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Kettenbrief bei Facebook: Widerspruch gegen AGB bringt nichts

Kassel. Geteilte Daten und Fotos schützen, Vervielfältigung verbieten: Derzeit kursiert bei Facebook ein Kettenbrief, den Nutzer veröffentlichen, um den Geschäftsbedinungen des sozialen Netzwerks zu widersprechen. Das ist aber wirkungslos.

Was ist Inhalt des Kettenbriefs? 

Es geht um Datenschutz und Urheberrecht bei Facebook. „Ich erkläre, dass die Rechte an allen meinen persönlichen Daten, Bildern und Texten nur bei mir liegen“, heißt es in dem Beitrag, den derzeit viele Nutzer auf ihren Profilen veröffentlichen. Damit will man dem Unternehmen mitteilen, dass das Verbreiten persönlicher Inhalte nicht erlaubt wird. „Teile diesen Beitrag und deine Bilder und Texte sind vor einem Zugriff durch Facebook sicher.“ Das ist aber Unsinn: Mit einem Beitrag den Nutzungsbedingungen von Facebook zu widersprechen, ist wirkungslos. Das erklärte unter anderem die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Mittwoch.

Auf welche Gesetze bezieht sich der Kettenbrief? 

Der Beitrag, der derzeit im Netzwerk kursiert, bezieht sich auf Artikel aus dem Strafgesetzbuch. Zunächst stehen dort Paragrafen und keine Artikel. Das ist aber nicht alles: In den zitierten Gesetzestexten geht es nicht um Datenschutz oder Urheberrechte, wie man meinen könnte – sondern um öffentliche Aufforderung zu Straftaten (§111) und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (§113). Auch der Hinweis auf „neue“ Facebook-Richtlinien in diesem Kettenbrief ist falsch: Die letzte Änderung seiner Allgemeinen Geschäftsbedingungen hat Facebook im Januar 2015 vorgenommen.

Was kann ich tun, um private Inhalte zu schützen? 

Wer mit den Bedingungen des sozialen Netzwerks nicht einverstanden ist, dem bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder so wenig private Dinge wie möglich zu posten – oder Facebook zu verlassen.

Wie sind die Reaktionen auf den Kettenbrief? 

Viele wissen, dass es eine Falschmeldung. „Wer diese Linsensuppe postet, widerspricht den Nutzungsbedingungen“ oder „Hiermit gebe ich der Zahnfee die Erlaubnis, mein Profil anzusehen“, witzeln Nutzer. Einige teilen den Kettenbrief dennoch.

Rubriklistenbild: © dpa

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