Illusion in Watt: AV-Receiver-Leistungsdaten sind relativ

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Vor dem Kauf ausprobieren: So können Käufer eines AV-Receivers sicherstellen, dass sie mit dem Bedienkonzept des Herstellers klarkommen. Foto: Andrea Warnecke

Von 300 bis 3000 Euro: Die Modellvielfalt und Preisgestaltung bei AV-Receivern überfordert viele Verbraucher. Wer weiß, was er will, findet leichter das passende Gerät.

Berlin (dpa/tmn) - Leistungsdaten bei AV-Receivern haben meist einen entscheidenden Makel: Sie sind sehr relativ. Denn die Watt-Angaben täuschten dem Laien mehr Leistung vor, als wirklich herauskommt, berichtet das "Video"-Magazin (Ausgabe 10/15).

Erst die doppelte Leistung bewirke eine Verstärkung der Lautstärke um nur knapp drei Dezibel. Ein Beispiel: Ob 110 oder 120 Watt mache in der Praxis also keinen großen Unterschied. Erst bei 220 Watt ergebe sich die oben genannte, vergleichsweise geringe Lautstärke-Steigerung.

Auch die mögliche Gesamtleistung aller Endstufen beschränken die Hersteller den Angaben zufolge aus thermischen Gründen, um Kosten zu sparen. Hilfreich für eine Beurteilung könne ein Blick auf die Nennleistung am Netzanschluss sein: Mehr als dort angegeben ist, könne in der Summe auch nicht wieder aus dem Receiver herauskommen. Viel sinnvoller als leistungsfähigere Endstufen im Receiver sei der Einsatz von ein oder zwei aktiven Subwoofern, die dem Receiver Last abnehmen und mehr Leistung für die übrigen Lautsprecher lassen, raten die Experten.

Wichtig im Vorfeld eines Kaufs sei es, sich Gedanken über die gewünschte Lautsprecherkonfiguration zu machen: Soll es bombastischer Sound mit Kinopegel aus großen Boxen werden oder eher eine Designerlösung? Legt man Wert auf 3D-Sound auch von der Decke, dann muss der Receiver auch entsprechende Decoder an Bord haben. Und wer mehr Räume als das nur das Wohnzimmer beschallen möchte, muss darauf achten, dass das Gerät mehrere Zonen verwalten kann und entsprechende Ausgänge und Steuerungsmöglichkeiten bietet.

Immer wichtiger werden für viele Käufer auch die Streaming-Fähigkeiten des Receivers. Wer bereits einen Musikstreaming-Dienst abonniert hat, kann etwa prüfen, ob das Wunschgerät diesen auch unterstützt. Ansonsten kann man aber auch das Audiosignal des Dienstes von einem Smartphone oder Tablet per Bluetooth oder WLAN an den Receiver schicken, erklären die Experten. Und fast alle modernen Receiver bieten auch einen DLNA-fähigen Mediaplayer, der auf Netzwerkgeräten gespeicherte Musikdateien wiedergeben kann.

Eine weitere gute Nachricht: Bei den Geräten der großen Marken ist es den Angaben zufolge unwahrscheinlich, dass Verbraucher einen Fehlkauf landen. Die AV-Receiver spielten bei gleicher Preisklasse qualitativ in einer Liga. Der Unterschied liege vor allem in unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedienkonzepten. Deshalb sei es wichtig, vor dem Kauf Menüs, Fernbedienungen und Apps auszuprobieren, um herauszufinden, womit man am besten zurechtkommt.

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