iPad oder Kindle – Welches ist besser?

+
Der Kindle von Amazon

München  - Die Pfingstferien sind nicht mehr weit, und auch die Sommerferien kommen garantiert. Bei den E-Book-Readern bleibt die Frage: iPad oder Kindle? Der Vergleich.

Das iPad

Wer keine Bücherstapel mehr in den Urlaub mitschleppen will, hat jetzt mehr Auswahl denn je: Die Lesegeräte für die praktischen elektronischen Bücher aus dem Internet werden immer besser und billiger – und für den wohl besten E-Book-Reader, den Kindle von Amazon, gibt es jetzt auch eine Riesenauswahl deutschsprachiger Bücher. Bleibt die Frage: iPad oder Kindle? Ist das Apple-Tablet das bessere Lesegerät, lohnt sich der Kindle auch für iPad-Besitzer?

Die tz hat beide Geräte verglichen – und verrät, wie Sie diesen Sommer am besten elektronisch lesen.

Der erste Eindruck

Der taschenbuchgroße Kindle (ab 139 Euro) ist drastisch kleiner und leichter als das iPad (ab 479 Euro). In Zahlen: Amazons Lesegerät wiegt 241 Gramm, das iPad mit 601 Gramm mehr als doppelt so viel. Folge: Wenn Sie länger lesen wollen, halten Sie den Kindle viel angenehmer in der Hand. Das Design des Kindle sieht (fast) nach Apple aus, und der verwendete Kunststoff ist nicht ganz so edel, dafür aber unempfindlicher. Weil Sie den Kindle klassisch per Tasten steuern, sind Fingerabdrücke auf dem matten Bildschirm kein Thema.

Die Bedienung

Gegen die intuitive Touchscreen-Steuerung des iPad wirkt die Bedienung des Kindle altbacken wie ein altes Nokia-Handy gegenüber einem iPhone. Beim Lesen auf dem iPad blättern Sie lässig per Fingerwischen um, die Seiten sind animiert wie ein echtes Buch – das macht Spaß! An die vielen Knöpfe des Kindle müssen Sie sich erst (wieder) gewöhnen – trotzdem funktioniert das Umblättern völlig problemlos, die Menüs sind verständlich und erfüllen ihren Zweck.

Das Lesen

In geschlossenen Räumen oder abends können Sie auch mit dem iPad perfekt lesen – hier spielt der leuchtstarke Bildschirm seine Stärken aus. Doch wehe, Sie sitzen mit dem iPad auf der Terrasse, im Garten oder am See. Dann wird der Bildschirm zum Spiegel, Sie können sich selbst sehen – aber bei Sonnenschein kaum mehr eine Bücherseite erkennen. Hier brilliert der Bildschirm des Kindle, der zum Lesen durchaus groß genug ist und der mit elektronischer Tinte arbeitet, einer völlig anderen Technik. Selbst bei gleißendem Sonnenlicht lesen Sie gestochen scharf wie in einem echten Buch, die Buchstaben bleiben kontraststark – faszinierend! Weiterer Vorteil des Kindle: Sie lesen völlig ermüdungsfrei, während der Computerbildschirm des iPad die Augen vieler Menschen auf Dauer doch stresst. Nachteil: Weil der Kindle-Bildschirm nicht leuchtet, können Sie im Dunklen nicht lesen – doch hier helfen Amazons bunte Lederhüllen mit integriertem Licht weiter, die mit 60 Euro allerdings sehr teuer sind.

Die Bücher

Mit mehr als 25 000 deutschsprachigen Büchern bietet der Kindle laut Amazon Deutschlands größte Auswahl an E-Books. Die Auswahl in Apples iBooks-Laden ist etwas geringer, mittlerweile aber auch recht umfangreich. Auf beiden Geräten können Sie die Bücher via Internet ohne Umweg über den Computer herunterladen. Ärgerlich: Die Bücher für Kindle und iPad sind kopiergeschützt. Amazons Bücher können Sie mit einer Gratis-App auch auf iPad und iPhone lesen, die iPad-Bücher dagegen nicht auf dem Kindle.

Das richtige Modell

Den Kindle gibt es für 139 Euro mit drahtlosem WLAN-Anschluss und für 189 Euro auch mit UMTS-Verbindung – damit können Sie selbst dann Bücher kaufen, wenn gerade kein Internetnetzwerk in der Nähe ist. Da die wenigsten Nutzer ständig neue Bücher laden wollen (3500 Titel haben auf dem Kindle Platz), ist die günstigere Version völlig ausreichend. Beim iPad ist das 32-GB-Modell mit UMTS für 699 Euro die beste Wahl, weil bei 16 GB der Speicherplatz für Musik, Fotos, Videos oder Apps schnell erschöpft ist.

Das Fazit

Das iPad ist ein faszinierender Multimedia-Computer für praktisch jedes Einsatzgebiet – während der Kindle trotz eines provisorischen Internetbrowsers nur einen einzigen Zweck erfüllt, das Lesen von Büchern. Doch das macht er exzellent. Als Lesegerät hat Amazons Reader eindeutig die Nase vorn. Und für Bücherfans lohnt sich der Kauf auch dann, wenn sie schon ein iPad besitzen. Letzte Argumente: Der Akku des Kindle hält bis zu einem Monat durch, das iPad muss nach gut zehn Stunden wieder ans Netz. Und wenn Ihnen der Kindle tatsächlich am See oder im Urlaub abhanden kommt, tut es nicht ganz so weh wie beim vielfach teureren iPad.

tz

Wecker, Festnetz, CD: 10 Dinge, die vom Aussterben bedroht sind

Computer und Smartphones den Alltag rasant. Im digitalen Zeitalter wird vieles schnell unmodern. Zehn (angeblich) unmoderne Dinge und Phänomene ... © dpa
HANDSCHRIFTLICHE BRIEFE: Na, leiden Sie auch unter Nostalgie beziehungsweise “Netzlos-talgie“? In Zeiten des Internets liegt kaum noch persönliche Post im Briefkasten - fast nur noch Rechnungen und Werbebroschüren. Selbst die Liebe wird oft nur noch in SMS und E- Mails bekundet. Menschen des 19. Jahrhunderts würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, dass ihr geliebter seitenlanger Brief im 21. Jahrhundert vom Aussterben bedroht ist. © dpa
2. POSTKARTEN: Früher war es Pflicht, aus dem Urlaub eine kitschige Ansichtskarte zu schicken. “Viele Grüße aus...“, “Das Wetter ist schön und wir unternehmen viel...“ - belanglose Zeilen dieser Art vermisst wohl niemand. Allerdings gibt es kaum jemanden, der sich nicht freut, wenn ein lieber Mensch ihm eine Karte schreibt, statt nur mit einer Handy-Nachricht oder via Facebook über eine Reise zu berichten. © dpa
3. PAPIERFOTOS: Die vergilbten Kinderfotos aus den 60er und 70er Jahren, die Urlaubsfotos aus den 80ern (oder gar die Dias!) - früher konnte man Erinnerung in den Händen halten und betrachten. Etwa seit Mitte der Nullerjahre sind viele Reisen und private Ereignisse nur noch auf Chipkarten und in Computern gespeichert. Wehe den Babys, die 2010 geboren wurden - ist ihre Kindheit nach einem PC-Absturz komplett ausgelöscht? © dpa / Jens Schierenbeck
4. LEXIKA UND WÖRTERBÜCHER: Wissen hatte früher ein paar hundert Seiten und passte zwischen zwei Buchdeckel. Die Vokabeln und das Allgemeinwissen gingen von A bis Z. Nur manchmal wünscht man sich diese niedliche Welt zurück. Sonst ist es wunderbar, stets aktualisiertes Wissen im Web zu finden und zum Beispiel das französische Wort für “Pulverschnee“ nicht minutenlang erblättern zu müssen, sondern schnell getippt abzufragen. © dpa
5. DIE CD: Am schlimmsten waren in den 90ern diese unförmigen CD- Ständer, die Platz wegnahmen und suggerierten, ein cooler Staubfänger zu sein, jedoch einfach nur ein Staubfänger waren. In Zeiten von iTunes und MP3 kaufen immer weniger Menschen materielle Tonträger. Die Musik ist flüchtiger geworden und nimmt auch keinen Platz mehr weg in den Wohnungen. Ausgenommen vom Trend zur leeren Wohnung: Schallplatten-Fans... © dpa
6. 2D-FILME: Wenn die Kinowirtschaft nicht mehr weiterweiß, dann greift sie zu 3D. In den 50ern und 60ern gab es eine 3D-Welle, um die Leute weg vom Farbfernseher zu Hause in die Lichtspielhäuser zu locken, in den 80ern waren dann Videorekorder der Grund. Zurzeit geht es darum, die Menschen weg von den Raubkopien und Computerspielen ins Kino zu bewegen. Diesmal scheint sich der Trend zu verstetigen. Doch schlechte Storys sind auch in 3D nicht gut. © dpa
7. FESTNETZTELEFONATE: Immer mehr Menschen schaffen ihr Festnetztelefon ab, weil sie es neben dem Mobiltelefon zu teuer finden oder sowieso kaum daheim sind. Mancher fühlt sich von einem Anruf zu Hause mehr gestört als vom Handy, das zwar in der Tasche ein weit größerer Eingriff in die Privatsphäre ist, aber notfalls auch lautlos gestellt oder ausgeschaltet sein kann. Ein lautes Festnetztelefon in der Wohnung schreckt oft mehr auf. © dpa
8. DISKUSSIONEN: Früher gab es ausgiebige Debatten unter Freunden. Wie hieß nochmal der Laden in Paris mit den tollen Cocktails? Heute wird jedes aufkommende Gespräch weggegoogelt. Irgendjemand ist immer da, der sein Handy zückt und im Internet nachschaut. Keine Fachsimpeleien mehr, sondern mehr oder weniger gesicherte Fakten von Wikipedia. Alles wird geklärt, bevor die Unterhaltung anregend wird. Manchmal sitzen Menschen zusammen und starren lieber aufs Smartphone als Smalltalk zu betreiben. Die virtuelle Realität besiegt das echte Gegenüber. © dpa
9. WECKER: Wo früher der Wecker stand, liegt heutzutage das Handy mit Weckfunktion. Ein eigenes Gerät braucht man für den Start in den Tag nicht mehr. Aus dem Tiefschlaf lässt man sich moderner reißen. Besser wird der unangenehme Vorgang dadurch aber nicht. © dpa
10. ECHTE FREUNDE: Das Wort “Freund“ hat im Zeitalter sozialer Netzwerke eine schwächere Bedeutung bekommen. Freundschaft ist..., wenn man Kontakt miteinander aufnimmt. Ich klicke dich an, du klickst mich an. Kann man mehr als 150 Bekannte haben? Kritiker werfen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (neben datenschutzrechtlichen Problemen) vor, seine “süchtigen“ etwa 500 Millionen Nutzer in der Welt eines unbekümmerten Harvard-Studenten gefangen zu halten. © picture alliance / dpa-tmn
Ist das wirklich so? Jedenfalls sprechen die Angewohnheiten vieler Nutzer dafür: Sie laden möglichst nur “coole“ Interessen und Bilder hoch, machen eindeutige Beziehungsangaben und wenig komplexe Statusangaben und pflegen vor allem die Unsitte, jeden einmal Gesehenen zum “Freund“ zu verklären. © picture alliance / dpa-tmn

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.