Aber erst in ein paar Monaten

Kim Dotcom kündigt sicheren E-Mail-Dienst an

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Der aus Deutschland stammende Internet-Unternehmer Kim Dotcom

Berlin - Kim Dotcom hat angekündigt, einen Dienst für verschlüsselte E-Mails auf die Beine zu stellen. Bis es soweit ist, müssten aber noch einige technische Herausforderungen bewältigt werden.

Der umstrittene Internet-Unternehmer Kim Dotcom plant inmitten des Skandals um Internetüberwachung einen Dienst für verschlüsselte E-Mails. Eine Markteinführung sei aber noch Monate entfernt, sagte der Chef von Dotcoms Speicherdienst Mega, Vikram Kumar, dem Onlinedienst „ZDNet“. Es müssten noch einige technische Herausforderungen bewältigt werden, zum Beispiel bei Suchanfragen in verschlüsselten E-Mails. Die Speicher von Doctoms E-Mail-Dienst würden sich allesamt außerhalb der USA befinden, erläuterte Kumar.

Vergangene Woche hatten zwei Anbieter verschlüsselter E-Mail-Dienste abrupt ihre Arbeit eingestellt. Erst ging der angeblich auch vom Informanten Edward Snowden benutzte Anbieter Lavabit unter Hinweis auf Druck der US-Behörden vom Netz. Als Reaktion darauf zog auch der Dienst Silent Circle vorsorglich den Stecker und löschte alle Nutzerdaten. Bei verschlüsselten Dienste werden die Daten der Nutzer anhand einer mathematischen Formel so durcheinander gewirbelt, dass sie für Außenstehende nicht mehr zu lesen sind. Nur Nutzer selbst können mit ihrem jeweiligen „Schlüssel“ den Zeichenwust entwirren und die Nachricht lesbar machen.

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Die Enthüllung: Snowden hat streng geheime Informationen über Überwachungsprogramme der USA an die Medien weitergeleitet. Danach greift der Geheimdienst NSA im großen Stil auf Telefondaten und E-Mail-Konten von Millionen US-Bürgern zu. Wollen die Agenten anhand gesammelter Daten einer bestimmten terroristischen Bedrohung nachgehen, müssen sie dazu jedoch richterliche Erlaubnis einholen. © AP
Der Enthüller: Seit er sich als Hauptquelle hinter den Enthüllungen der Blätter „The Guardian“ und „The Washington Post“ zu erkennen gab, hatte sich Snowden in Hongkong versteckt gehalten. Das US-Justizministerium stellte Strafanzeige wegen Spionage und Diebstahls von Staatseigentum gegen den Ex-Geheimdienstmitarbeiter. Einen Auslieferungsantrag der USA lehnten die Behörden in Hongkong jedoch mit dem Hinweis ab, dass eingereichte Unterlagen nicht gesetzlichen Vorgaben entsprochen hätten. © AP
Die Flucht: Noch bevor die ersten Medienberichte über die US-Überwachungsprogramme kursierten, hatte Snowden den US-Staat Hawaii schon in Richtung Hongkong verlassen. Dort angekommen, setzte er seine Enthüllungsinterviews mit Reportern fort. Dann verließ er Hongkong in Begleitung von Vertretern der Enthüllungsplattform Wikileaks. Snowden flog nach Moskau. Dort durfte er den Transitbereich des Flughafen nach langem Hickhack verlassen. Die USA zeigten sich enttäuscht von Russland. © AP
Die Diplomatie: Schon der US-Antrag auf eine Überstellung Snowdens scheiterte an der fehlenden Kooperation Hongkongs. Auch Russland unterhält kein Auslieferungsabkommen mit den USA. © AP
Die Zukunft: Snowdens Kooperation mit Wikileaks dürfte ein neues Kapitel einläuten, was Ausmaß und Qualität möglicher weiterer Enthüllungen anbelangt. Schon jetzt haben Snowdens Einlassungen für einigen Aufruhr gesorgt, auch wenn daran beteiligte Journalisten beteuerten, zum Schutz der nationalen Sicherheit nicht den vollen Umfang seiner brisanten Informationen ans Licht gebracht zu haben. © AP

Dotcom, der in seinem Heimatland Deutschland noch unter dem Namen Kim Schmitz bekannt geworden war, liegt ohnehin im Clinch mit den USA. Die US-Behörden werfen ihm massive Urheberrechtsverletzungen bei der inzwischen stillgelegten Speicherplattform Megaupload vor und wollen einen Prozess in den Vereinigten Staaten. Dotcom hat seinen Wohnsitz in Neuseeland, das Auslieferungsverfahren dürfte sich noch über Monate hinziehen.

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dpa

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