Im Internet: Jörg Kachelmann ist zurück auf dem Bildschirm

So sehen Regentropfen tatsächlich aus: Jörg Kachelmann auf seinem Youtube-Kanal.

Kassel. Holzfäller-Hemd, Filzstift und ein paar Zettel – mehr braucht es nicht für eine Wettervorhersage. Zumindest, wenn man seinen Job – sowohl als Meteorologe als auch Moderator – so gut versteht wie Jörg Kachelmann.

Im Internet hat der Schweizer seine neue Plattform gefunden, frei nach dem Motto: Wenn mich das Fernsehen nicht will, mache ich halt meine eigene Show. Im Mai hatte das Mannheimer Landgericht den 53-Jährigen vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, die Staatsanwaltschaft legte Revision ein. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs könnte Monate auf sich warten lassen. Die ARD will über Kachelmanns TV-Comeback jedoch erst entscheiden, wenn der Freispruch rechtskräftig wird.

Hier geht es zum Youtube-Kanal von Kachelmann. Außerdem schreibt der Wetterexperte regelmäßig in seinem Blog.

So lang wollte der Schweizer mit seiner Rückkehr vor die Kamera offenbar nicht warten – und präsentiert nun im legeren Outfit seine Vorhersagen auf Youtube. Statt mit Computergrafiken erklärt er Hochs und Tiefs mit Skizzen und Notizen wie „ganz okay“ und „fast nix“, die er mit Filzstift auf Papierkarten malt. Kachelmann spricht von der „nach oben offenen Sauwetter-Skala“ und findet Zeit für Erklärungen: Wie Regentropfen tatsächlich aussehen, wie Wind entsteht und warum er Biowetter für „Blödsinn“ hält.

Für den Medienprofi Kachelmann bietet das Internet die ideale Bühne, um den charmanten Showmaster zu geben – und ein Sprungbrett, um gegen Medien auszuteilen, die ihm in den vergangenen Monaten zugesetzt haben. Auf seiner Twitter-Seite, auf der er ebenfalls für die Videos wirbt, frotzelt der Schweizer etwa gegen Boulevardblätter wie Bunte und die „größte anzunehmende Zeitung“, wie er Bild nennt. Zudem nimmt er Stellung zu kritischen Berichten über seinen Wetterdienst Meteomedia.

Fraglich ist, ob Kachelmanns Auftritt seine Comeback-Chance in der ARD verbessert. Sein Publikum hat er im Netz auf jeden Fall gefunden: Seine Videos wurden in der ersten Woche 170.000 Mal angeklickt.

Hintergrund:

Am 20. März 2010 wird der 53-jährige Wettermoderator am Frankfurter Flughafen festgenommen. Vorwurf: Der Schweizer soll seine langjährige Lebensgefährtin mit einem Messer bedroht und zum Sex gezwungen haben. Im Juli 2010 wird Kachelmann aus der Untersuchungshaft entlassen, der Prozess vor dem Landgericht Mannheim beginnt im September – begleitet von großem Medieninteresse, das von Kachelmanns Anwälten kritisiert wird. Am 31. Mai 2011 wird der Meteomedia-Geschäftsführer aus Mangel an Beweisen freigesprochen, die Staatsanwaltschaft legt Anfang Juni Revision ein. (ntz)

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