Nachfolger der illegalen Filmplattform

Movie2k ist wieder online - nun als Movie4k

Dresden. Nachdem die Staatsanwaltschaft in Dresden Ermittlungen gegen die illegale Filmplattform Movie2k eingeleitet hatte, war die Internetseite nicht mehr erreichbar. Inzwischen gibt es aber einen Nachfolger: Movie4k.

Optisch sieht die neue Seite, auf der man sich illegal neueste Kinofilme ansehen kann, fast so aus wie ihre Vorgängerin: Der Hintergrund ist in Türkis gehalten, die aktuellen Kinofilme befinden sich in der mittleren Spalte, neue Verleihfilme sind rechts daneben, und die jüngst hochgeladenen Serien und Filme sind in der linken Spalte sortiert. Sogar die schlichte Schriftart ist dieselbe geblieben.

Auf Movie4k sind - wie bei Movie2k - keine Filme gespeichert. Die Macher sehen sich demnach als eine Art Suchmaschine, die dem User zeigt, wo er sich einen Film im Internet ansehen kann, ohne ihn auf den eigenen Rechner herunterladen zu müssen. Dies wird als Streaming bezeichnet.

Auffällig ist, dass auf der neuen Seite vor der Auflistung des Streaming-Angebotes eine Hand mit ausgestrecktem Mittelfinger dargestellt ist. Auf dem Handrücken zu lesen ist "F**k Police". Frei übersetzt bedeutet das: Die Polizei kann uns mal. Darunter befindet sich ein kleines Kästchen, auf dem "Info" steht. Klickt man dieses Kästchen an, öffnet sich eine Erklärung der Macher der Seite. "Das alles hier ist das Resultat eines kollektiven Bedürfnisses der Menschen nach kostenfreien Medien. Die Menschen wollen Movie2k.to bzw. Movie4k.to", heißt es in der Erklärung.

Zudem versuchen die Initiatoren Behörden und Urheberrechtsorganisationen mit der Macht des Internets einzuschüchtern: "Geht eine Seite offline, kommen in den nächsten Tagen fünf neue, die deren Platz einnehmen wollen." Offenbar sympathisieren die Seitenbetreiber mit den Piraten und dem US-Präsidenten. Denn zum Schluss heißt es: "Wir lieben Obama" und "P.S.: Wählt die Piratenpartei".

Die deutsche Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverstößen (GVU) zeigte sich gegen über der Onlineausgabe der "Welt" nicht sonderlich überrascht hinsichtlich der neuen Plattform: "Die Domains wurden teils schon vor Monaten angemeldet und jetzt aktiviert. In der Szene herrscht ein harter Konkurrenzkampf um Nutzer und Werbeeinnahmen", wird eine GVU-Sprecherin zitiert.

Movie2k war eine der 20 meistbesuchten Internetseiten in Deutschland. Der Server befand sich in Rumänien. Bereits im Jahr 2011 ging der Vorläufer der Seite, Kino.to, offline. Laut Staatsanwaltschaft soll es eine Verbindung zwischen den Beschuldigten Urheberrechtsverletzern von Kino.to zu Movie2k geben.

Von Dorothea Backovic

Rubriklistenbild: © Symbolbild

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