Ausverkauft: Apple erlebt Ansturm auf neues iPad

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Das iPad 2 gibt es in Schwarz und Weiß mit vielen bunten Hüllen

New York - Lange Schlangen vor den Apple-Läden markierten den Verkaufsstart des iPad 2 in den USA. Schätzungen gehen von Rekordverkäufen aus. Nicht wenige Wartende machten ein gutes Geschäft mit dem begehrten Tablet-Computer.

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Vergleich: Das iPad 2 und sein größter Konkurrent

Schon wieder landet Apple einen Hit: Das iPad 2 scheint sich bei seiner Premiere besser verkauft zu haben als der schon erfolgreiche Vorgänger. Nach mehreren Schätzungen ist Apple 400 000 bis 600 000 der flachen Rechner am ersten Wochenende losgeworden. Vor einem knappen Jahr, als das Ur-iPad herauskam, hatte Apple 300 000 der Geräte losgeschlagen und zählte nach neun Monaten satte 15 Millionen Stück. Das iPad 2 sei ausverkauft, schrieb Gene Munster von der US-Investmentbank Piper Jaffray am späten Sonntag. Es sei seinem Team nicht gelungen, auch nur ein einziges Gerät aufzutreiben.

Munster gehört zu den treffsichersten Analysten zum Thema Apple und rechnet mit bis zu 500 000 verkauften Exemplaren. Offizielle Verkaufszahlen existierten bis zum Montagnachmittag noch nicht. Die lange Lieferzeit im US-Online-Shop deutete aber darauf hin, dass die Lager nach dem Kundenansturm leer sind. Es dauert mittlerweile drei bis vier Wochen, bis das iPad 2 zugesandt wird. Bei Apple sind sonst wenige Tage üblich. Am Freitagnachmittag hatte der Verkauf des iPad 2 in den USA begonnen. Wieder bildeten sich lange Schlangen vor den Apple Stores. Vor dem legendären Glaskubus an der Fifth Avenue in Manhattan hatten sich die ersten Apple-Fans bereits Mittwoch angestellt.

Auch mehrere große Handelsketten im Land wie Wal-Mart und Best Buy hatten den Tablet-Computer gleich zu Beginn im Angebot. Etliche der Wartenden machten ein Geschäft aus dem stundenlangen Anstehen. Im Internet-Anzeigenportal Craigslist fanden sich Zuhauf Angebote für das brandneue iPad 2 - oder Angebote für einen Platz in der Schlange. Eine junge Studentin, die zu den allerersten vor dem Glaskubus gehörte, erzählte voller Stolz, dass sie ihren Platz für 900 Dollar verkauft habe. Auf die Frage, was sie denn mit dem Geld tun wolle, antwortete sie: “Ich will zu einem Konzert von Lady Gaga.“ US-Medien berichteten darüber, dass aus allen Teilen der Welt extra Kuriere in die USA gekommen waren, um eines der ersten iPad 2 zu ergattern und für teuer Geld in der Heimat zu verkaufen.

Der graue Markt ist Apple-Chef Steve Jobs jedoch ein Dorn im Auge, weshalb die Kunden am Wochenende maximal zwei iPads gleichzeitig kaufen konnten. Deutsche Kunden müssen sich noch bis zum 25. März gedulden, dann beginnt der Verkauf des iPad 2 hierzulande. Preise stehen noch nicht fest. In den USA kostet die Einstiegsvariante mit 16 Gigabyte Speicher und WLAN-Anbindung 499 Dollar (360 Euro) plus Steuern. Das ist der gleiche Preis, den Apple schon für das Vorgängermodell verlangt hatte. Die alten iPads gehen derzeit im Ausverkauf zu Preisen ab 399 Dollar über die Theke. Mit dem Ur-iPad, dessen Verkauf im April 2010 startete, hatte Apple einen lange brachliegenden Markt belebt und dominiert ihn bis heute. Acht von zehn Tablet-Computer stammen von Apple. Die versammelte Konkurrenz kam nach Angaben des Marktforschers IDC im vergangenen Jahr gerade mal auf rund 3 Millionen Geräte - auch mangels passender Modelle.

Mittlerweile bringen die Elektronikkonzerne jedoch reihum iPad-Rivalen auf den Markt. Mit dem iPad 2 will Apple weiterhin den Ton angeben: Das Gerät hat einen neuen Prozessor, der doppelt so schnell sein soll wie in der ersten Generation. Über einen HDMI-Anschluss wird man das iPad 2 mit einem hochauflösenden Fernseher verbinden können. Zwei Kameras auf Front- und Rückseite erlauben Videokonferenzen. Überdies ist das Gerät schlanker und leichter geworden.

Apple-Faszination "iPad"

Apple will mit einem neuartigen Tablet- Computer an den Erfolg des iPhone und der zahlreichen Anwendungen für das Apple-Handy anknüpfen. © AP
“Wir nennen es iPad“, sagte Konzernchef Steve Jobs am Mittwoch bei der Vorstellung des mit Spannung erwarteten Geräts in San Francisco. © AP
Das iPad wird in den USA ab 499 Dollar angeboten. Die teuerste Variante mit UMTS-Modem und 64 Gigabyte Hauptspeicher soll 829 Dollar kosten. © AP
 Die ersten Geräte mit drahtlosem Internet (WiFi) sollen in zwei Monaten verfügbar sein, die UMTS-Variante soll in 90 Tagen auf den Markt kommen. © AP
Für das iPad erweitert Apple seinen Onlineladen iTunes um eine Buchabteilung “iBooks“, in der Titel der Großverlage Penguin, HarperCollins, Simon & Schuster, Macmillan sowie Hachette angeboten werden. Apple tritt damit gegen E-Book-Anbieter wie Amazon (“Kindle“) oder Sony an. © AP
Wie das iPhone kann das iPad aus dem iTunes Store von Apple außerdem mit Videos, Musik und kleinen Programmen (“Apps“) bestückt werden. © AP
Für das iPhone sind nach den Worten von Jobs inzwischen über 140 000 Anwendungen verfügbar. Die iPhone-Apps sollen alle auch auf dem iPad laufen. © AP
Das iPad wird wie das iPhone mit Fingergesten auf einem berührungssensitiven Bildschirm gesteuert. Im Gegensatz zu ultraleichten Laptops verfügt der Tafel-Computer nicht über eine Hardware-Tastatur. © AP
Texte werden wie beim Apple-Handy iPhone über virtuelle Tasten auf dem Display eingegeben. © AP
Passend zum iPad wird Apple eine Variante des Office-Pakets “iWork“ auf den Markt bringen, das aus einer Textverarbeitung, Tabellenkalkulation sowie einem Präsentationsprogramm besteht. © AP
Die drei iWorks-Anwendungen werden für jeweils zehn Dollar im iTunes-Store verkauft. Alle iPad-Modelle werden mit einer drahtlosen Internet-Verbindung (WiFi) angeboten, einige Modelle auch mit einem Mobilfunkmodem (UMTS). © AP
Wie beim iPhone werden die UMTS-Modelle des iPad zusammen mit dem Provider AT&T vertrieben. © dpa
Im Gegensatz zum iPhone sperren Apple und AT&T aber andere Provider nicht aus, sondern bieten das Gerät ohne “Netlock“ an. © dpa
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
Ipad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap
iPad
Die neue Apple-Sensation iPad © ap

dpa

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