Heimliche Handy-Ortung in der Kritik

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Mit speziellen Diensten im Internet kann jeder zu "Big Brohter" werden.

Stuttgart - Über Anbieter im Internet können Handys ohne Einwilligung der Zielperson geortet werden. Der Datenschutzbeauftragte des Bundes will diese Praxis nun unterbinden.

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, warnt vor Missbrauch mit der Ortung von Mobiltelefonen. “Diese heimliche Ortung muss gesetzlich und technisch so weit wie möglich unterbunden werden“, sagte Schaar der “Sonntag Aktuell“ laut einem Vorabbericht von Samstag. Vor allem Internet-Dienste, die Ehepartner und Teenager mit Ortungssystemen ausspionierten, stehen in der Kritik.

Die Zielpersonen könnten so an ihrem Aufenthaltsort ausfindig gemacht werden, ohne dass sie davon wüssten oder damit einverstanden seien. Schaar monierte zudem, dass unseriöse Anbieter die vorgeschriebenen gesetzlichen Regelungen nicht befolgten, hieß es in dem Bericht weiter.

Paragraf 98 des Telekommunikationsgesetzes verlangt eine schriftliche Einwilligung, um geortet werden zu können. Zudem muss der Handy-Nutzer bei jeder fünften Ortung per Textmitteilung (SMS) darüber informiert werden. Das Gesetz weise aber Lücken auf: “Wenn jemand fälschlicherweise für mich eine solche Erklärung abgibt, habe ich als Betroffener kaum eine Möglichkeit herauszufinden, ob mein Handy geortet wird“, sagte der Datenschatzbeauftragte. Bei dienstlich genutzten Handys und Smartphones muss der Arbeitgeber in die Ortung einwilligen.

“Das rechtfertigt keinesfalls die lückenlose Überwachung der Mitarbeiter, die ein Diensthandy mit sich führen“, sagte Schaar. Der Beschäftigtendatenschutz müsse nachgebessert werden, forderte der Datenschutz-Experte. Die Regierungskoalition will dem Bericht zufolge kommende Woche erstmals darüber beraten.

apn

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