewesen, erklärte Adobe der „New York Times“. Angaben dazu, wie viele noch aktive Nutzerkonten betroffen waren, gab es nicht. Bei der ersten Zahl von 2,9 Millionen Kunden ging es auch um verschlüsselte Kreditkarten-Informationen. Adobe gehe aber nicht davon aus, dass auch unverschlüsselte Zahlungsinformationen gestohlen worden seien, hieß es damals.

Nach Erkenntnissen des IT-Sicherheitsexperten Brian Krebs könnte es auch noch schlimmer kommen. Unbekannte hätten im Internet eine Datei mit 150 Millionen angeblichen Benutzernamen und verschlüsselten Passwörtern von Adobe-Kunden veröffentlicht. Es sei nicht sicher, ob die Daten authentisch seine, sie scheinen aber aus der gleichen Quelle zu stammen wie andere bei Adobe erbeutete Informationen. Auch Teile des Photoshop-Softwarecodes seien im Netz veröffentlicht worden, schrieb Krebs.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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