Solidarität im Netz

Ohne Vorwarnung: Vermieter nimmt Mieterin die Toilette weg

Die Fotomontage zeigt einen Screenshot der App Jodel und eine öffentliche Toilette.
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In Hamburg hat ein Vermieter seiner Mieterin ohne Vorwarnung die Toilette ausgebaut (Fotomontage).

Ein Vermieter soll die Toilette seiner Mieterin ohne Vorwarnung ausgebaut haben - doch mit der Reaktion der jungen Frau hat er nicht gerechnet. Solidarität im Netz ist ihr sicher.

  • Eine Mieterin meldet sich bei der App Jodel zu Wort
  • Sie berichtet, ihr Vermieter habe die Toilette ohne Vorwarnung ausgebaut
  • Das Internet solidarisiert sich mit der Frau aus Hamburg

Hamburg - Nachfolgend eine Geschichte der Marke „Gibt‘s doch gar nicht!“: In Hamburg soll ein Vermieter die Toilette in der Wohnung einer jungen Frau ausgebaut haben - ohne Vorwarnung. Die Geschichte ging viral, hna.de* berichtet über das Husarenstück.

Ein Kommentare der jungen Hamburgerin (OJ ist bei Jodel derjenige, der das Thema erstellt hat), deren Toilette ohne Vorwarnung ausgebaut worden sein soll.

Haben Sie schon einmal von der App Jodel gehört? Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk, in dem Nutzer anonym Nachrichten und Bilder beziehungsweise Videos veröffentlichen können. Die Beiträge werden von anderen Usern bewertet, entweder positiv oder negativ. Hat ein Post fünf negative Bewertungen, wird er nicht mehr angezeigt. Meldungen mit mehreren hundert Likes sind schon eine Seltenheit. Eine junge Frau aus Hamburg sprengte mit ihrem Jodel jetzt den Rahmen und sahnte unglaublich 16.000 positive Bewertungen ab. Und das, weil ihr Vermieter ihre Toilette anscheinend ohne Vorwarnung ausbauen ließ.

Das ist Jodel

Jodel ist eine mobile Social-Media-App

Zum ersten Mal wurde im Oktober 2014 gejodelt

Inzwischen gibt es Jodel in vier Sprachen

US-Investoren haben mehrere Millionen Euro in die App gesteckt

Jodel gibt es mittlerweile auch in den USA

Nahm Vermieter junger Frau aus Hamburg einfach die Toilette weg?

Was war geschehen? Am Donnerstag (16. Juli 2020) hatte eine junge Frau aus Hamburg folgenden Jodel gepostet: „Habe seit gestern keine Toilette mehr. Lieber Vermieter, verkaufe schon einmal Deine Niere!“ Dazu das Hashtag #menschenunwürdig. Die ersten Antworten waren noch geprägt von Unglauben („Bitte was?“) und Galgenhumor („Nimm‘s Waschbecken!“). Doch als das Opfer wenig später ein Foto aus dem Bad postete, war auch dem letzten Spötter klar: Hier ist etwas gewaltig schiefgelaufen.

Hier war mal eine Toilette: Dieses Bild postete die Hamburgerin bei Jodel.

Im Laufe des Tages veröffentlichte die Frau aus Hamburg mehrere Bilder und Videos, die belegen, dass ihr wirklich die Toilette abgebaut wurde. Sie schrieb in mehreren Statements:

  • „Toilette und Waschbecken abgebaut ohne Vorwarnung.“
  • „Man kennt‘s ja, einfach mal den die Mieter ohne Bad zurücklassen.“
  • Auf die Frage, wie sie auf Toilette gehe: „Ich gehe in Geschäfte in der nahen Umgebung und trinke so gut wie nichts.“
  • „Mein Vermieter hat mit gerade per E-Mail einen angenehmen Abend gewünscht, der hat Nerven.“

Toiletten-Jodel geht von Hamburg aus viral

Einen Tag später wurde die Zentrale der App Jodel auf den Fall aufmerksam und teilte ihn bundesweit - die Geschichte ging viral und die Solidarität mit der Hamburgerin durch die Decke. Innerhalb weniger Tage sammelte der Toiletten-Beitrag unglaubliche 16.000 Likes. 18.000 Menschen pinnten den Post, um auf dem Laufenden zu bleiben, wie es weiterging. 5000-fach wurde der Jodel geteilt.

Das ist der Original-Jodel aus Hamburg: Eine junge Frau beschwert sich, dass ihr Vermieter ihr Klo ausgebaut haben soll.

Wie es mit dem Vermieter weiterging, ist nicht abschließend geklärt. Die junge Frau aus Hamburg betonte zunächst, dass „das Bad Schrott“ sei, „seitdem ich hier wohne“. Später schrieb sie: „Ich versuche, so schnell wie möglich hier rauszukommen. Ich habe über vieles hinweggesehen beziehungsweise dachte, mit einer Mietminderung passt das. Aber es reicht nun echt. Das Bad hat mir den Rest gegeben.“ Beschwert habe sie sich „durchgehend, aber erst nach Wochen/Monaten passiert etwas“.

Frau aus Hamburg baut sich große Fangemeinde auf

Klar ist: Nur kurze Zeit, nachdem die junge Frau aus Hamburg sich an die Öffentlichkeit gewendet hatte, waren Toilette und Waschbecken wieder eingebaut. Auch das dokumentierte sie bei Jodel, diesmal mit mehreren Kurzclips. Unter dem Beitrag finden sich inzwischen mehrere tausend Kommentare.

Auffällig: Die Unbekannte hat eine große Fangemeinde um sich geschart. Ein Nutzer meinte: „Deine Videos sind echt unterhaltsam.“ Und ein anderer schrieb: „Deine Stimme ist so angenehm. Ich wünschte, Du würdest mir eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.“ Auch der Humor der Hamburgerin wird immer wieder gelobt. Bei so witzigen Antworten wie der nachfolgenden auf die Frage, ob sie das Loch in der Wand nicht zweckentfremden könne, kein Wunder:

Mit Humor und Schlagfertigkeit gewann die junge Hamburgerin die Herzen ihrer Fans.

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